Süper Lig

Transfers: Süper Lig führt europäische Ligen an!


Das Sommer-Transferfenster in den Top 5-Ligen Europas La Liga, Bundesliga, Serie A und Ligue 1 ist mit Ausnahme der englischen Premier League (bis 16. Oktober) geschlossen. In der Süper Lig haben die Vereine trotz der Einnahmeverluste aufgrund der Corona-Pandemie sowie den vorgegebenen Ausgabelimits durch den türkischen Fußballverband TFF keine Spielerverpflichtungen gescheut. Laut den erhobenen Daten von “transfermarkt.de” wurden in der Türkei im Vergleich zu den Top 5-Ligen die meisten Transfers abgewickelt. Zudem hat die türkische Liga den höchsten Altersdurchschnitt unter den Neuzugängen. Demzufolge verpflichteten in der Sommerpause die 21 Mannschaften der höchsten Spielklasse des Landes insgesamt 248 Spieler. Der Altersdurchschnitt der Akteure belief sich dabei auf 26,6 Jahre. Des Weiteren betrugen die Transferausgaben in Summe rund 33,2 Millionen Euro.

Bundesliga mit den wenigsten Spielerverpflichtungen

Gefolgt wird die Süper Lig von der Serie A mit 212 Transfers. Danach kommen die Ligue 1 (138 Transfers) und die La Liga (121). In der Premier League wurden bis hierhin 113 Akteure verpflichtet. Schlusslicht der Transfertabelle ist die Bundesliga mit 97 Transfers. Im Folgenden sind die entsprechenden Zahlen für die jeweiligen Ligen aufgelistet:

  • Süper Lig: 248 Transfers – Transfermeister ist Caykur Rizespor (19). Die wenigsten Verpflichtungen tätigten Galatasaray und DG Sivasspor (7)
  • Serie A: 212 Transfers – Transfermeister sind der CFC Genua und Spezia Calcio (20). Die wenigsten Verpflichtungen tätigte SSC Neapel (3)
  • Ligue 1: 138 Transfers – Transfermeister sind OGC Nizza, FC Lorient und FCO Dijon (13). Die wenigsten Verpflichtungen tätigte HSC Montpellier (7)
  • La Liga: 121 Transfers – Transfermeister ist Cadiz (15). Die wenigsten Verpflichtungen tätigten Real Madrid und Valencia (0)
  • Premier League: 113 Transfers – Transfermeister ist Fulham (11). Die wenigsten Verpflichtungen tätigte West Ham (2)
  • Bundesliga: 97 Transfers – Transfermeister ist Union Berlin (11). Die wenigsten Verpflichtungen tätigte Borussia Mönchengladbach (2)

Auch beim Altersdurchschnitt führt die Serie A die führenden Ligen Europas an (24,7 Jahre). Während die Premier League auf einen Mittelwert von 24,7 Jahren kommt, beträgt der Schnitt für die Ligue 1, die Bundesliga und die La Liga jeweils 24, 23,9 und 23,5 Jahre.


Ausgegebene Ablösesummen

Premier League: 1,3 Milliarden Euro

Serie A: 762 Millionen Euro

Ligue 1: 433 Millionen Euro

La Liga: 410 Millionen Euro

Bundesliga: 324 Millionen Euro

Süper Lig: 33,2 Millionen Euro


Hinweis: Vereine aus der Premier League können zwischen dem 5.-16. Oktober Spieler von Klubs transferieren, die dem britischen Verband angehören. 

Vorheriger Beitrag

Kemal Ademi: "Ich bin ein anderer Spielertyp als Vedat Muriqi"

Nächster Beitrag

1:2 in Erzurum: Trabzonspor verliert Testspiel gegen den Aufsteiger

Hüseyin Yilmaz

Hüseyin Yilmaz

Wirtschaftswissenschaftler, Freier Sportjournalist, Kosmopolit, Hürriyet Gücer-Fan und Spor Toto Süper Lig-Liebhaber

5 Kommentare

  1. Avatar
    11. Oktober 2020 um 9:40 —

    Es ist vielleicht unpassend menschliche Individuen wie Fussballer mit Autos zu vergleichen, aber dennoch möchte ich hier einen Vergleich wagen.

