Fenerbahce

Alper Pirsen: „Haben unsere Gehäter von 91 auf 64 Millionen Euro reduziert“


Das TFF-Ausgabenlimit wird vor allem von Fenerbahce regelmäßig kritisiert. 19 von 21 Klubs haben sich bereits für eine Änderung des Berechnungssystems ausgesprochen und warten auf eine Antwort. Alper Pirsen, Vorstandsmitglied der Gelb-Marineblauen, sprach in einem Interview mit der türkischen Zeitung „Sözcü Skor“ über die Kaderplanung der kommenden Saison und die Probleme mit den Limits.

Drastische Kürzungen der Gehälter

Pirsen machte deutlich, dass man die Gehaltsliste in den vergangenen Jahren drastisch gekürzt habe und dies auch so fortführen möchte: „Wie unser Präsident Ali Koc bereits erwähnt hatte, haben wir aus den Fehlern in der Vergangenheit gelernt und werden diese nicht wiederholen. Während der Pandemie haben wir als Vorstand die gesamte Zeit genutzt, um den Kader für die kommende Saison zu planen. Das haben wir täglich und ohne jegliche Pausen gemacht. Ziel war es, mit minimalem finanziellen Aufwand die bestmöglichen Spieler zu verpflichten. Als wir vor zwei Jahren das Amt übernahmen, lag unsere gesamte Gehaltsliste bei 91 Millionen Euro. Diese haben wir bereits auf 64 Millionen Euro reduziert. Unser Ziel für diese Saison sind 50-55 Millionen Euro.“

Die höchsten Einnahmen der Liga

Des Weiteren sei Fenerbahce der Klub mit den höchsten Einnahmen, was sich nicht im Limit widerspiegeln würde: „Wir behaupten, dass wir die höchsten Einnahmen der Liga generieren, jedoch liegt unser Limit weit unter dessen unserer Konkurrenz. Das verhindert einen fairen Wettbewerb. Außerdem haben wir in den letzten beiden Jahren alle Zuschauerrekorde in der Süper Lig geknackt. Innerhalb von einer Woche haben wir über 50.000 unserer neuen Trikots verkauft. Wir bringen Masken raus und verkaufen 300.000 Einheiten. Wir starten die „Fener Ol“-Kampagne und generieren weitere Einnahmen durch mehrere Millionen unserer Fans. An dieser Stelle möchte ich noch einmal sagen: Danke, dass es euch gibt!“

Pirsen: „Wir hatten das Limit-System ursprünglich entworfen“

Der Jurist bekräftigte zudem, dass das System der Limit-Berechnung ursprünglich von dem Klub aus Kadiköy ins Leben gerufen, allerdings zu Unrecht vom TFF abgeändert wurde: „19 von 21 Klubs haben sich für die Änderung des Limit-Systems ausgesprochen. Das ist ein klares Zeichen. Zwei Klubs haben nicht zugestimmt. Benötigt man wirklich 21 Stimmen, um den richtigen Weg einzuschlagen? Wurden zum damaligen Zeitpunkt denn alle 18 Teams gefragt, ob sie dem System bei der Einführung zustimmen? Dieses Limit-System hatten wir  ursprünglich für unsere Vereine entworfen. Doch der TFF hat einige Punkte geändert – ohne Rücksprache mit den Klubs. Am 30.03.2020 haben wir gemeinsam als Klubvereinigung ein Schreiben an den TFF verfasst. Dort wurde das Thema erneut angegangen, wir haben um eine Überarbeitung gebeten mit allen Punkten, die aus unserer Sicht falsch waren. Alle 18 Mitglieder haben zugestimmt. Es kam jedoch nie eine Antwort.“


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3 Kommentare

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    27. August 2020 um 10:00

    Der Alper Pirsen ist bei der Koc Holding ein absoluter Finanzexperte, soviel ich weiss war er auch mal ein sehr hohes Tier bei der Yapi und Kredi Bankasi und in dem Zusammenhang und nicht als FB Vereinsfunktionär sollte man seine Aussagen zu diesen Limitvereinbarungen verstehen.

    Natürlich ist Alper Pirsen auch im FB Vorstand, aber diese Aussagen über diese staatliche Bankenvereinbarungen hat er in erster Linie als erfahrener Finanzexperte getätigt.

    Türkische Fussballanhänger müssen sich so langsam aber sicher von der Vorstellung lösen, das jede Aussage über ein bestimmtes Thema in diesem Fall Finanzen nur dann richtig ist, wenns von den eigenen Vereinsfunktionären und nicht von der Konkurrenz kommt.

    Übrigens stimmt Fathi Altayli von Habertürk und ehemaliger GS Funktionär Ali Koc beim Thema TFF Limits nicht nur zu 100% sondern nach eigener Aussage zu einer Million Prozent zu, also kann Ali Koc hier nicht ganz so falsch liegen oder?

    Hier bin ich ganz klar der Meinung, das Mustafa Cengiz und viele andere Unterzeichner dieses Vertrages äußerst fahrlässig und nicht zum Wohle ihrer Clubs gehandelt haben, als sie dieses Dokument unterzeichnet haben. Das ganze wird in den nächsten Jahren noch sehr schlimme finanzielle Folgen für diese Vereine nach sich ziehen, da geb ich euch Brief und Siegel drauf.

    Spätestens dann muss dieser bestehende Bankenvertrag verändert und an realistische Laufzeiten wie z.B. über 10 Jahre und mehr mit einem vernünftigen Zinssatz/Tilgung angepasst werden, in dieser Form ist das ganze eine absolute Todgeburt und nichts anderes sagen auch Ali Koc und Alper Pirsen.

  2. Avatar
    26. August 2020 um 14:18

    Die Grundidee zum Ausgabelimit finde ich sehr gut, nur muss sie ausgearbeitet werden. ist es fair wenn von 21 Teams 2 gegen eine Änderung des Limits aussprechen? Natürlich nicht, ich meine es gibt so was wie eine Demokratie, sprich wenn die Mehrheit für eine Änderung sind, dann gibt es da nichts zu diskutieren.
    Wenn man nicht mal im Sport die Demokratie durchsetzen kann, fehlen einem die Worte.
    Anders kommen die Vereine aus diesem Schlamessel nicht mehr raus, entweder harte Sparmaßnahmen, oder man wird knallhart bestraft.

  3. Avatar
    26. August 2020 um 13:19

    “Wir behaupten”… Mit Behauptungen kommt man bei sowas nicht weit. Wobei, in der Türkei schon…

    Dennoch müsste es doch sowas schriftlich geben. Viele Vereine sind Aktiengesellschaften, sprich, sie müssen ihre Bilanzen öffentlichen machen. Anhand dessen könnte man doch sehen, wer die meisten Einnahmen (Umsatz) hatte.

    “Alle Zuschauerrekorde” Defeniere das bitte mal… Auch die meisten Dauerkartenverkäufe? Was gehört alles dazu?

    Für mich wirken diese Aussagen eher wie: Euphorie bei den eigenen Fans verursachen… Das was der Koc sehr gut machen kann… Als nächstes nochmal gegen Terim/GS schießen und die Sache ist Vollständig. 😉

    Wie ich schon mal sagte, die Grundidee mit dem Limit finde ich gut. Nur müsste man nochmal über die Ausführung diskutieren.