Meilenstein der Vereinsgeschichte von emotionalen Worten begleitet: Der amtierende Klubchef zieht eine erfolgreiche Bilanz einer kurzen Amtszeit
Beim Istanbuler Traditionsverein Fenerbahce überschlagen sich in diesen Tagen die Ereignisse zwischen sportlichem Triumph und weitreichenden personellen Weichenstellungen für die nähere Zukunft. Die Frauenfußball-Mannschaft des Klubs, die sich bereits zwei Wochen vor dem Saisonende vorzeitig den Titel in der Turkcell Frauen-Fußball Süper Lig gesichert hatte, feierte am 29. Spieltag ein furiose Gala. Im Heimspiel demütigten die Istanbulerinnen den Ünye Kadin Sporklub mit einem fulminanten 8:0-Kantersieg und untermauerten damit eindrucksvoll ihre absolute Vormachtstellung. Unmittelbar nach diesem geschichtsträchtigen Erfolg, bei dem der Klub zum ersten Mal in seiner gesamten Vereinsgeschichte die Meisterschaft im Frauenfußball erringen konnte, trat Vereinspräsident Sadettin Saran vor die Mikrofone der wartenden Pressevertreter, um emotionale und zugleich richtungsweisende Erklärungen abzugeben.
Der Fokus der sportlichen Öffentlichkeit richtete sich bei diesem Auftritt rasch auf die anstehende außerordentliche Wahl zur Generalversammlung am 6. und 7. Juni, bei welcher die politische Zukunft des Klubs neu geordnet wird. Der amtierende Klubchef, der bei den kommenden Präsidentschaftswahlen überraschend nicht mehr als Kandidat antreten wird, zog eine äußerst positive Bilanz seiner ereignisreichen Amtsperiode. Er zeigte sich zutiefst stolz über die Entwicklung des gesamten Vereinskonstrukts in den vergangenen Monaten. „Wenn wir einen weiteren Pokal gewinnen, sind wir meiner Meinung nach der Vorstand, das die meisten Trophäen gewonnen hat. Es diese sieben Monate vergingen so schnell. Wir haben ein schönes Team aufgebaut. Wir haben Tag und Nacht gearbeitet“, resümierte der sichtlich bewegte Funktionär den immensen persönlichen und zeitlichen Einsatz seiner gesamten Vorstandskollegen für den sportlichen Erfolg.

Ein geordneter Rückzug im Zeichen der unerschütterlichen Loyalität zur Vereinsfamilie
Der Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der anstehenden Wahl im Juni wirft in der türkischen Sportlandschaft verständlicherweise viele Fragen auf, doch der Vereinschef bemühte sich vehement darum, jegliche Spekulationen über interne Zerwürfnisse oder persönliche Eitelkeiten im Keim zu ersticken. Er stellte unmissverständlich klar, dass sein Handeln und das seiner Mitstreiter einzig und allein dem Wohl der großen gelb-marineblauen Fangemeinde untergeordnet sei. Der Klubchef betonte, dass der Abschied von den offiziellen Ämtern keineswegs ein Ende der Unterstützung bedeute, sondern vielmehr Platz für ein neues Kapitel mache.
In seinen abschliessenden Ausführungen wählte der scheidende Vereinspräsident Worte voller Pathos, um die unzertrennliche Einheit innerhalb der Vereinsfamilie von Fenerbahce zu beschwören und dem kommenden Vorstand eine harmonische Übergabe zu garantieren. Er unterstrich die Bedeutung des kollektiven Zusammenhalts über einzelne Personen hinweg und gab zu Protokoll: „Niemand geht hier als Sadettin-Anhänger. Wir alle arbeiten für Fenerbahce. Wir werden diejenigen unterstützen, die nach uns kommen.“ Mit diesem deutlichen Treuebekenntnis verabschiedet sich die aktuelle Klubführung nach einer kurzen, aber historisch erfolgreichen sieben monatigen Amtszeit vom operativen Geschäft und übergibt einen sportlich wie strukturell bestens bestellten Rasen an die zukünftige Administration.


