Im türkischen Fußball überschlagen sich die Ereignisse. Der Türkische Fußballverband TFF hat überraschend den neuen Termin für die mit Spannung erwartete Ausschreibung der TV-Übertragungsrechte bekannt gegeben. Ursprünglich war die Vergabe der Senderechte für die Trendyol Süper Lig und die Trendyol 1. Lig erst für den 13. Januar 2027 vorgesehen. Bei der jüngsten Vorstandssitzung fällten die Verbandsverantwortlichen jedoch einen neuen Beschluss: Der Termin für die Rechtevergabe wurde deutlich vorverlegt und findet nun bereits am 30. November 2026 statt.
GazeteFutbol gibt es jetzt auch als APP – Jetzt herunterladen!
Schwere Vorwürfe gegen TFF-Spitze: Strafanzeige gegen Haciosmanoglu und Gündogdu
Parallel zu den organisatorischen Entscheidungen gerät die Verbandsführung juristisch extrem unter Druck. Sieben Schiedsrichter und Schiedsrichterbeobachter haben bei der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft Strafanzeige gegen TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu sowie den ehemaligen Vorsitzenden des Zentralen Schiedsrichterausschusses (MHK), Ferhat Gündogdu, erstattet. Die Kläger – Bahattin Simsek, Kutluhan Bilgic, Mustafa Sönmez, Emre Altun, Taner Gizlenci, Süleman Abay und Cevdet Kömürcüoglu – lassen sich durch Rechtsanwalt Halil Ibrahim Atabay vertreten. Den Beschuldigten werden schwere Verfehlungen wie Verleumdung und Amtsmissbrauch zur Last gelegt. Laut Anklageschrift sollen sie ihre öffentlichen Befugnisse missbraucht haben, um die Unparteiischen aufgrund haltloser Anschuldigungen aus ihren Ämtern zu entfernen und deren beruflichen Ruf nachhaltig zu schädigen, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht.

WhatsApp-Protokolle belasten Verbandsführung
Besonders brisant: In die Strafanzeige wurden Chatverläufe aus der Messenger-App WhatsApp aufgenommen, die auf den digitalen Geräten von Ferhat Gündogdu sichergestellt worden sein sollen. Gündogdu war im Rahmen des Ermittlungsverfahrens der Ermittlungsabteilung für illegale Wetten und Sportkriminalität festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Den Vorwürfen zufolge soll TFF-Präsident Ibrahim Ethem Haciosmanoglu am 26. Juli 2024 dem damaligen MHK-Chef Listen von Partien aus dem Jahr 2015 übermittelt haben. Dabei soll Haciosmanoglu die betroffenen Schiedsrichter fälschlicherweise mit einer Terrororganisation in Verbindung gebracht und die direkte Anweisung erteilt haben, sie ihrer Ämter zu entheben – eine Anweisung, die Gündogdu in der Folge umgesetzt haben soll.

Eingestellte Vorermittlungen und Vorwurf der Verleumdung
In dem rechtlichen Schriftsatz wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Ibrahim Haciosmanoglu bereits in der Vergangenheit Versuche unternommen hatte, strafrechtlich gegen dieselben Personen vorzugehen. Als Motiv wird eine persönliche Feindschaft angeführt, die noch aus seiner früheren Rolle als Vereinspräsident stammen soll. Eingehende Prüfungen durch die Polizeibehörden, die Finanzermittlungsbehörde MASAK sowie die Auswertung sämtlicher Daten hatten jedoch eindeutig ergeben, dass keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten vorlagen. Das damalige Ermittlungsverfahren wurde mit einem Beschluss über die Nichtaufnahme einer Strafverfolgung rechtskräftig eingestellt. Dass der Verbandschef trotz Kenntnis dieser Einstellungsentscheidung erneut administrative Sanktionen anstieß, erfülle nach Auffassung der Kläger den Straftatbestand der Verleumdung gemäß Artikel 267 des türkischen Strafgesetzbuches (TCK).

