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Home»Türkei & Legionäre»Nach historischem 3:2-Triumph in Deutschland: Die türkischen Spieler in der Einzelkritik
Türkei & Legionäre 19. November 2023

Nach historischem 3:2-Triumph in Deutschland: Die türkischen Spieler in der Einzelkritik

Von Anil P. Polat26 Minuten Lesezeit
Deutschland Einzelkritik Milli Takim Türkei Türkische Nationalmannschaft
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Foto: IHA


Zuletzt hatte die Türkei am 17. Juni 1951 ein Länderspiel gegen Deutschland in der BRD gewonnen. Zu jener Zeit erzielten die Halbmond-Kicker einen 2:1-Erfolg. Auch damals wurde in Berlin gespielt. Jetzt konnte die „Milli Takim“ erstmals wieder nach 72 Jahren auswärts auf deutschem Boden einen Sieg gegen die DFB-Auswahl feiern. Am Samstagabend gewann die Truppe von Nationaltrainer Vincenzo Montella im Berliner Olympiastadion verdient mit 3:2 und zeigte eine über weite Phasen äußerst ansprechende Leistung (zum Spielbericht). Die türkischen Spieler in der Einzelkritik.


Altay Bayindir: Der Keeper von Manchester United stand wie viele andere Akteure etwas überraschend gegen Deutschland in der Startelf. Machte keine gravierenden Fehler und war bei den Gegentoren machtlos, konnte sich aber ein-, zweimal auszeichnen. Vor allem seine Parade gegen Julian Brandt beim Stand von 3:2 in der Schlussphase war essenziell für den Sieg. – Note: 2,5

Zeki Celik: Engagierter Einsatz des Italien-Legionärs. Celik zeigte eine hohe Laufbereitschaft und war stets bemüht, das Team auch in der Offensivbewegung zu unterstützen, wenn auch nicht so effektiv, wie Ferdi Kadioglu auf der linken Abwehrseite. – Note: 3,0

Ozan Kabak: In der Luft stark, am Boden oft zu ruppig und überhastet mit vielen Fouls. Strahlte nicht immer Sicherheit aus und war in der Rückwärtsbewegung gegen die schnellen deutschen Offensivspieler einige Male überfordert.  – Note: 4,0

Abdülkerim Bardakci: Was für ein Spiel von Bardakci. Der Innenverteidiger avancierte zu einem echten „Warrior“ auf dem Feld und lieferte sich mit jedem Angreifer eine echte Abwehrschlacht. Perfekt getimte Tacklings, klare Kopfball- und Zweikampfüberlegenheit und dazu ein genialer langer Ball, der zum 1:1-Ausgleich durch Kadioglu führte. Holte zudem den spielentscheidenden Elfer heraus. Die wohl bis heute mit Abstand stärkste Leistung des Galatasaray-Spielers im türkischen Trikot. So wird er schwer aus der Startelf zu verdrängen sein. – Note: 1,0

Ferdi Kadioglu: Kein Wunder, dass die Liste der Interessenten für den Spieler von Fenerbahce immer länger wird (mehr erfahren). Sowohl defensiv als auch offensiv machte der 24-Jährige gegen den viermaligen Weltmeister ein Bombenspiel. Nimmermüde beackerte Kadioglu die linke Außenbahn hoch und runter und stellte den Gegner immer wieder vor Probleme. Seine Ballannahme und Abschluss beim 1:1 waren einfach Weltklasse. – Note: 1,0

Montella-Experiment geht auf: Türkei triumphiert in Berlin 3:2 gegen EM-Gastgeber Deutschland

Kaan Ayhan: Der gebürtige Gelsenkirchener, der die Mannschaft in Berlin als Kapitän anführen durfte, fühlt sich im defensiven Mittelfeld offenbar immer wohler. Wie schon im Verein zeigte Ayhan auf dieser Position eine ansprechende Leistung und unterband zahlreiche Angriffsversuche des Gegners. Sein langer Pass in die Spitze führte zur 2:1-Pausenführung durch Youngster Kenan Yildiz. – Note: 2,5

