Zerrüttetes Verhältnis und sportliche Enttäuschung: Dem türkischen Starcoach droht nach der bitteren Pleite gegen Valencia die sofortige Demission in Griechenland
Die Luft im griechischen Basketball-Oberhaus wird für einen der profiliertesten Trainer Europas immer dünner. Nach dem unerwarteten und überaus schmerzhaften Ausscheiden von Panathinaikos AKTOR Athen in der prestigeträchtigen Turkish Airlines EuroLeague ist Erfolgscoach Ergin Ataman massiv unter Druck geraten. Der türkische Taktikfuchs, der für seine emotionalen Auftritte und großen Triumphe bekannt ist, steht aller Voraussicht nach vor dem Ende seines Engagements in der griechischen Metropole. Den aktuellen Entwicklungen zufolge wird der Trainer den Traditionsklub am Ende der laufenden Saison verlassen, wobei mittlerweile sogar eine Trennung mit sofortiger Wirkung nicht mehr ausgeschlossen werden kann.
Wie mehrere griechische Medien übereinstimmend berichten, ist das Tischtuch zwischen der Vereinsführung und dem sportlichen Leiter nach den jüngsten Enttäuschungen auf internationalem Parkett faktisch zerschnitten. Ein Abgang im kommenden Sommer gilt in Branchenkreisen bereits als beschlossene Sache, doch die prekäre Eigendynamik innerhalb des Klubs könnte den Prozess drastisch beschleunigen. Der Hauptgrund für die im Raum stehende sofortige Demission ist demnach die rapide abgekühlte Atmosphäre im inneren Zirkel der Mannschaft. Die Stimmung innerhalb des Kaders soll nach dem sportlichen Nackenschlag absolut am Tiefpunkt angelangt sein. Der Coach selbst befeuerte die Spekulationen um seine Person zusätzlich, indem er den bohrenden Fragen der Journalisten bezüglich seiner beruflichen Zukunft nach dem entscheidenden Match gegen Valencia bewusst auswich.

Verwaistes Training und das entscheidende Treffen mit dem exzentrischen Klubpatron
Ein bezeichnendes Schlaglicht auf die aktuelle Situation wirft der Ablauf des Trainingsbetriebs am heutigen Mittwoch. Die Mannschaft absolvierte eine Übungseinheit komplett ohne ihren gewohnten Chefcoach an der Seitenlinie. Diese Einheit war von Vereinsseite für die Profis als rein optional deklariert worden, während dem türkischen Nationaltrainer ein dreitägiger Kurzurlaub gewährt wurde, um Distanz zu den Ereignissen zu gewinnen. Die endgültige Entscheidung über den weiteren Verbleib des Trainers soll jedoch in den allernächsten Tagen fallen. Geplant ist ein zeitnahes, klärendes Vier-Augen-Gespräch mit dem mächtigen und unberechenbaren Vereinsbesitzer Dimitris Giannakopoulos, bei dem die sportliche Zukunft des türkischen Nationaltrainers final besiegelt werden soll.
Sollten sich die Verantwortlichen in Athen tatsächlich zu einer sofortigen Freistellung vor dem Start der entscheidenden Saisonphase entschließen, stünde der Verein vor einem logistischen Rätsel. Es gilt als völlig unklar, wer die Mannschaft interimsweise durch die laufenden griechischen Playoffs führen soll. Im Viertelfinale der heimischen Liga hatte sich das Team zwar noch völlig schadlos gehalten und den Außenseiter Mykonos in zwei Partien mit 99:75 und 90:76 problemlos bezwungen, doch die echten Hürden warten erst jetzt. Bis zum anstehenden Halbfinal-Duell gegen den Traditionsverein PAOK Thessaloniki bleibt den Athenern noch rund eine Woche Zeit, um die Trainerfrage intern zu klären. Ein monumentales Derby gegen den ewigen Erzrivalen Olympiakos Piräus würde derweil ohnehin erst im großen Finale der Meisterschaft auf dem Programm stehen.

Vom Thron in den Abgrund: Der schleichende Abstieg des einstigen EuroLeague-Dominators
Die aktuelle Krise markiert einen dramatischen Wendepunkt in einer Partnerschaft, die im Jahr 2023 unter enormen Vorschusslorbeeren begonnen hatte. Der Trainer war damals mit der Empfehlung nach Griechenland gewechselt, den türkischen Spitzenklub Anadolu Efes zuvor zu zwei aufeinanderfolgenden Titeln in der EuroLeague geführt zu haben. Diesen goldenen Touch brachte er zunächst auch nach Athen. Gleich in seiner Premierensaison an der Seitenlinie führte er das Team zur europäischen Krone und bezwang den großen Rivalen aus Piräus in einer hochdramatischen Finalserie der griechischen Liga knapp mit 3:2 Siegen, was ihn unsterblich zu machen schien.
Doch im darauffolgenden Jahr schlug das Starensemble von Olympiakos auf nationaler Ebene zurück, während die Athener auf europäischer Bühne bereits im Halbfinale die Segel streichen mussten. In der laufenden Spielzeit erreichte der negative Trend nun seinen absoluten Tiefpunkt. Bereits im Viertelfinale kam das vorzeitige Aus, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Trotz einer komfortablen und vermeintlich sicheren 2:0-Serienführung gaben die Schützlinge des türkischen Coaches das Heft noch komplett aus der Hand und unterlagen den Spaniern aus Valencia im entscheidenden fünften Spiel mit 2:3 in der Serie. Dieser historische Kollaps hat das Vertrauen der Klubführung nachhaltig erschüttert und den Weg für ein vorzeitiges Ende der Ära geebnet.


