Wahnsinn in der Nachspielzeit: Ernest Muci bugsiert Trabzonspor ins Pokalfinale
Die Spannung im türkischen Pokal erreichte ihren Siedepunkt, als Trabzonspor im Halbfinale auswärts auf Genclerbirligi traf. In einer packenden Begegnung, die bis zur letzten Sekunde auf Messers Schneide stand, feierte die „Firtina“ ein spektakuläres Comeback. Nachdem die Mannschaft zunächst in Rückstand geraten war, sicherte sich der Finalist der letzten beiden Jahre durch einen 2:1-Sieg den Einzug ins Endspiel. Mann des Abends war zweifellos Ernest Muci, der in der 90.+2 Minute mit einem eleganten und fantastischen Distanzschuss für die Entscheidung sorgte. Damit steht fest, dass Trabzonspor am Freitag, dem 22. Mai, in Antalya gegen TÜMOSAN Konyaspor um die begehrte Trophäe kämpfen wird.
Eryaman-Stadion bebt: Genclerbirligi schnuppert an der Sensation
Vor einer Kulisse von 20.000 Zuschauern im prall gefüllten Eryaman-Stadion in Ankara entwickelte sich von Beginn an ein hart umkämpftes Spiel. Die Fans von Genclerbirligi, die nach 15 Jahren wieder ein Halbfinale bestritten, peitschten ihre Mannschaft unaufhörlich nach vorne. In der 62. Minute schien die Sensation greifbar, als Erk Arda Aslan das Heimteam mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze in Führung brachte. Trabzonspor rannte in der Folge verzweifelt an, wobei frühe Chancen durch Paul Onuachu und Ernest Muci ungenutzt blieben. Die Wende leitete schließlich ein Eigentor von Arda Cagan in der 78. Minute ein, der eine scharfe Ecke von Muci unglücklich ins eigene Netz abfälschte.
Das Spiel schien bereits auf eine Verlängerung zuzusteuern, doch Ernest Muci hatte andere Pläne. In der Nachspielzeit fasste sich der albanische Nationalspieler ein Herz und versenkte den Ball quer durch den Strafraum im Gehäuse. Die mitgereisten Fans aus Trabzon, denen der gesamte Bereich hinter dem Tor zugewiesen worden war, verwandelten das Stadion in ein blau-rotes Fahnenmeer. Ein starkes Zeichen setzten beide Teams bereits vor dem Anpfiff, als sie mit einem Transparent gegen Beleidigungen im Fußball das Spielfeld betraten.
Antrag an den Verband: Trabzonspor fordert Stadionwechsel für das Finale
Trotz der großen Freude über den sportlichen Erfolg sorgt der Austragungsort des Finales bereits unmittelbar nach Spielende für Diskussionen. Die Vereinsführung der „Bordo-Mavili“ hat beschlossen, bei der TFF offiziell Einspruch gegen Antalya als Spielort einzulegen. Laut einem Bericht von 61 Saat strebt Trabzonspor einen Antrag auf Stadionwechsel an. Ziel sei es, einen Standort zu finden, der von beiden Städten – Trabzon und Konya – gleich weit entfernt ist, um faire Bedingungen für die Fanlager beider Mannschaften zu gewährleisten.
Die Vereinsführung betont, dass die Motivation der Mannschaften und die Beteiligung der Fans nicht durch ungleiche Anreisen beeinträchtigt werden dürfen. Man wünscht sich ein Stadion, in dem die Spannung des Finales ausgewogen erlebt werden kann, ohne dass logistische Hürden die Fans ausbremsen. Nun liegt der Ball beim Türkischen Fußballverband. Es wird erwartet, dass die TFF den Antrag zeitnah prüft und eine endgültige Entscheidung bekannt gibt wird, ob das Duell gegen Konyaspor tatsächlich wie geplant um 19:45 Uhr (MEZ) in Antalya angepfiffen wird oder ein neuer Schauplatz gesucht wird.
Aufstellungen
Genclerbirligi: Erentürk – Üzüm, Aydar, Celik, Hanousek – Diabate, Aslan (74. Tongya), Onur, Özcan (90.+1 Canak), Gürpüz – Kemaloglu (82. Dele-Bashiru)
Trabzonspor: Onana – Pina, Malkocoglu, Nwaiwu, Lovik (65. Tufan) – Oulai (90.+7 Baskan), Bouchouari, Zubkov (65. Nayir), Muci, Nwakaeme (65. Augusto) – Onuachu
Tore: 1:0 Aslan (62.), 1:1 Celik (78./ET), 1:2 Muci (90.+2)
Gelbe Karten: Onur, Aslan, Üzüm, Özcan, Dele-Bashiru (Genclerbirligi) – Bouchouari, Tufan, Muci (Trabzonspor)


