Vincenzo Montella: „Ich versuche auch, für die Zukunft vorzusorgen“
Nach dem deutlichen und spielerisch überzeugenden 4:0-Erfolg der türkischen Nationalmannschaft im Testspiel gegen Nordmazedonien im Fenerbahce Sükrü Saracoglu Sportkomplex Chobani-Stadion herrschte in den Katakomben des Stadions große Zufriedenheit. Nationaltrainer Vincenzo Montella nutzte die anschließende Pressekonferenz für eine tiefgehende Analyse der Partie und legte dabei schonungslos den aktuellen Leistungsstand sowie seine langfristige Philosophie offen. Der Italiener machte deutlich, dass dieser Test ein essenzieller Baustein für das bevorstehende WM-Turnier war, bei dem vor allem die nachrückende Generation eine Schlüsselrolle einnimmt.
Taktische Parallelen zum WM-Auftaktgegner Australien
In der Medienrunde wurde der Coach direkt auf den spielerischen Nutzen des Gegners angesprochen und gefragt, ob die mazedonische Auswahl strategische Ähnlichkeiten zum kommenden WM-Gruppengegner aufweise. Vincenzo Montella stimmte dem im Kern zu und erklärte detailliert: „Keine Mannschaft ist genau gleich, aber es gibt Ähnlichkeiten. Da wir wissen, dass Australien ebenfalls mit einer Fünferkette spielen wird, haben wir uns auf Mazedonien vorbereitet. In diesem Spiel war es für uns sehr wichtig, mit Tempo zu spielen. Es hat mich gefreut, die Ernsthaftigkeit meiner Spieler zu sehen.“ Durch die hohe Laufbereitschaft und das schnelle Umschaltspiel konnte die Milli Takim den mazedonischen Abwehrriegel ein ums andere Mal erfolgreich aushebeln.
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Sorgenkinder im Kader und der Wettlauf gegen die Zeit
Trotz des torreichen Abends blickt der italienische Taktiker mit einer gehörigen Portion Realismus auf die kommenden zwei Wochen bis zum ersten Turnierspiel. Einige Leistungsträger hinken ihrer absoluten Spitzenform noch hinterher, was dem Trainer im Hinblick auf die physische Belastung Sorgen bereitet. Laut den Ausführungen des Nationaltrainers müssen Topstars wie Kenan Yildiz, Hakan Calhanoglu und Kerem Aktürkoglu erst noch ihren Rhythmus finden. Auch Real-Madrid-Profi Arda Güler gehört zu diesem Kreis, wobei der Trainer betonte, dass man heute eine sehr wichtige halbe Stunde von ihm gesehen habe. Noch kritischer stellt sich die Situation in der Defensive dar, da Ferdi Kadioglu mit einer leichten Verletzung angereist ist und man ihn folglich noch überhaupt nicht am Mannschaftstraining hat teilnehmen lassen können.
Montella betonte unmissverständlich, dass man die verbleibende Zeit intensiv nutzen müsse: „Bis zu unserem ersten Spiel haben wir noch Zeit. Wir werden versuchen, ihre Kondition auf fast 100 Prozent zu bringen. Ich hoffe, dass alle 100 Prozent fit werden, aber bei einigen Spielern müssen wir abwarten, ob es klappt oder nicht.“ Angesichts der bevorstehenden klimatischen Bedingungen bei den kommenden Stationen in den Vereinigten Staaten zeigte sich der Coach hingegen pragmatisch. Er stellte klar, dass dies etwas sei, woran man sich sofort gewöhnen müsse, und versicherte zeitgleich, dass sich das Team so schnell wie möglich bestmöglich vorbereiten werde.

Keine Überraschung durch Can Uzun und Deniz Gül
Die größte Erleichterung brachte dem Trainer die Leistung der jungen Garde, die im Angriff wirbelte. Die Integration von Neulingen wie Deniz Gül, Aral Simsir und Can Uzun verlaufe absolut nach Plan. Auf der Pressekonferenz hielt der Coach fest: „Es gab keine Überraschungen. Wir wussten, dass sie diese Leistung bringen würden. Sie haben langsam begonnen, sich in unsere Mannschaft zu integrieren. Wir freuen uns besonders für sie.“
Dass dieser Verjüngungsprozess kein Zufall, sondern Teil einer klaren Strategie ist, untermauerte der erfahrene Fußballlehrer im weiteren Verlauf des Gesprächs. Bei der Festlegung der jeweiligen Spielstrategien berücksichtige er stets die spezifischen Stärken aller Akteure, wodurch man von Spiel zu Spiel variieren könne. Wie der Trainer auf der von Anadolu Ajansi begleiteten Medienrunde ausführte, wolle er mit diesen Nominierungen ganz bewusst das Fundament für die kommenden Jahre legen: „Ich versuche auch, für die Zukunft vorzusorgen. Ich weiß, wie wichtig es ist, jungen Spielern eine Chance zu geben. Can habe ich schon in der zweiten Liga nominiert. Wir müssen auch die Zukunft sichern. Wir müssen unsere Spieler integrieren. Can Uzun und Deniz Gül haben angefangen, gut mit dem Team zusammenzuspielen und zu harmonieren. Ich glaube an sie, sonst wären sie nicht hier.“
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Voller Fokus auf die Nationalmannschaft und Absage an Wechselgerüchte
Zum Abschluss der Medienrunde setzte der Italiener ein deutliches Zeichen der Loyalität und erstickte jegliche Spekulationen über ausländische Angebote oder eine vorzeitige Beendigung seines Engagements im Keim. Seine gesamte Energie gehöre dem Verband, und er dulde keinerlei Ablenkung während dieser entscheidenden Phase. Der Trainer sprach Klartext bezüglich seiner beruflichen Zukunft: „Mein einziger Gedanke ist die Nationalmannschaft. Meine ganze Energie und mein Fokus gelten dem Nationalteam. Ich habe es auch meinem Manager gesagt: Wenn jemand anruft, soll er mir nichts bringen. Mein einziger Gedanke ist die Nationalmannschaft.“ Mit dieser klaren Ansage nimmt der Coach jeglichen Störfeuer-Druck von der Mannschaft, bevor es für das Team zum nächsten Härtetest am 7. Juni nach Miami gegen Venezuela geht.


1 Kommentar
Oh mein Gott, das wird ja lustig bei der WM diesen ganzen Mannschaften zuzusehen die mit einer 5er Abwehrkette spielen, ich werde mir diesen ganzen Antifussball jedenfalls nicht antun ich bin zu alt für diesen Scheiss…