Im Trainingslager im österreichischen Mieming hat Galatasaray-Nationaltorhüter Ugurcan Cakir ausführlich über seine Premierensaison bei den Gelb-Roten, den angestrebten historischen Rekord, den emotionalen Abschied von seinem Heimatverein sowie seine persönlichen Zukunftsträume gesprochen. Der 30-jährige Schlussmann verriet in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur DHA, dass der Wechsel von Trabzonspor nach Istanbul die schwerste Entscheidung seiner gesamten Karriere gewesen sei.
Eingewöhnung abgeschlossen: Der Blick geht nach vorne
Im Rückblick auf seine erste Spielzeit im Trikot des türkischen Meisters betonte der Nationalkeeper, dass er sich mittlerweile vollends in der Metropole eingelebt habe und in der kommenden Saison sportlich noch eine Schippe drauflegen wolle. „Die vergangene Saison war für mich ein Jahr der Eingewöhnung. Gott sei Dank ist alles gut verlaufen. In dieser Saison möchte ich noch mehr leisten und hoffe, dass mir das gelingt. Ich spiele seit vielen Jahren in der Türkei Fußball und versuche sowohl in der Nationalmannschaft als auch bei Galatasaray immer meine beste Leistung abzurufen. Jeder Fußballer erlebt Höhen und Tiefen. Ich versuche jedoch durch harte Arbeit sowohl Galatasaray als auch unserer Nationalmannschaft zu helfen. Ein anderes Ziel habe ich nicht. Ich möchte meinen Mitspielern, meinen Trainern und allen Galatasaray-Fans so viel Freude wie möglich bereiten. Das ist auch in dieser Saison mein Ziel“, gab Cakir zu Protokoll.

Champions League als Ansporn und der Reiz des Meilensteins
Der Schlussmann unterstrich, dass der Wechsel zum Traditionsklub ein ganz bewusster Schritt war, um auf der ganz großen Bühne im europäischen Vereinsfußball Präsenz zu zeigen. „Ich bin glücklich bei Galatasaray. Ich wollte unbedingt hierherkommen. Ich wollte mich in der Champions League zeigen und dort gute Leistungen bringen. Galatasaray ist ein großer und erfolgreicher Verein. Deshalb bin ich sehr glücklich, hier zu sein. Was ich zuvor bei Trabzonspor erreicht habe, ist bekannt. Das war sicherlich auch einer der Gründe, warum Galatasaray mich verpflichten wollte. Ich denke, dass ich bei Trabzonspor viel erreicht habe. Das Trikot eines so großen Vereins wie Galatasaray zu tragen, ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich werde hart arbeiten, um dem Verein und unseren Fans gerecht zu werden. Ich möchte konstant gute Leistungen zeigen und ein Spieler sein, auf den meine Mitspieler, Trainer und die Galatasaray-Fans stolz sein können. Hoffentlich gelingt mir das“, führte der Torhüter aus.
Zudem brennt der Schlussmann darauf, mit dem Team den Rekord von fünf Titeln in Serie anzupeilen: „Das wäre ein Rekord für den türkischen Fußball. Zuvor hatte Fatih Terim dieses Kunststück geschafft. Okan Buruk ist nun bereits viermal hintereinander Meister geworden. Ich war in der vergangenen Saison Teil dieser Mannschaft. Es würde hervorragend zu unserem Trainer passen, wenn er mit fünf Meisterschaften in Folge einen neuen Rekord aufstellt. Auch meine Mitspieler wie Abdülkerim, Yunus oder Lucas haben bereits vier Meisterschaften in Serie gewonnen. Sie werden sicher ebenfalls Geschichte schreiben wollen. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten. Hoffentlich schaffen wir das gemeinsam.“
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Bittere Enttäuschungen und die Binde bei den Gelb-Roten
Auf die schmerzhaftesten Niederlagen seiner Karriere angesprochen, erinnerte sich der Keeper an zwei ganz bestimmte Begegnungen. International schmerze ihn besonders das WM-Gruppenspiel der türkischen Nationalmannschaft gegen Paraguay, da ein Sieg gute Chancen auf das Überstehen der Gruppenphase eröffnet hätte. Auf Klubebene bei Galatasaray brannte sich vor allem das Aus im Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League gegen den FC Liverpool tief ein.
Hinsichtlich einer möglichen Führungsrolle im Kader zeigte sich der langjährige Spielführer von Trabzonspor offen, aber uneigennützig: „Ich war viele Jahre Kapitän bei Trabzonspor und durfte dort große Erfolge erleben. Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu meinen Mitspielern, den Trainern und der Vereinsführung. Galatasaray ist ebenfalls ein riesiger Verein und wir verfügen über hervorragende Kapitäne. Abdülkerim und Mauro Icardi haben mir hier sehr geholfen, außerdem haben wir mit Kaan einen weiteren starken Führungsspieler. Sollte Galatasaray mich eines Tages für würdig halten, würde ich natürlich gerne Kapitän werden. Gleichzeitig spielt es für mich keine große Rolle, ob ich die Kapitänsbinde trage oder nicht. Ich werde immer an der Seite meiner Mitspieler stehen und versuchen, ihre Fehler auszubügeln. So bin ich als Mensch. Deshalb ist die Kapitänsbinde für mich nicht das Entscheidende.“
Emotionaler Abschied von Trabzonspor und Legenden-Schwärmerei
Sehr bewegt äußerte sich der 30-Jährige über seinen Abschied aus der Schwarzmeer-Region, der ihm menschlich extrem viel abverlangt habe. „Die schwerste Entscheidung meiner Karriere war der Abschied von Trabzonspor. Es war eine sehr emotionale Entscheidung, weil ich dort viele Jahre gespielt habe. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass ich mich noch einmal auf einem höheren Niveau beweisen musste. Als Galatasaray Interesse zeigte, wollte ich diese Chance nutzen und gemeinsam mit diesem Verein große Erfolge feiern. Deshalb habe ich mich für diesen Schritt entschieden“, gestand Uğurcan Çakır ehrlich.
Zum Abschluss des Gesprächs verriet der Keeper noch ein persönliches Wunschszenario aus der Vergangenheit des Klubs: Er hätte extrem gerne einmal mit Burak Yilmaz, Selcuk Inan und Didier Drogba in einer Mannschaft gestanden. Zwar habe er mit Burak Yilmaz bereits bei Trabzonspor und in der Nationalauswahl zusammengespielt, doch diese ganz besondere Meistergeneration von Galatasaray habe ihn nachhaltig begeistert.