    Auf dem internationalen Automarkt würde man, und hier überspringe ich ganz bewusst den Gebrauchtwagenmarkt und bezeichne die Süperlig direkt als Schrotthändler, da wir nur ausgemusterte Altbestände aufkaufen und sie den insbesondere türkischen Kunden als neuwertig andrehen wollen.

    Ein Wagen der schon 250.000 km auf dem Tacho hat wie z.B. ein RvP, Cisse, Perotti und Co. können doch nicht mehr rund laufen, das würde jeglicher wissenschaftlicher Logik widersprechen oder?

    Und in Anbetracht dessen, dürfen sich die türkischen Fussballanhänger von solchen Transfers auch keinen Zauberfussball ala Bayern, PSG, Real, Liverpool oder Man. City versprechen.

    Das man mit diesen alten Herrschaften auf dem Platz nicht annhähernd die Tempowerte erreichen kann und sich die Spieler mal die ein oder andere Atempause mehr gönnen als ihre Berufsgenossen in den anderen europäischen Ligen sollte auch niemanden wirklich überraschen.

    Das dann türkische Mannschaften im Europapokal mit dieser antiken und langsamen Spielweise auch reihenweise eine auf den Deckel kriegen zumal auch noch viele Süperligspiele mit einem torlosen 0:0 enden würde ich als völlig normal bezeichnen, da in der Süperlig ein langsamer Altherrenfussball gespielt wird der einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

    Jedenfalls ist das meine Betrachtungsweise…..

    • Avatar
      12. Oktober 2020 um 13:14

      Edit: Sollte eigentlich unter dem anderen Kommentar….

      Also ich bin auch meist für die underdogs bzw. für traditionsvereine, es gibt aber auch außnahmen. Bin eher für Teams wie Inter Milan, Manchester United, Werder Bremen statt für Teams wie RB Leipzig, Man City, Chelsea…

      Die UEFA hat natürlich angst, vor der Vorstellung der letzter Zeit oft gesprochenen “SuperLeague” , ähnlich wie die Euroleague des Basketballs.. Eine bestehende Liga aus den besten Clubs aus Europa halt.

      Aber ich finde, man sollte die Euroleague mal starten lassen, in Europa werden wohl nicht viele die Spiele verfolgen, wie es im asiatischen Markt sein würde weis ich nicht… Aber ich hätt keine Lust jede Woche Topspiele zu sehen, der Reiz an den Topspielen ist doch eben der, dass die selten sein sollten – wie die EM oder WM -… wenn diese auch jedes Jahr stattfinden würden, wäre das doch langweilig…

  2. Avatar
    11. Oktober 2020 um 3:23 —

    Ich glaube 248 Transfers mit einer Gesamtablösesumme von 33,2 Millionen Euro spricht für sich. Die Premier League hat weniger als die Hälfte der Transfers getätigt und dabei etwa 3915% mehr Geld ausgegeben..

    Die türkische Liga ist inzwischen viel weiter abgeschlagen von den Top Ligen als noch vor 10 Jahren, klar hatten wir nie eine Überlegenheit oder Gleichwertigkeit aber wir konnten große Mannschaften damals durchaus ärgern, das gilt auch für Galatasaray und Beşiktaş, doch die Ergebnisse der letzten Jahre sprechen für sich, Fener hat sich ja nicht mal qualifizieren können, gegen 0815 Mannschaften, das gleiche eben auch mit Galatasaray, Basaksehir und Besiktas in dieser Saison.
    Auch die Schere innerhalb der Ligen hat sich extrem gespalten. Schauen wir uns Mannschaften wie Bremen, Stuttgart, Hamburg, Wolfsburg, Schalke und Co an, die in der Bundesliga vor einigen Jahren noch zu den Top Mannschaften gehörten und diese in der Champions League oder Euro League vertreten haben. Diese wurden inzwischen von finanziell besser aufgestellten Clubs in der oberen Tabellenhälfte ersetzt. Viele Absteiger der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Abwärtstrend dann nur noch sehr sehr schwierig zu stoppen ist. Stuttgart hat es mehr oder weniger geschafft, aber auch nur mit extrem hohem Risiko und utopischen Investitionen in den Kader.

