Besiktas

Quaresma: „Habe mich mit Günes nicht verstanden!″

Es ist für Ricardo Quaresma bereits die sechste Saison beim 15-maligen türkischen Meister Besiktas. Wahrscheinlich kann man in den letzten drei Jahren sportlich vom zweiten Frühling des portugiesischen Starkickers sprechen. In seiner ersten Zeit bei den „Schwarzen Adlern″ (2010-2012) konnte er nur den Gewinn des türkischen Pokals feiern, der aber vom Manipulationsskandal im türkischen Fußball überschattet wurde. Nach finanziellen Uneinigkeiten verließ er den Klub vorerst in Richtung Vereinigte Arabische Emirate, aber jeder hatte seinen Satz: „Ich beende meine Karriere nicht bevor ich mit Besiktas Meister geworden bin!″, noch in Erinnerung. 2015 war es dann soweit. Quaresma überzeugte Präsident Fikret Orman zu einer Rückholaktion und enttäuschte nicht. In seiner ersten Saison nach seiner Rückkehr holte er gleich die Meisterschaft und wurde daraufhin noch Europameister mit Portugal. In seiner zweiten Saison konnte er die Meisterschaft mit seinen Kollegen erfolgreich verteidigen. Auch in Europa konnte man Achtungserfolge feiern und erreichte das Achtelfinale der UEFA Champions League. Im exklusiven Interview mit dem vereinseigenen Instagram-Account auf Instagram TV ließ der 35-Jährige seine Erinnerungen Revue passieren und sprach unter anderem über Coach Senol Günes, seine Freunde Pepe und Cristiano Ronaldo. GazeteFutbol mit dem wichtigsten Aussagen.

Ricardo Quaresma über Pepe, die Nationalmannschaft und seinen Sohn Ricky:

„Mit Pepe hatte ich bereits beim FC Porto zusammengespielt und er ist wahrscheinlich einer der besten Innenverteidiger der Welt. In seiner Karriere hat er das später auch mehrmals bewiesen. Nach seinem Transfer zu Besiktas ist die Freundschaft zueinander noch intensiver geworden. Er ist sowohl auf dem Platz als auch außerhalb ein klasse Typ. Ich hoffe, dass unsere Freundschaft ein lebenlang erhalten bleibt. […] Portugal ist ein kleines Land, aber die Nationalmannschaft hatte immer einen tollen Kader. Trotzdessen hatte der Erfolg bislang auf sich warten lassen. Der Europameistertitel hat das ganze Land in Ekstase versetzt. Ich bin unglaublich glücklich, ein Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein. […] Mein Sohn Ricky ist definitiv talentiert und er könnte eines Tages besser als ich werden. Jedoch muss er die Stufen langsam und durchdacht hochsteigen.″

… über Derbys, Vodafone-Park und Zeugwart Süreyya Soner:

„Die Derbys hier sind sehr wichtig und ein Tor zu erzielen, ist etwas sehr Großes. Vor eigenem Publikum ein Tor zu erzielen, ist für mich etwas ganz Besonderes, aber das Wichtigste ist immer noch der Sieg der Mannschaft. […] Wenn ich mich an meine Vorstellung damals im Inönü-Stadion erinnere, dann denke ich mir stets, dass es das Beste war, was mir passieren konnte. Es war atemberaubend und die Bedeutung des alten Stadions ist eine ganz Besondere für mich. Ich fühle mich zwar im Vodafone-Park sehr gut, aber ich denke, dass wir im alten Stadion den Gegner viel mehr unter Druck setzen konnten. […] Süreyya Soner ist ein sehr besonderer Mensch. Ich habe in jedem Klub, in dem ich gespielt habe, gute Freundschaften aufgebaut und er ist einen von denen. Und dies wird ein lebenlang so bleiben. Manchmal können zwei Menschen ohne etwas zu sagen, miteinander kommunizieren. Das Verhalten und das Interesse reichen aus. Wir verstehen uns einfach blendend.″

… über seine erste Meisterschaft mit Besiktas:

„Die erste Meisterschaft hier war sehr wichtig für mich, denn ich hatte stets gesagt, dass ich meine Karriere nicht beenden werde, ehe ich eine Meisterschaft mit Besiktas geholt habe. Ich hatte mit allen Teams in meiner Laufbahn Meisterschaften gefeiert, aber nicht mit Besiktas. Wir hatten eine sehr starke Mannschaft damals mit sehr wichtigen Spielern. Ich werde die Meisterschaftsfeier auf dem Bosporus nie vergessen. Das war etwas ganz anderes. Und das ist ja auch der Unterschied von Besiktas zu anderen Mannschaften. In allen Belangen sind wir etwas Besonderes.″

… über seinen Coach Senol Günes:

„Eigentlich hatten wir mit Senol Günes keinen guten Start. Wir verstanden uns nicht und hatten sehr viele Meinungsverschiedenheiten. Doch mit der Zeit ist es uns gelungen, uns zu verstehen. Er verfügt über alle Eigenschaften, die einen guten Trainer ausmachen. Ich vertraue seiner Aufrichtigkeit und Ehrlicheit. Ich beneide ihm darum und er ist definitiv einer der außergewöhnlichsten Coaches die ich erleben durfte.″

… über Cristiano Ronaldo, Besiktas und seine Träume:

„Ronaldo wird von Tag zu Tag besser und unsere Freundschaft ist immer noch sehr besonders. Hut ab müsste man da sagen bezüglich der Beziehung zueinander. Ich und er haben unsere Träume tatsächlich wahr werden lassen. Barcelona beispielsweise war einer meiner Träume. Es war zwar nicht perfekt, aber ich habe mit sehr großen Stars gegen sehr große Stars wie Luis Figo gespielt. Er war über Jahre hinweg mein Idol und ich durfte mit Barca gegen ihn und Real Madrid spielen. Auch wurde ich Champions League-Sieger, was der Traum jedes Fußballers ist. Ich danke Gott, für alles was ich erreicht habe. […] Der FC Porto und Besiktas sind für mich sehr bedeutende Vereine. Ich werde bis an mein Lebensende beide lieben und ehren. Es war toll, das Trikot beider zu tragen.″


Vorheriger Beitrag

Aybaba: „Galatsaray-Spiel Wendepunkt“

Nächster Beitrag

Adem Ljajic: „Ich wollte nur Besiktas!″