Spektakulärer CMAS-Weltrekord: Birgül Erken schreibt Unterwasser-Geschichte in Finnland
Die türkische Nationalathletin Birgül Erken hat am See Siikajärvi in der finnischen Region Laukaa Sportgeschichte geschrieben. Mit einer außergewöhnlichen mentalen und körperlichen Leistung brach sie den CMAS-Weltrekord im Unterwasser-Freitauchen, indem sie mit einer Monofinne unter einer geschlossenen Eisschicht eine horizontale Distanz von 141 Metern in einem einzigen Atemzug zurücklegte. Dieser historische Tauchgang fand bereits am 26. März statt, doch die Freitauch-Community musste sich gedulden. Erst nach den jüngsten CMAS-Vorstandssitzungen wurde die Leistung offiziell bestätigt und mit der begehrten weißen Karte zertifiziert.
Grenzgängerin unter dem Eis: Ein Erfolg gegen alle Altersklassen
Was diesen Erfolg so bemerkenswert macht, ist der Umstand, dass Birgül Erken zwar in der Seniorenkategorie antrat, ihre erzielte Weite jedoch die stärksten Athleten weltweit in allen Altersklassen herausforderte. Die Strecke unter der etwa 30 Zentimeter dicken Eisschicht war von Dunkelheit geprägt, lediglich unterbrochen durch strategisch platzierte Sicherheitslöcher. Experten werteten die 141 Meter nicht nur als sportliche Bestmarke, sondern als Demonstration extremer mentaler Ausdauer, Gelassenheit und Mut. In der internationalen Freitauch-Szene sorgte die Nachricht für enormes Aufsehen, da Erken die bisherigen Grenzen des menschlich Machbaren unter extremen Kältebedingungen verschoben hat.

Die Eiskönigin und ihr einsamer Kampf ohne Sponsoren
Trotz des weltweiten Triumphs war der Weg zum Rekord für die Athletin von Hindernissen geprägt. In einem emotionalen Statement betonte sie, dass dieser Erfolg die Geschichte eines Geistes sei, der sich weigerte aufzugeben. „Das ist nicht nur ein sportlicher Erfolg. Es ist die Geschichte eines Geistes, der sich dafür entschieden hat, nicht aufzugeben. Ohne Sponsorenunterstützung, nur mit meiner eigenen Arbeit, meiner eigenen Hoffnung und meiner Kampfkraft habe ich diese Reise angetreten, und meinem Land einen Weltrekord bescheren zu können, erfüllt mich mit unbeschreiblichem Stolz“, erklärte Birgül Erken. Ihre Freunde gaben ihr aufgrund ihrer Souveränität in den eiskalten Gewässern Finnlands den Spitznamen „Eiskönigin“, einen Titel, den sie mit Stolz und neu gewonnenem Selbstvertrauen trägt.

Von Sivas nach Finnland: Klimawandel erzwingt Ortswechsel
Interessanterweise sollte dieser Rekord ursprünglich auf heimischem Boden gebrochen werden. Wie Birgül Erken berichtete, begannen die Vorbereitungen in der türkischen Stadt Sivas. Mit der Unterstützung des Gouverneurs von Sivas, Yilmaz Simsek, wurde im vergangenen Jahr die notwendige Infrastruktur geschaffen. Doch die globale Erwärmung machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung: Die Eisdicke in der Türkei erreichte nicht das erforderliche Sicherheitsniveau. Dieser Umstand zwang das Team rund um den Hauptschiedsrichter Antero Joki und die Schiedsrichterassistentin Aliona Curtis zur Ausweichvariante in den hohen Norden nach Finnland.
Ein Appell für die Zukunft: Die türkische Flagge an der Spitze
Für die neue Saison hat sich die Rekordhalterin bereits hohe Ziele gesteckt. Sie ist fest davon überzeugt, dass sie ihre eigene Marke von 141 Metern noch weit übertreffen kann, sofern sie professionelle Unterstützung erhält. Erken wies darauf hin, dass weltweite Erfolge auf diesem Niveau kaum noch durch individuellen Kampf allein aufrechterhalten werden können. „Ich schwimme nicht nur für meinen eigenen Traum. Ich kämpfe für die Türkei, für diese Flagge und für junge Sportler. Wenn ich die nötige Unterstützung finde, glaube ich von ganzem Herzen daran, dass ich den Weltrekord noch weit übertreffen kann“, so ihr flammender Appell an potenzielle Unterstützer und Marken. Ihr Ziel bleibt klar: Sie möchte die türkische Flagge auf der internationalen Bühne dauerhaft auf den Podesten wehen lassen und der nächsten Generation als Vorbild dienen.