Ismail Yüksek: Einfach ein echter „Energizer“ im Team der Türken. Ist sich nie für einen Zweikampf zu schade und spult Kilometer um Kilometer ab. Zudem besticht Yüksek durch seine technischen Fertigkeiten am Ball. Es war vielleicht nicht sein bestes Spiel für die Türkei, aber selbst in den 45 Minuten, die er auf dem Feld stand, konnte Yüksek abermals erahnen lassen, wie wichtig er für das Mittelfeld der Türken sein kann. Vor allem beim Forechecking und Pressing. – Note: 2,5

Emre Akbaba: War bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der 34. Minute einer der unauffälligsten Spieler im türkischen Team und galt auch so als sicherer Auswechslungskandidat, wenn die Türken noch den zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand drehen wollten. Konnte sich in der kurzen Zeit nicht für die Startelf empfehlen. – Note: 4,5

Irfan Can Kahveci: Keine Frage, Kahveci besitzt die Ballsicherheit und offensiven Qualitäten, um dem Team zu helfen. Aber es mangelt an Tempo und Spritzigkeit, insbesondere fürs Konterspiel. Auch beim Pressing oftmals zu spät am Mann und dann vermehrt eher mit Foulspiels. Gegen langsam und defensiv geschlossen spielende Gegner sicherlich eine bessere Option als gegen ballsichere Mannschaften wie Deutschland, die das Übergangsspiel mit viel Geschwindigkeit ausführen. – Note: 4,0




Kenan Yildiz: Tolles Startelfdebüt des erst 18-jährigen Top-Talents von Juventus Turin. Der gebürtige Regensburger spielte furchtlos und zeigte immer Dribblings im Eins-gegen-Eins und suchte den Abschluss, was ihm immer wieder auch gelang. Sein Führungstreffer zum 2:1 war schon echte Spitzenklasse. Wenn er körperlich noch zulegt und beim Pressing dem Team noch aktiver hilft, steht Yildiz eine große Karriere bevor. – Note: 2,0

Yusuf Yazici: Schwächster türkischer Spieler auf dem Platz. Hätte viel früher aus dem Spiel gemusst. Konnte überhaupt keine Akzente setzen oder den Ball vorne halten, um seine nachrückenden Mitspieler in Szene zu setzen. Viele verlorene Zweikämpfe und zahlreiche Fehlpässe. In der Sturmspitze als „falsche Neun“ im Vergleich zu Baris Alper Yilmaz ungeeignet. – Note: 5,0

Abdülkadir Ömür: Der Mittelfeldspieler aus Trabzon kam für Akbaba ins Spiel. Fiel nicht sonderlich stark auf, machte aber auch keine gravierenden Fehler. Sicher am Ball und bemüht, das Leder zu halten. Seine Ballsicherheit und die Fähigkeit Spieler mit seinen Dribblings und Finten aussteigen zu lassen, sich jedoch Qualitäten, die für die Mannschaft wichtig sein können. – Note: 3,5

Salih Özcan: Der aus Köln stammende Mittelfeldspieler kam für Yüksek nach der Pause ins Spiel, mit dem er zuletzt generell Seite an Seite im Mittelfeldzentrum spielte. Brachte sofort mehr Bissigkeit durch sein körperbetontes Spiel in die Partie und war auch im Passspiel eine sichere Anspielstation. Hatte Pech als ein Ballverlust von ihm zum 2:2-Ausgleich führte und er mit einem satten Linksschuss am Pfosten scheiterte. – Note: 3,0

Kadioglu: “Die Türkei gibt niemals auf” – Montella bescheinigt türkischem Team großen Kampfgeist

Eren Elmali: Kam in der 63. Minute für Kadioglu, konnte diesen aber nicht gleichwertig auf der linken Abwehrseite ersetzen, von der die Deutschen in der Folge verstärkt angriffen. Dennoch auffällig durch seine kompromisslosen und aggressiven Tacklings gegen den Gegner. – Note: 4,0

Baris Alper Yilmaz: Ersetzte Yazici in der Sturmspitze und sorgte direkt für deutlich mehr Gefahr. Gerade im Konterspiel war er durch seine Schnelligkeit und fixen Richtungswechsel mit dem Ball ein Unruhefaktor für den Gegner. Hätte fast für das vorentscheidende 4:2 gesorgt, doch Deutschlands Keeper Kevin Trapp konnte den Torschuss von Yilmaz noch parieren. Sollte definitiv gegen Wales vor Yazici den Vorzug erhalten. – Note: 2,5

