Historische 900-Tore-Schranke durchbrochen: Entfesselte Türkei überrollt Nordmazedonien im WM-Härtetest
Die türkische Nationalmannschaft hat ein dickes Ausrufezeichen im Rahmen ihrer ersten Vorbereitungsphase auf die anstehende Weltmeisterschaftsendrunde in den USA, Kanada und Mexiko gesetzt. Im traditionsreichen Fenerbahce-Sükrü-Saracoglu-Sportkomplex-Chobani-Stadion in Istanbul feierte die Auswahl einen deutlichen, völlig ungefährdeten 4:0-Erfolg gegen die Auswahl aus Nordmazedonien. Das hochmotivierte Team von Nationaltrainer Vincenzo Montella legte einen regelrechten Blitzstart hin und überzeugte vor allem durch ein taktisch interessantes Experiment in der vordersten Front. Dieses Testspiel ging zeitgleich als historisches 650. Länderspiel in die Geschichte der Milli Takim ein. Durch den torreichen Abend knackte der Verband zudem die historische Marke von 900 Länderspieltoren (901) in seiner mittlerweile 103-jährigen Verbandsgeschichte.
Taktischer Geniestreich mit der Doppelspitze und das emotionale Kadiköy-Comeback
Der Coach der türkischen Auswahl überraschte die Expertenwelt und die Zuschauer bereits vor dem Anpfiff mit einer radikal veränderten Aufstellung. Im Vergleich zur vorangegangenen Partie gegen den Kosovo nahm der Italiener stolze neun Änderungen in seiner Startformation vor. Unter anderem rückten Ozan Kabak und Orkun Kökcü, die beim letzten Auftritt noch pausiert hatten, wieder von Beginn an in das Team. Auf der anderen Seite blieben Akteure wie Ugurcan Cakir, Ersin Destanoglu, Abdülkerim Bardakci, Ahmetcan Kaplan, Ferdi Kadioglu, Mustafa Eskihellac, Atakan Karazor, Kenan Yildiz und Kerem Aktürkoglu diesmal über die gesamte Distanz ohne Einsatzzeit auf der Bank.
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Besonders bemerkenswert war die taktische Ausrichtung, da Vincenzo Montella mit einer ungewohnten, offensiven Doppelspitze operieren ließ. Dies kam durchaus unerwartet, da gerade das Sturmzentrum gemeinhin als die aktuell größte Baustelle innerhalb des Kaders gilt. Das Vertrauen in das junge Sturm-Duo zahlte sich jedoch vollends aus. Zudem markierte die Begegnung eine emotionale Rückkehr für die gesamte Nation. Nach einer quälend langen Abstinenz von exakt 1.697 Tagen spielten die Rot-Weißen endlich wieder im legendären Stadtteil Kadiköy. Zuletzt hatte die Mannschaft dort am 8. Oktober 2021 im Rahmen der Qualifikation für die WM 2022 gegen Norwegen auf dem Rasen gestanden.

Furiose erste Halbzeit und früher Doppelpack schockt Nordmazedonien
Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr und erzeugten direkt mit dem Anpfiff enormen Druck. Bereits in der ersten Spielminute setzte der Frankfurter Can Uzun nach einem feinen Zuspiel seines Sturmpartners Deniz Gül aus dem linken Strafraumwinkel ein erstes dickes Ausrufezeichen, als sein wuchtiger Abschluss von der Querlatte zurück ins Feld sprang. Nur wenige Sekunden später, in der zweiten Minute, durften die türkischen Fans das erste Mal jubeln. Nach einer scharfen Hereingabe von Oguz Aydin über die rechte Außenbahn lauerte Orkun Kökcü auf Höhe des Elfmeterpunktes und hämmerte das Leder unhaltbar zur frühen 1:0-Führung ins kurze Eck.
Die Drangphase hielt weiter an, und das Team drängte unaufhaltsam auf den nächsten Treffer. In der 16. Minute war es schließlich der agile Uzun selbst, der nach einer maßgenauen Vorlage von Linksverteidiger Eren Elmali im gegnerischen Strafraum auftauchte. Sein präziser Schuss auf das kurze Eck schlug mit Hilfe des Innenpfostens im Netz ein, da Nordmazedoniens Torhüter Stole Dimitrievski den Einschlag zum 2:0 nicht mehr verhindern konnte. Kurz vor dem Pausenpfiff, in der 44. Minute, musste der aufmerksame türkische Schlussmann Altay Bayindir das einzige Mal ernsthaft eingreifen, als er einen gefährlichen Schuss von Ezgjan Alioski aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex parierte.

Torjäger Deniz Gül erhöht per Kopf und Baris Alper Yilmaz setzt den Schlusspunkt
Einziger Wermutstropfen an diesem ansonsten perfekten Fußballabend war die verletzungsbedingte Auswechslung von Linksverteidiger Elmali. Der Abwehrspieler verletzte sich in der 27. Minute so schwer, dass er die Partie vorzeitig abbrechen musste. Zur Sicherheit wurde er noch vor der geplanten Abreise der Nationalmannschaft in ein nahegelegenes Krankenhaus transportiert, um sich eingehenden medizinischen Untersuchungen zu unterziehen. Auf dem Platz ließ sich die Mannschaft davon jedoch nicht beirren und kontrollierte das Geschehen im zweiten Durchgang nach Belieben.
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Aufstellungen
Türkei: Bayindir (63. Sengezer) – Müldür (88. Calhanoglu), Kabak (46. Akaydin), Söyüncü (63. Demiral), Elmali (27. Celik) – Özcan (62. Tinaz), Kökcü (46. Ayhan), Akgün (46. Kahveci), Aydin (62. Güler) – Gül (62. Yilmaz), Uzun (63. Simsir)
Nordmazedonien: Dimitrievski (66. Taleski) – Zajkov (46. Serafimov), Velkovski (46. Churlinov), Fetai (46. Manev) – Despotovski (46. Musliu), Elezi (66.) Dodev), Atanasov (46. Emini), Alioski (66. Nikolov), Elmas (74. Rastoder), – Omeragikj (66. Alomerovic), Miovski (46. Ristovski)
Tore: 1:0 Kökcü (2.), 2:0 Uzun (16.), 3:0 Gül (53.), 4:0 Yilmaz (70.)
Gelbe Karten: Fetai (Nordmazedonien)


