TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu enthüllt ambitionierte Pläne: Eine Weltmeisterschaft in der Türkei und der radikale Kampf gegen Korruption
Kurz vor dem Start der mit Spannung erwarteten Weltmeisterschaft 2026 hat sich der amtierende TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu in einem weitreichenden und emotionalen Exklusiv-Interview umfassend zur aktuellen Lage des türkischen Fußballs geäußert. Der Verbandschef ließ dabei tief in seine persönliche Vision blicken und sparte weder an Lob für das aktuelle Nationalteam noch an deutlichen Warnungen in Richtung korrupter Machenschaften im Hintergrund. Neben sportlichen Zielen skizzierte das Verbandsoberhaupt ein großes, zukunftsweisendes Vorhaben für das gesamte Land und stärkte gleichzeitig der sportlichen Leitung der Landesauswahl demonstrativ den Rücken.
Volles Vertrauen in Vincenzo Montella und die goldene Generation
Im Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TRT Spor fand der TFF-Präsident emotionale Worte für das intakte Innenleben der Landesauswahl. Die Stimmung im Team sei hervorragend, was vor allem ein Verdienst des aktuellen Trainerstabs sei. Der Verbandschef betonces ausdrücklich: „Das Umfeld in der Nationalmannschaft ist sehr gut. Wir sind jung und haben eine goldene Generation. Montella ist die Person, die dieses familiäre Umfeld geschaffen hat. Vincenzo Montella ist ein großartiger Mann! Manchmal kritisieren Menschen, sie können das Richtige kritisieren. Ich denke, unser Trainer wird noch lange hier sein. Im Namen der türkischen Nation danke ich ihm.“ Das Ziel sei es, die Auswahl fest unter den führenden Nationen zu etablieren. Man müsse zwingend an jeder Europameisterschaft und Weltmeisterschaft teilnehmen und eine echte Turniermannschaft werden. Er glaube fest daran, dass dieses Team dies in drei, vier Jahren gemeinsam mit dem italienischen Übungsleiter schaffen wird, indem sie kontinuierlich zusammenspielen.

Auch seine persönliche Rückkehr in die Funktionärsebene verknüpfte der Verbandspräsident mit einem großen Versprechen, das auf einem familiären Ereignis beruht. Er gestand offen ein, dass er zeitweise die Lust am Sport verloren hatte und nach seinem Ausscheiden aus der Präsidentschaft bei Trabzonspor sogar zehn Opfer geschlachtet habe, um mit diesem Kapitel abzuschließen. Doch dann sei er durch seine daughter umgestimmt worden, die ihn aufforderte, Präsident zu werden und den Weltmeistertitel ins Land zu holen. Nun hoffe er inständig, dass die Mannschaft als Champion von der Endrunde zurückkehren wird, da die Spieler zweifellos das Potenzial dazu besäßen. Bezüglich der logistischen Vorbereitungen für das anstehende Turnier erklärte er, dass das endgültige Camp aufgrund der absolvierten Playoffs etwas später eingerichtet wird, man bei den Hotels und Trainingseinrichtungen jedoch exakt die von den Technikern geforderten Standards der FIFA umgesetzt habe.
Die Vision einer Heim-Weltmeisterschaft und finanzielle Reformen
Neben dem sportlichen Erfolg beim bevorstehenden Turnier im Ausland verfolgt das Verbandsoberhaupt ein gigantisches organisatorisches Ziel für die Zukunft. Es sei sein absoluter Traum, eine Weltmeisterschaft-Organisation in die Türkei zu holen, wobei er betonte, dass das Land eine solche Großveranstaltung problemlos und ohne Partner im Alleingang stemmen könne. Finanziell sieht er den Verband für solche Aufgaben bestens gerüstet. Zum ersten Mal stehe die Föderation auf einer wirtschaftlichen Achse von mehr als fünf Milliarden plus, nachdem zuvor eine Bilanz von über 680 minus im Raum stand. Nach intensiver Aufarbeitung mit dem Finanzdirektor seien die internen Probleme im Haus nun vollständig behoben worden.
Um die heimische Liga nachhaltig zu stärken und die Chancengleichheit zu fördern, kündigte der Präsident zudem eine radikale Reform bei der Verteilung der TV-Gelder an, die sich an den großen europäischen Vorbildern orientiert. Er stellte klar, dass in den fünf großen Ligen in Europa kein separater finanzieller Anteil mehr für die historische Meisterschaft vergeben wird. Daher sei auch der türkische Verband nun zu einer absolut gleichen Verteilung übergegangen und habe den sogenannten Meisterschaftsanteil komplett gestrichen. Diese finanzielle Umstrukturierung werde insbesondere den kleineren anatolischen Klubs wie ein lebensrettendes Wasser zugutekommen und deren wirtschaftliches Überleben sichern.

Radikaler Kampf gegen Wettbetrug und das Ende der Ausländer-Müllhalde
Besonders energisch präsentierte sich der TFF-Präsident beim Thema Integrität und kündigte eine kompromisslose Aufarbeitung von Wett- und Manipulationsverdachtsfällen an. Gemeinsam mit dem Innenminister und den zuständigen Staatsanwälten werde zwei- bis dreimal pro Woche intensiv an den Ermittlungen gearbeitet. Zu den im Raum stehenden Spekulationen fand er eine unmissverständliche und scharfe Formulierung: „Nach der WM warten bei uns keine Spieler mehr darauf, gehandelt zu werden! Spieler, Manager, Masseur, Arzt, Trainer – wir haben alle Dateien erstellt. Ich sagte, dass die Manager und die Präsidenten zu den Akten kommen werden. Name fast 5.000. Wir werden unseren Prozess fortsetzen, nachdem seine Informationen eingetroffen sind. Wir haben das Dokument und warten auf die WM? Gehen wir mit schmutzigen Leuten zur WM?“ Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Namen in der kommenden Woche und dem Eintreffen der restlichen Buchmacher-Akten werde der offizielle Antrag bei Spor Toto eingereicht. Die zuständigen Gremien arbeiten hierbei absolut akribisch.
Ein weiteres großes Anliegen ist ihm die Reduzierung von ausländischen Spielern minderer Qualität, um den eigenen Talenten den Weg zu ebnen. Er forderte insbesondere die Vereinspräsidenten der vier großen Traditionsklubs auf, ihre alten Gewohnheiten endlich abzulegen, da der Verband eine Verantwortung gegenüber dem Land trage und ausschließlich dem Markenwert des Fußballs diene. Er stellte klar, dass die aktuelle Ausländerregelung keine spontane Entscheidung sei, sondern bereits im Vorjahr kommuniziert wurde. Ein Festhalten an einer 12+4-Regelung lehne er strikt ab, da dieses Land endlich die ausländische Müllhalde loswerden müsse, die die Vereine nur in die Verschuldung treibe. Als positive Gegenbeispiele für den Erfolg junger Talente nannte er den internationalen Durchbruch von Akteuren wie Lamine Yamal oder den türkischen Toptalenten Arda Güler und Kenan Yildiz. Man habe niemandem eine Aufweichung der Regeln versprochen und werde diesen konsequenten Kurs zum Wohle der eigenen Jugend unumstößlich beibehalten.



1 Kommentar
Wie sollen denn die 3 große aus Istanbul ohne Einschüchterung, Wettmafia und Co. überhaupt gewinnen? ^^