Türkischer Fußball

Kerem Aktürkoglu: „Stefan Kuntz hat bereits Türkisch gelernt und reißt ständig Witze“


Am Freitagnachmittag traten der türkische Nationaltrainer Stefan Kuntz und Nationalspieler Kerem Aktürkoglu für die obligatorische Pressekonferenz im Zuge des vorletzten Gruppenspiels gegen Gibraltar vor die Kameras. Zunächst hatte der 23-jährige Youngster von Galatasaray das Wort und hob die Kommunikation zwischen den Spielern und dem Teamchef hervor. „Unser Coach interessiert sich nicht nur für mich persönlich. Er kümmert sich um all meine Teamkollegen. Er hat mir gezeigt, was ich individuell tun soll. Das Wichtigste im neuen Trainerteam ist die Kommunikation mit den Spielern. Er ist uns ganz nah. Das ist das Beste, was einem Fußballspieler mit seinem Trainer passieren kann. Dein Lehrer will etwas von dir und du antwortest, dass du es kannst oder nicht. Er hat bereits Türkisch gelernt und reißt ständig Witze“, so der aus Kocaeli stammende Flügelflitzer.

„Gibraltar nicht unterschätzen“

Für die morgige Begegnung benötige man „sowohl einen Sieg als auch viele Tore“, um „die Gegner in der Tabelle unter Druck zu setzen“, so der Rechtsfuß. Aktürkoglu weiter: „Ja, es stimmt, dass der Gegner noch keinen einzigen Punkt einfahren, geschweige denn einen Treffer markieren konnte. Wir dürfen Gibraltar aber nicht unterschätzen. Im ersten Match hatten wir uns bereits sehr schwergetan. Morgen gilt es früh in Führung zu gehen und so viele Tore wie möglich zu erzielen.“ Zuletzt gab der sechsmalige Auswahlspieler noch ein paar motivierende Worte für die Jugendlichen, die von einer Karriere als Fußballer träumen, mit auf den Weg: „Ich kam aus der dritten Liga. Allerdings spiele ich derzeit bei Galatasaray und in der Nationalmannschaft. Dies mag schwierig erscheinen, aber es ist nicht unmöglich. Ich möchte euch folgendes sagen: Ihr dürft niemals aufgeben. Es gibt eine Chance und diese sollte gut genutzt werden. Ich bin zu Galatasaray gekommen, indem ich große Risiken eingegangen bin. Ich mache meine Träume wahr. Es ist der Traum aller türkischen Fußballspieler, das Nationaltrikot zu tragen. Ich möchte meinen Trainern Stefan Kuntz und Fatih Terim dafür danken.“

Kuntz wollte dem Druck ausgesetzt sein – Kein Disziplinproblem

Wie schon in den vorangegangenen Pressekonferenzen wurde der deutsche Übungsleiter erneut mit der Frage konfrontiert, ob er Druck verspüre. Kuntz antwortete daraufhin: „Es war meine persönliche Entscheidung mich diesem Druck auszusetzen. Ich muss diese Mannschaft nicht motivieren. Die Spieler der türkischen Nationalmannschaft spielen gerne für ihr Land. Sie mögen es ihr Volk glücklich zu machen. Wir versuchen, Emotionalität und Disziplin in Einklang zu bringen. Es gibt Dinge, in die man als Coach eingreifen kann und Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Sie können das Selbstbewusstsein, das aus dem Spiel in Lettland kommt, nicht beeinflussen. Zudem habe ich nie behauptet, dass das Team ein Disziplinproblem hat. Ich habe lediglich gesagt, dass zwischen den Emotionen und der Disziplin eine gute Kombination herrschen sollte. Es gibt in der Nationalmannschaft keineswegs ein Disziplinproblem.“ Im weiteren Verlauf verriet der Noch-U21-Europameister, dass Abdülkadir Ömür am Samstagabend nicht mit von der Partie sein werde. Aber man sei „voller Hoffnung, dass es am Dienstag mit Abdüs klappt“, so Kuntz.

„Ich bin diszipliniert und sehr ehrlich“

Danach erklärte der Ex-Besiktas-Spieler, nach welchen Kriterien er die Leistungen seiner Schützlinge bewertet: „Wenn ihr mich umarmt, schütte ich Glückshormone aus. Das ist nicht nur bei den Türken so. Wenn man die Nähe zu den Spielern sucht, fällt die Schwelle, jemandem etwas zu sagen. Sagen wir, Kerem hat im Training schlecht gespielt und ich nehme ihn aufgrund seiner Leistung beiseite. Wenn Kerem zu mir kommt und sagt, es gibt einen Kranken in der Familie und ich konnte letzte Nacht nicht schlafen. Dann bewerte ich es anders. Ich möchte, dass meine Spieler verstehen, was der richtige Plan ist. Wenn sie verstehen, was in meinem Kopf vorgeht, werden sie es besser umsetzen. Ich nehme auch ihre Meinung zur Kenntnis. Ich bin sehr diszipliniert und auch sehr ehrlich. Ich frage meinen Spieler was mit ihm los ist. Ich frage. Ich zeige ihm die Videos, die Statistiken und es gibt keine Chance für Missverständnisse. Ich denke, dass ihr mich mittlerweile ein wenig kennengelernt habt. Ihr könnt auch Statistiken lesen und wisst, was jeder Spieler so treibt. Meine Aufgabe ist es, sie in Höchstform zu bringen. Bezüglich der Torflaute unserer Stürmer möchte ich kein großes Ding daraus machen. Wir haben auch speziell zu diesem Thema Einheiten gehabt. Ich kann ihnen lediglich sagen, dass Burak Yilmaz unser erster Stürmer ist. Die restlichen Kandidaten um Serdar Dursun, Kenan Karaman und Halil Dervisoglu sind auch sehr gute Angreifer.“





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