Rechtswidrige Anweisungen und Antrag auf Anklageerhebung
Auch gegen den früheren Schiedsrichterchef Ferhat Gündogdu wiegen die rechtlichen Bedenken schwer. Den Beschwerdeführern zufolge hätte er die Befehle gar nicht ausführen dürfen. Unter Berufung auf Artikel 137 der türkischen Verfassung sowie Artikel 24 Absatz 3 des Strafgesetzbuches halten die Anwälte fest: „Eine Anweisung, deren Inhalt eine Straftat darstellt, darf nicht ausgeführt werden.“ Da Gündogdu die Anordnungen dennoch umsetzte, mache er sich wegen Amtsmissbrauchs nach Artikel 257 strafbar. Die Kläger beantragen nun die Einbeziehung aller forensischen IT-Berichte, der WhatsApp-Protokolle sowie der alten Archivakten, um die Eröffnung eines öffentlichen Strafverfahrens gegen Ibrahim Haciosmanoglu und Ferhat Gündogdu vor Gericht zu erwirken.




1 Kommentar
Also jeder der hier meine Kommentare zum TFF, Gündogdu, IHO und Co. liest dürfte über diese Ereignisse nicht großartig überrascht sein, jedenfalls fühle ich mich in meiner Expertise gegenüber dieser kriminellen Organisations Namens TFF wieder mal zu 100% bestätigt, ich bin hier über diese Ereignisse in keinster Weise überrascht, ich behaupte sogar, dass das immer noch die Spitze des Eisbergs ist und noch sehr viel Dreck was den türkischen Fussballk betrifft wie auch z.B. die türkische NM noch gar nicht aufgedeckt wurde.
Für mich gehört die ganze TFF und jeder Mitarbeiter ins Gefängnis, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dort auch nur eine einzige Person beschäftigt ist die nicht kriminell sein soll, ich meine die sich doch wirklich alle in irgendeiner Weise kriminell oder etwa nicht?
Ach so TV Rechte…..
Dazu sind meine Kommentare auch hinlänglich bekannt, das ist auch so eine Sache die in meinen Augen absolut kriminell läuft, ich meine wenn der mit dem höchsten Angebot (Saran Gruppe) die TV Rechte an der Süperlig dennoch nicht erwerben kann und jedesmal dieses beIN Sports die TV Rechte trotz massiver Klagen und Vorwürfe der Anhänger, Clubs und Funktionäre zugesprochen werden, kann das meiner Ansicht nach nur auf eine einzige Weise geschehen, nämlich auf eine absolut kriminelle Art und Weise.
Ihr wisst doch genauso gut wie ich, dass sich in einer freien Marktwirtschaft am Ende immer die Seite durchsetzt, die das beste und höchste Angebot unterbreitet, so wie z.B. bei der Warner Übernahme durch Paramount, die haben einfach das Netflix Angebot überboten und haben die Übernahme realisiert, aber in Bezug auf die Süperlig TV Rechte herrschen gegenteilige Verhältnisse, dort bekommt immer der mit dem niedrigsten Angebot die Rechte zugesprochen, der sich auch nicht an geltende Verträge hält und die verhandelten Bedingungen in Bezug auf die zu zahlende Summe mit tatkräftiger Unterstützung des TFF und der türkischen Klubvereinigung auch noch drücken kann.
Vielleicht wissen es einige hier nicht, aber unter dem ehemaligen Präsidenten der türkischen Klubvereinigung Aziz Yildirim lag der TV Vertrag bei 500 Millionen Dollar, aktuell steht er bei 190 Millionen Dollar/Euro, dafür sind solche Typen wie Gümüsdag, IHO, Büyükeksi und Co. verantwortlich, das ist nun mal Fakt.
Haa, Strichwort „Terrororganisation“ das überrascht micht natürlich auch nicht, dass beim TFF nur irgendwelche Fetöcu arbeiten, auch hier fühle ich wieder mal zu 100% bestätigt, ich meine was soll ich denn sonst dazu schreiben?