Der Traditionsverein Bursaspor hat am vorletzten Spieltag der Nesine 2. Lig (Rote Gruppe) nicht nur den vorzeitigen Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Trendyol 1. Lig perfekt gemacht, sondern ein markantes Prinzip in der Geschichte des türkischen Fußballs unterzeichnet. Die Grün-Weißen sind ab sofort die erste Mannschaft überhaupt, der es gelungen ist, in absolut jeder professionellen Spielklasse der Türkei mindestens einmal die Meisterschaft zu gewinnen. Dieser Triumph markiert das vorläufige Ende einer Leidenszeit für den „Wurzelklub Anatoliens„, der 1963 aus der Fusion von Akinzpor, Acar Idman Yurdu, Demircelikspor, Istiklalspor und Pinarspor hervorging und nun endgültig aus seiner Asche geboren wurde.
Von der Champions League bis in die 3. Liga
Die Geschichte von Bursaspor ist eine der extremsten Berg- und Talfahrten des Landes. Nach dem sensationellen Gewinn der Trendyol Süper Lig in der Saison 2009/10 vertrat der Klub die Türkei noch in der UEFA Champions League. Doch finanzielle Schwierigkeiten führten in der Saison 2018/19 zum folgenschweren Abstieg. Der freie Fall endete erst in der drittklassigen Nesine 2. Lig, der niedrigsten Profiliga des Landes. Sportliche Misserfolge und administrative Instabilität schienen das Schicksal des Vereins besiegelt zu haben, bis unter dem neuen Vorsitz von Enes Celik die Wende eingeleitet wurde. Durch erfolgreiche Spendenaktionen der Fans konnte das lange gesperrte Transferboard wieder geöffnet werden, was den Weg für eine beispiellose Dominanz ebnete. Bereits in der Nesine 3. Lig beendete man die Spielzeit mit zehn Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz.

Einzigartige Titelsammlung in allen Profiligen
Mit dem jetzigen Erfolg in der Nesine 2. Lig vervollständigt Bursaspor eine Trophäensammlung, die ihresgleichen sucht. Der Verein triumphierte nicht nur im Oberhaus, sondern blickt auch auf Meisterschaften in der Trendyol 1. Lig (Saison 1966–1967 und 2005–2006) sowie in der Nesine 3. Lig zurück. Damit ist der Vertreter aus der Stadt Bursa das einzige Team, das auf allen Ebenen des türkischen Profifußballs ganz oben stand. Besonders bemerkenswert ist dabei die Treue der Anhänger: Trotz der Spiele in den unteren Ligen wurde fast jede Begegnung im heimischen Stadion von über 40.000 Fans begleitet. Das entscheidende Spiel gegen Somaspor verfolgten am Sonntag exakt 45.450 Fans live vor Ort, um ihre Helden zurück in die Trendyol 1. Lig zu tragen.

Die grün-weißen Gewinner haben bewiesen, dass Tradition und eine starke Fanbasis selbst die tiefsten Krisen überwinden können. Wie aus den historischen Daten der TFF hervorgeht, hat Bursaspor nun den Status eines Unikums im türkischen Fußball inne. Mit der Rückkehr in die Trendyol 1. Lig ist der Klub nur noch einen Schritt von der Rückkehr in die Süper Lig entfernt, wo man einst Geschichte schrieb. Die Mischung aus der Uludag-Frau (Weiß) und der Bursa-Ebene (Grün) erstrahlt nach Jahren der Dunkelheit wieder in vollem Glanz auf der nationalen Fußballbühne.



