Vor dem wichtigen Hinspiel in der dritten Qualifikationsrunde der UEFA Europa League beim tschechischen Vertreter Hradec Kralove stellten sich Besiktas-Cheftrainer Vincenzo Italiano und Torhüter Alexander Nübel den Fragen der Pressevertreter. Während der italienische Übungsleiter Klarheit bezüglich des mit Spannung erwarteten Debüts von Neuzugang Leandro Trossard schaffte, warnte der deutsche Schlussmann vor der Physis des Gegners und schwärmte zugleich von der Atmosphäre bei den Schwarz-Weißen.
„Trossard wird morgen nicht spielen“ – Italiano setzt auf Geduld
Im Rahmen der Pressekonferenz im Nevzat-Demir-Trainingszentrum betonte Vincenzo Italiano die Schwere der anstehenden Aufgabe auf europäischem Parkett. „Ich wiederhole mich zwar ständig, aber in Europa gibt es keine einfachen Spiele. Man muss auf jede Partie vorbereitet sein und konzentriert auftreten. Solche Spiele gewinnt man nicht auf dem Papier. Unser Gegner hat sich seinen Platz verdient. Die Ergebnisse aus den ersten Spielen haben unser Selbstvertrauen gestärkt. Dieses Selbstvertrauen wird uns auch in dieser Runde helfen“, analysierte der Coach der Schwarz-Weißen gewohnt gewissenhaft.
Direkt auf eine mögliche Nominierung des belgischen Star-Einkaufs angesprochen, beendete der Trainer jegliche Spekulationen: „Wie ich bereits gesagt habe: Wenn wir diese Runde überstehen wollen, müssen wir klug und reif auftreten. Wir müssen unsere Qualität zeigen und intelligent spielen. Wir haben uns gut auf dieses Spiel vorbereitet. Dieser Charakter wird uns weiterbringen. Ich freue mich sehr, dass Trossard zu uns gestoßen ist. Bisher hat er allerdings erst zwei Trainingseinheiten absolviert. Deshalb wird er im morgigen Spiel nicht dabei sein. Für das Rückspiel werden wir sehen. Trossard wird unserer Mannschaft zusätzliche Qualität verleihen. Ich kann es kaum erwarten, ihn auf dem Platz zu sehen.“
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Großes Potenzial im Kader und Geduld bei Kassoum Ouattara
Der italienische Taktiker verwies zudem auf die positive Entwicklung seiner Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf. „Die Spieler entwickeln sich jeden Tag weiter. Diese Mannschaft verfügt über ein noch viel größeres Potenzial. Niemand kann innerhalb eines Monats perfekt sein, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Es gibt viele positive Signale und ich sehe diese auch auf dem Platz. Vergangene Woche haben wir eine schwierige Hürde überwunden, nun wollen wir auch die nächste meistern. Wir arbeiten daran, qualitativ besser und aggressiver zu werden. Unser Verein möchte in Europa erfolgreich sein, und wir sind bereit, alles dafür zu tun“, blickte der Übungsleiter optimistisch nach vorn.
Auf die personelle Situation von Linksverteidiger Kassoum Ouattara ging der Trainer ebenfalls detailliert ein. Er erläuterte, dass der Außenverteidiger verspätet ins Trainingslager eingetroffen sei und aufgrund einer Verletzung aus der vergangenen Saison zunächst individuell trainieren musste. Schritt für Schritt nähere er sich nun seiner Bestform an. Auf dieser Position verfüge Besiktas mit Ridvan Yilmaz über einen sehr zuverlässigen Akteur, zudem werde auch Yasin Ozcan dort getestet. Die Linksverteidigerposition gehöre zu den am stärksten besetzten Rollen im Kader. Kassoum Ouattara sei noch sehr jung, und sobald die Ligaphase erreicht sei, werde im Zuge der Rotation jeder Spieler seine Einsatzzeiten erhalten.

Alexander Nübel warnt vor Hradec Kralove: „Körperlich bei nahezu 100 Prozent“
Auch der deutsche Schlussmann Alexander Nübel schätzte die Herausforderung im Auswärtsspiel realistisch ein und verwies auf den Spielrhythmus des Gegners. „Uns erwartet ein schwieriges Auswärtsspiel. Wir treffen auf eine Mannschaft, die ihre letzten beiden Spiele gegen Tromsø gewonnen hat. Außerdem hat ihre Liga bereits begonnen. Das erste Ligaspiel haben sie gewonnen, das zweite endete unentschieden. Sie sind früh in die Saison gestartet und daher körperlich bereits bei nahezu 100 Prozent“, mahnte der Torhüter. Er fügte hinzu: „Es wird wirklich schwierig, denn sie setzen den Gegner sehr intensiv unter Druck. Gleichzeitig werden sie viele Flanken schlagen, Torchancen kreieren und mit zahlreichen Spielern in unseren Strafraum nachrücken. Wir treffen auf eine gefährliche Mannschaft, aber wir sind ebenfalls bereit.“
Perfekte Eingewöhnung in Istanbul und Gänsehaut dank der Anhänger
Mit seinem eigenen Einstand bei den Schwarz-Weißen zeigte sich der Keeper mehr als zufrieden. „Sowohl innerhalb der Mannschaft als auch mit dem Trainerteam läuft alles sehr gut. Ich habe zu allen ein gutes Verhältnis aufgebaut und komme mit sämtlichen Mitarbeitern hervorragend zurecht. Vor allem die erste Woche verlief sehr positiv. Ich fühle mich hier sehr wohl. Gleichzeitig haben wir auch sportlich einen guten Start hingelegt. Ich denke, dass wir als Mannschaft unser Tor bislang gut verteidigt haben. Ich habe beide Spiele ohne Gegentor beendet. Das ist für einen Torhüter sehr wichtig, aber ebenso für die gesamte Mannschaft, weil es uns Stabilität für die kommenden Spiele gibt“, zog der Neuzugang eine erste Erfolgsbilanz.
Besonders die Unterstützung auf den Rängen hinterließ bei Alexander Nübel bereits Eindruck. „Wir haben wirklich eine außergewöhnliche Fangemeinde. Unsere Fans sind unglaublich leidenschaftlich. Die Atmosphäre in unserem Stadion war einfach fantastisch. Als ich zum ersten Mal den Rasen betreten habe, bekam ich Gänsehaut. Ich hoffe, dass unsere Fans uns die gesamte Saison über genauso unterstützen werden. Ich bin sehr glücklich, sie hinter uns zu wissen. Wir verfügen über eine großartige Fangemeinde, die auch in ganz Europa bekannt ist“, schwärmte der Deutsche.
Abschließend enthüllte der Schlussmann, dass er vor der Unterschrift in Istanbul auch den Rat eines früheren Beşiktaş-Profis eingeholt hatte. Seine Familie habe sich die Stadt vorab genau angesehen. Man habe um die Größe dieses Klubs gewusst, was einer der Hauptgründe für den Wechsel gewesen sei. Zudem habe er vorab mit Andreas Beck gesprochen, um dessen Erfahrungen zu erfragen. Dieser habe ihm berichtet, eine großartige Zeit mit vielen emotionalen Momenten erlebt zu haben, weshalb der Torwart nun voller Vorfreude auf die kommenden Aufgaben blicke.


