Logik auf dem Rasen: Warum Christ Inao Oulai bei Trabzonspor wie ein Mathematiker denkt
Der junge Mittelfeldakteur Christ Inao Oulai sorgt bei Trabzonspor nicht nur durch seine sportlichen Leistungen für Aufsehen, sondern auch durch seine ungewöhnliche Sichtweise auf das Spiel. In der aktuellen 239. Ausgabe des Trabzonspor Magazins gab der talentierte Fußballer tiefe Einblicke in seine Persönlichkeit und verriet, dass er eine Karriere als Mathematiker angestrebt hätte, wäre er kein Profisportler geworden. Diese Leidenschaft für Zahlen nutzt er heute auf dem Spielfeld: Er berechnet ständig Abstände, antizipiert, wie er den Ball bekommt und wie er ihn am besten weiterspielt. „Mathematik hilft bei all dem. Junge Leute gehen zur Schule. Schule ist wichtig“, betonte Oulai im Interview. Sein Wechsel an die Schwarzmeerküste war dabei eine bewusste Entscheidung für ein langfristiges Projekt, da Trabzonspor verstärkt auf junge Spieler setzt und ihnen das nötige Vertrauen schenkt.
Anpassung an Klima und Härte der Süper Lig
Der Weg von der Elfenbeinküste über Frankreich nach Trabzon war für den achtmaligen ivorischen Nationalspieler mit einigen Herausforderungen verbunden. Besonders das kalte Wetter in der Türkei bereitete ihm anfangs Schwierigkeiten, doch mittlerweile hat er sich vollständig akklimatisiert. Die Liebe der Fans in der Fußballstadt Trabzon dient ihm dabei als enorme Motivationsquelle; die treibende Energie im Stadion spornt ihn zu Höchstleistungen an. Interessanterweise empfindet Christ Inao Oulai die körperliche Härte der Trendyol Süper Lig keineswegs als Hindernis. Er liebe die Aggression und den physischen Kontakt in bilateralen Kämpfen, was diesen Wettbewerb für seinen Spielstil ideal mache. Wenn es sportlich einmal nicht nach Plan läuft, sucht er Trost bei seinem Vater, konzentriert sich aber schnell wieder auf die kommenden Aufgaben, da er sich selbst nicht als jemanden sieht, der Trübsal bläst.

Vom Fan zum „Spieler des Spiels“ beim Africa-Cup
Besonders stolz blickt Oulai auf seine jüngsten Erfolge mit der Nationalmannschaft zurück. Vor zwei Jahren verfolgte er die Spiele noch als Fan in seinem Viertel zu Hause, wenig später wurde er beim Afrikanischen Nationen-Pokal zum „Spieler des Spiels“ gewählt. Diesen Moment widmete er seiner Mutter und allen, die an seinen Weg geglaubt haben. Seine Träume für die Zukunft sind entsprechend groß: Mit dem burgunderfarbenen Trikot von Trabzonspor möchte er die UEFA Champions League gewinnen und seinem Land den Titel bei einer FIFA-Weltmeisterschaft bescheren. Auf dem Platz sieht er sich selbst als technischen Spieler, der den Kontakt sucht und gelegentlich auch für einen Scherz zu haben ist. Sein türkisches Lieblingswort spiegelt dabei seinen Tatendrang wider: „Komm Junge“ ist der Satz, den er am häufigsten verwendet.

Die Traum-Elf und der Respekt vor Fatih Tekke
Zum Abschluss des Gesprächs stellte Christ Inao Oulai seine persönliche Top 11 der Fußballgeschichte zusammen. Neben Legenden wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Neymar finden sich in seiner Auswahl auch Größen wie Sergio Ramos, Marcelo und Thiago Silva. Im Mittelfeld setzt er auf Sergio Busquets, Pedri und Vitinha, während Manuel Neuer das Tor hütet. Bemerkenswert ist seine Wahl auf der Trainerbank: Hier entschied er sich für Fatih Tekke, den ehemaligen Stürmer und heutigen Cheftrainer von Trabzonspor. Die Beziehung zu seinem aktuellen Coach beschreibt er als beinahe familiär, vergleichbar mit dem Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Diese Harmonie und die positive Energie, die er aus seiner Heimat Elfenbeinküste mitgebracht hat, möchte er weiterhin nutzen, um mit Trabzonspor nationale und internationale Erfolge zu feiern.