    Auch in der CL fällt auf, dass Teams wie Porto, Málaga, Donetsk und Benfica, wesentlich schlechter abschneiden. Umso mehr freut es einen dann, wenn Mannschaften wie Bergamo und Ajax mitmischen. Ich persönlich bin bei solchen KO-Spielen grundsätzlich für den Underdog! Klar kann man jetzt sagen, dass es diese Rotation in den Ligen im Spitzenfußball schon immer gab, aber die Anzahl der Vereine ist wesentlich geringer geworden. Des Weiteren fallen immer mehr Mannschaften in die abwärtsspirale sobald es einen Abstieg gegeben hat. Allein in der 3. Liga sind 8 Vereine, die zumindest in diesem Jahrtausend in der Bundesliga gespielt haben.

    Ich denke nicht, dass sich diese Situation von alleine lösen wird, die Fifa müsste dringend etwas unternehmen, doch ist leider auch Hauptverantwortlich für diese Entwicklung.
    Was denk ihr?

    • Avatar
      11. Oktober 2020 um 10:13

      Ich komme zwar aus München, aber wenn die Bayern seit nunmehr 8 Jahren hintereinander die deutsche Fussballmeisterschaft gewinnen, dann ist das ganze sogar für mich als Münchenr absolut langweilig und nicht mehr sehenswert.

      Das gleiche gilt für die CL, wo seit Jahren nur noch Mannschaften aus den 4 großen Ligen Europas den Titel unter sich ausmachen, warum soll ich mir den ganzen Mist dann noch ansehen?

      Hier gehts doch gar nicht mehr um Fussball, sondern um die Wahrung von finanziellen Interessen seitens der UEFA, der großen europäischen Clubs und derer die das ganze sponsern und finanzieren.

      Früher hat es unter der Bezeichnung “Pokal der Landesmeister” auch mal Gewinner wie Steaua Bukarest, PSV Eindhoven, HSV, Ajax, Celtic oder Benfica gegeben, die werden wir heute unter der neuen Bezeichnung CL nicht mehr sehen.

      Es ist sowieso total schwachsinnig, das die 4 großen Ligen in Europa inzwischen 4 Clubs ohne Quali direkt in die CL Gruppenphase schicken dürfen und die Fussballmeister anderer kleinerer europäischer Verbände in der Europaleague starten müssen.

      Früher war es so, das nur die jeweiligen Landesmeister am Pokal der Landesmeister Wettbewerb teilnehmen konnten, der Pokalsieger im europäischen Pokalsieger Wettbewerb und die anderen konnten im UEFA Cup starten das war alles klar geregelt.

      Jetzt darf jeder an der CL teilnehmen, ich korrigiere, jeder bis auf FB, so ist es richtiger ausgedrückt, das mir dann dieser Dreckswettbewerb nicht gefällt ist ja wohl sowas von normal oder? 😉

      Wenn es der UEFA um Fussball gehen würde, dann dürften an der CL auch nur die jeweiligen Landesmeister teilnehmen und meinetwegen auch der Vorjahresgewinner bzw. Titelträger, aber keine 4 Mannschaften aus der gleichen Liga nur weil die ihren kostspieligen und aufgeblähten Spielerkader durch die CL Einnahmen finanzieren wollen.

      Dann soll die UEFA auch in Zukunft nur in diesen 4 Ländern die CL Spiele übertragen, wenn die Hälfte der Teams aus diesen Ligen kommen, was geht mich das ganze dann als türkischer Fussballfan an, wenn es jedes Jahr nur eine einzige türkische Mannschaft in der CL zu sehen gibt oder?

      Ich schaue mir schon lange keine CL mehr an und bezahlen werde ich für den ganzen Mist auch keinen einzigen Cent, weil das ganze für mich kein fairer Fussballwettbewerb mehr ist sondern nur noch Geldmacherei.

  3. Avatar
    10. Oktober 2020 um 21:18 —

    Die hohe Wechselrate könnte ein Grund sein, warum
    die türkische Mazot (Süper)-Lig so schlecht abschneidet.
    Kaum haben sich die Spieler eingewöhnt, sind sie schon wieder weg.

Schreibe ein Kommentar