Das goldene Finish in Riad: Die gelb-blau-weißen Kanarienvögel der Wüste stürmen mit einem Offensivfeuerwerk zum elften Championat der Vereinshistorie und erlösen ihren portugiesischen Weltstar
Die Entscheidung im packenden Titelrennen der arabischen Halbinsel ist endgültig gefallen, und die Hauptstadt Riad versinkt in einem Meer aus Ekstase. In einer hochdramatischen Schlussphase der Saudi Pro League hat der von Starcoach Jorge Jesus, der zurzeit mit einer Rückkehr zu Ex-Klub Fenerbahce in Verbindung gebracht wird, taktisch brillant eingestellte Spitzenklub Al-Nassr FC die Meisterschaft perfekt gemacht. Mit einem fulminanten 4:1-Erfolg gegen Damac FC im heimischen, stimmungsvollen Al-Awwal Park ließ das Team am letzten Spieltag keinerlei Zweifel mehr an den Titelansprüchen aufkommen. Für den alterlosen Ausnahmekönner und Mannschaftskapitän Cristiano Ronaldo markiert dieser Triumph einen historischen Meilenstein, da er nun endlich seine erste lang ersehnte Meisterschaft in dieser Liga in den Händen hält.
Nachdem man den Matchball in der Vorwoche im hitzigen Stadtderby durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit (90.+8 Minute) noch unglücklich verpasst hatte, zeigte sich das Starensemble vor den eigenen Anhängern von Beginn an extrem fokussiert. Den Torreigen eröffnete der senegalesische Angreifer Sadio Mane, der in der 34. Minute goldrichtig stand und zur umjubelten 1:0-Führung einschoss. Im zweiten Durchgang erhöhte der französische Flügelstürmer Kingsley Coman in der 52. Minute nach einem sehenswerten Solo über die rechte Außenbahn auf 2:0, indem er den Ball eiskalt am Elfmeterbogen versenkte. Obwohl die Gäste nach einer VAR-Intervention per Strafstoß in der 58. Minute noch einmal auf 1:2 herankamen, sorgte der Kapitän persönlich für die postwendende Antwort. Per direktem Freistoß aus extrem spitzem Winkel hämmerte Cristiano Ronaldo das Spielgerät in der 63. Minute in die Maschen, bevor er in der 81. Minute mit seinem zweiten persönlichen Treffer des Tages den 4:1-Endstand besiegelte. Durch diesen Erfolg schraubten die Schützlinge des portugiesischen Trainers ihr Punktekonto auf phänomenale 86 Punkte und krönten sich hochverdient zum neuen Champion.

Ungeschlagener Vizemeister im Rückspiegel und die nächste Sternstunde des portugiesischen Taktikfuchses
Der Triumph gewinnt noch deutlich mehr an Glanz, wenn man den epischen Saisonverlauf des schärfsten Verfolgers betrachtet. Der ewige Rivale Al-Hilal SFC, der zeitgleich antrat und bis zum Schluss auf einen Ausrutscher lauerte, feierte zwar einen souveränen Auswärtssieg gegen Al-Fayha, musste sich jedoch trotz einer sensationellen Ausbeute von 84 Punkten mit dem zweiten Platz begnügen. Die Mannschaft, die vom italienischen Taktiker Simone Inzaghi angeleitet wird und in deren Defensivreihen auch der türkische Nationalspieler Yusuf Akcicek steht, legte mit 25 Siegen und neun Unentschieden eine komplett ungeschlagene Spielzeit hin, was die außergewöhnliche Qualität dieses Meisterschaftsrennens unterstreicht.

Ein ganz wesentlicher Baumeister dieses gelb-blauen Erfolges steht an der Seitenlinie und zementiert seinen Ruf als absoluter Titelsammler im internationalen Fußball. Für den Trainerfuchs Jorge Jesus, der in der Saison 2022/23 auch in der Trendyol Süper Lig für Fenerbahce an der Seitenlinie stand, ist dies bereits der zweite Meistertitel in den vergangenen drei Jahren auf arabischem Boden, nachdem er zuvor bereits mit Al-Hilal die Liga anführte. Erst im Juli 2025 hatte der Portugiese das Zepter bei Al-Nassr FC übernommen und formte das hochkarätig besetzte Starensemble in seiner allerersten Spielzeit direkt zu einer unaufhaltsamen Einheit, die den begehrten Pokal zurückeroberte.

Das Ende der sechsjährigen Durststrecke und das historische Torkonto des 41-jährigen Phänomens
Für den Klub aus Riad markiert dieser Triumph das Ende einer schmerzhaften sportlichen Durststrecke im nationalen Oberhaus. Nach immensen finanziellen Investitionen in den vergangenen Jahren ist es dem Verein nach exakt sechs Spielzeiten wieder gelungen, den Thron der Pro League zu besteigen, nachdem man letztmals in der Saison 2018–2019 die Meisterschaft bejubeln durfte. Es ist der insgesamt elften Meistertitel in der ruhmreichen Geschichte von Al-Nassr FC, womit man sich in der ewigen Rangliste weiter etabliert, in der Al-Hilal mit 21 Titeln führt, gefolgt von Al-Ittihad Club mit 14 und dem zweitefachen Asia Champions League-Sieger mit Merih Demiral, Al-Ahli SFC mit neun Championaten. Neben dem Superstar aus Madeira Ronaldo feierten auch namhafte Profis wie Joao Felix, Marcelo Brozovic, Kingsley Coman und Sadio Mane ihre Premieren-Meisterschaft im gelb-blauen Dress.
Mit nunmehr 41 Jahren fügte Cristiano Ronaldo seiner beispiellosen Titelsammlung ein weiteres prestigeträchtiges Kapitel hinzu. Seit seinem spektakulären Wechsel Anfang 2023 ist dies sein erster Liga-Titel in Saudi-Arabien, nachdem er zuvor am 12. August 2023 lediglich die Arab Clubs Championship gewinnen konnte. Der Ausnahmestürmer hat damit das seltene Kunststück vollbracht, in vier verschiedenen Ländern die nationale Meisterschaft zu erringen, was ihm zuvor bereits mit Manchester United in der englischen Premier League, mit Real Madrid in der spanischen La Liga sowie mit Juventus Turin in der italienischen Serie A gelang. Dass sein Torinstinkt auch im hohen Fußballalter vollkommen unantastbar bleibt, belegen die nackten Zahlen dieser historischen Saison.

In den insgesamt 34 Ligaspielen präsentierte sich die Offensivabteilung des neuen Meisters in absoluter Bestform und feuerte stolze 91 Tore in die gegnerischen Gehäuse, während die eigene Abwehrreihe lediglich 28 Gegentreffer zuließ. Unumstrittener Fixpunkt und Torschützenkönig des gesamten Kaders wurde dabei wieder einmal Cristiano Ronaldo, der in 30 Saisoneinsätzen sage und schreibe 28 Ligatore erzielte. Flankiert wurde er von seinem kongenialen Landsmann Joao Felix, der mit 20 Toren und 13 Assists eine überragende Spielzeit absolvierte. Auch die Flügelzange bestehend aus Kingsley Coman (10 Tore und 10 Vorlagen) sowie Sadio Mane (10 Treffer und 5 Assists) lieferte verlässlich ab. Der portugiesische Superstar schraubte sein saudi-arabisches Torkonto damit auf insgesamt 129 Treffer, während das alles entscheidende Tor am Meisterschaftsabend gleichzeitig das sage und schreibe 973. Tor seiner Profikarriere bedeutete.


