Die Vorbereitungen auf die neue Saison 2026/27 laufen auf Hochtouren, und eine osttürkische Metropole zieht die Aufmerksamkeit des internationalen Fußballs auf sich. Das Höhentrainingszentrum Palandöken in Erzurum etabliert sich in diesem Sommer endgültig als die wichtigste Anlaufstelle für die sportliche Vorbereitung nationaler und internationaler Spitzenklubs. Neben zahlreichen Mannschaften aus den verschiedenen türkischen Profiligen zieht es in den kommenden Wochen auch hochkarätige Vereine aus dem Iran, Kuwait, Georgien und Saudi-Arabien in die Region. Inklusive der ambitionierten Amateurvereine werden in dieser intensiven Sommerperiode rund 30 Mannschaften in der Stadt erwartet, um sich unter optimalen klimatischen Bedingungen den Feinschliff für die anstehenden Aufgaben zu holen.

Erfolgsgarant im Hochgebirge: Die fabelhafte Bilanz der Vorsaison überzeugt
Die exzellenten Resultate der Teams aus dem vergangenen Jahr dienen der Sportregion aktuell als die beste Visitenkarte. Der enorme Ansturm auf die Sportstätten ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte. Die Mannschaften, die im vergangenen Sommer ihre Zelte in der Region aufgeschlagen hatten, dominierten im Anschluss die Wettbewerbe. Wie Emre Almak, der Operationsleiter von Vole Sports Travel, gegenüber der Nachrichtenagentur IHA detailliert darlegte, erwies sich das Höhentraining als echter Titel-Katalysator. So feierte der lokale Klub Erzurumspor FK die Meisterschaft in der Trendyol 1. Lig und packte den Aufstieg in die Trendyol Süper Lig. Auch Bursaspor sicherte sich den Meistertitel in der 2. Liga, während Amed Sportif Faaliyetler die Spielzeit auf dem zweiten Rang abschloss und ebenfalls das Ticket für das Oberhaus löste. Gekrönt wurde die Bilanz durch Trabzonspor, das den Türkischen Pokal gewann, sowie durch den Finalisten TÜMOSAN Konyaspor.
Internationale Spitzenklubs im Anflug: Die zweite Trainingsphase startet
Während die ersten Teams bereits intensiv auf dem Rasen schwitzen, kündigt sich für Mitte Juli die nächste große Reisewelle an. Der Terminkalender auf den Plätzen ist dicht gestaffelt. Momentan absolvieren mit Erzurumspor FK, Amed Sportif Faaliyetler, Caykur Rizespor, Vanspor FK und dem georgischen Vertreter Dinamo Batumi bereits mehrere Profiteams ihre Einheiten vor Ort. Dabei ist der Spielplan für die Testspiele prall gefüllt: Der Gastgeber hat fünf Testspiele vereinbart, während die Konkurrenz aus Rize zwei Partien plant. Vanspor testet drei bis viermal, und das Team aus Diyarbakir wird je nach Zustand der Rasenplätze zwei Vorbereitungsspiele bestreiten. Die zweite große Welle rollt am 16. Juli an. Der Experte Emre Almak erklärte dazu: „Ab dem 16. Juli werden unter anderem Al-Arabi aus Kuwait und Perspolis aus dem Iran nach Erzurum kommen. Zudem stehen wir mit weiteren Vereinen aus Iran und Saudi-Arabien in Kontakt. Wir rechnen mit einem weiteren Anstieg der Teilnehmerzahl. Bei den Profimannschaften erwarten wir etwa 18 bis 20 Trainingslager. Rechnet man Amateurvereine hinzu, dürften insgesamt 28 bis 30 Mannschaften nach Erzurum kommen.“

Flugverbindungen als Wachstumsbremse: Logistische Probleme kosten Top-Vereine
Trotz der perfekten sportlichen Infrastruktur leidet die Region unter einer komplizierten Anreise, was einige Klubs zur Absage zwang. Wo viel Licht ist, gibt es im logistischen Bereich allerdings auch Schatten. Als die derzeit größte und dringendste Herausforderung für den Sportstandort bezeichnete der Reiseexperte die unzureichenden Flugverbindungen in die osttürkische Stadt. Aufgrund dieser Engpässe mussten in den vergangenen Wochen sogar mehrere fest geplante Trainingslager kurzfristig abgesagt werden. So sahen sich namhafte Vereine aus Algerien gezwungen, ihre Buchungen komplett zu stornieren, da sie keine passenden Anschlussflüge über das Drehkreuz Istanbul fanden. Eine ganz ähnliche Problematik verhinderte zudem die Anreise von mehreren interessierten Klubs aus Saudi-Arabien. „Sollten die Flugverbindungen ausgebaut werden, könnten wir deutlich mehr Mannschaften nach Erzurum holen“, stellte Almak mit Blick auf das ungenutzte Potenzial klar.
Mammutprogramm auf den Plätzen: Bis zu 40 Testspiele in Serie geplant
Die Dichte an Profimannschaften sorgt für eine wahre Flut an hochkarätigen Vorbereitungspartien auf den lokalen Sportanlagen. Für das Trainerteam und die Spieler sind die Vergleiche unter Wettkampfbedingungen das Herzstück jeder Saisonvorbereitung. Da fast jede Mannschaft den Wunsch äußert, im Laufe des Aufenthalts zwei oder drei hochkarätige Testspiele gegen direkte Konkurrenten zu bestreiten, generiert die schiere Masse an Klubs ein enormes Pensum. Der Experte rechnet bei rund 20 Profimannschaften mit einer stolzen Anzahl von nahezu 40 Vorbereitungsspielen während des gesamten Sommertrainingslagers. Diese Spiele locken nicht nur Scouts an, sondern bieten den Trainern auch die perfekte Plattform, um taktische Feinheiten unter realen Bedingungen zu testen und die Neuzugänge zu integrieren.