Yusuf Sari: Markierte kurz nach seiner Einwechslung per Elfmeter den 3:2-Siegtreffer. Übernahm so wenige Minuten nachdem er im Spiel war Verantwortung. Seine Tempodribblings könnten noch ein wichtiger Faktor im Angriffsspiel der Türkei werden, allerdings blieb Sari die restliche Spielzeit etwas hinter den Erwartungen zurück. – Note: 3,5

Kerem Aktürkoglu: Mit seinem Galatasaray-Teamkollegen Yilmaz brachte Aktürkoglu noch einmal viel Schwung und Bewegung ins Offensivspiel der Türken. Mit seiner Geschwindigkeit und direkten Zug nach vorn und zum Tor zeigte der 25-Jährige, dass er einfach auf der linken Außenbahn am effektivsten ist. – Note: 2,5

2 Kommentare

  1. Kubinho74 Am 19. November 2023 20:21

    Das war gestern ein unglaubliches Spiel, gerade wenn man selber vor Ort im Stadion war. Die Atmosphäre im Olympiastadion war wirklich geil. Umso schönes, dass wir gestern gewonnen haben.
    Seit Montella das Team übernommen hat, machen einem die Nati-Spiele wieder echt Lust und Laune. Es gibt wieder mal seit langer Zeit ein Wir-Gefühl und keine Gruppen innerhalb der Mannschaft.
    Wenn wir jetzt noch gegen Wales gewinnen und uns den Gruppensieg holen ist alles perfekt. Dann liegt es ab sofort an den Spielern und an deren Leistungen wer in den 23 Mann Kader für die EM dabei ist und wer nicht.
    Ich muss sagen als ich die Aufstellung gesehen hatte, hatte ich echt bisschen Schiss das uns die Deutschen abschießen werden. Aber unsere Spieler haben gestern unglaublich gekämpft, so wie jeder Fan das auch sehen will. Das kann wirklich eine Art Heim-EM für uns werden.
    Für mich waren, wie bereit oben steht, Irfan Can, Yusuf Yazici und Emre Akbaba die schlechtesten Spieler auf dem Platz. Ich weiß nicht wieso aber mir kommt es so vor, als ob Yusuf Yazici nur eine Wundersaison bei Lille hatte und seitdem keinerlei Leistungen mehr bringt egal ob Verein oder Nati. Ich sehe ihn ab und zu mal treffen, aber so wirklich in Form ist er schon seit der Meisterschaftssaison nicht mehr.
    Die besten waren ganz klar Abdülkerim und Ferdi. Beide sind in ihren Vereinen die absoluten Schlüsselspieler und zeigen das auch für die Türkei. Auch Kaan gefällt mir schon seit längerem, egal ob in der Verteidigung oder im Mittelfeld der Junge überzeugt auf beiden Positionen.
    Auch fand ich Kenan Yildiz wirklich gut, hat immer wieder das 1 gegen 1 gesucht und kam dort sehr häufig als Gewinner bei raus. Ein Glück, dass er sich für uns entschieden hat!

    • Kanarya4297 Am 19. November 2023 22:47

      Besser hätte ich es nicht schreiben können. Wir haben uns für 2008 revanchiert. Es hat sich von Beginn an angefüllt wie ein Endspiel und nicht wie ein Testspiel.

      Die Fans haben über 90 Minuten Stimmung gemacht und die Mannschaft nach vorne geprescht. Die Mannschaft hat gekämpft und Bissigkeit gezeigt.

      Die Mannschaft ist viel gefährlicher mit einem Kenan und einem Salih, als mit einem Hakan.

      Bardakçı hat mir besonders gefallen mit seinen langen Bällen hinter die Abwehr hat er immer für Gefahr gesorgt.

      Ferdi konnte einen Sane Einhalt gebieten.

      Die Mannschaft muss mit Spielern spielen, die ein gewisses Tempo haben. Unser Angriffsspiel muss schneller werden.

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