BesiktasTrabzonspor

Nichts zu holen für die Istanbuler Teams in Trabzon

Trabzonspor ist es erstmals seit der Saison 2010/11 gelungen, alle Heimspiele in einer Saison gegen die Istanbuler Konkurrenz um Galatasaray (4:0), Fenerbahce (2:1) und zuletzt Besiktas (2:1) zu gewinnen. Als man dies das letzte Mal schaffte, war ausgerechnet der heutige Besiktas-Trainer Senol Günes der Coach der Bordeauxrot-Blauen. Damals gewann der Schwarzmeer-Klub in Trabzon der Reihe nach gegen Fenerbahce (3:2), Besiktas (1:0) und gegen Galatasaray (2:0).

Karaman-Elf hofft auf Tabellenplatz drei

Durch den Heimerfolg am Samstag gegen Besiktas (zum Spielbericht) hat Trabzonspor nun auch noch Chancen auf Platz drei in der Endabrechnung. Mit 60 Punkten liegt man nur zwei Zähler hinter Besiktas und könnte mit etwas Glück am 34. Spieltag Tabellenplatz drei erobern, der die direkte Qualifikation für die Europa League-Gruppenphase bedeuten würde. Ob Trabzonspor an dieser jedoch teilnehmen kann, ist nach den jüngsten Problemen mit dem europäischen Fußballverband UEFA noch ungewiss (GazeteFutbol berichtete).

Heim-Dominanz und Aluminium-Albtraum

Dies soll allerdings nicht die spielerische Dominanz der jungen Truppe von Trainer Ünal Karaman im eigenen Stadion gegen die großen Ligarivalen aus Istanbul trüben. In drei Partien gelangen dem Verein aus dem Nordosten der Türkei nicht nur drei überzeugende Siege gegen die Istanbuler Klubs. Phasenweise wurden die Gäste spielerisch und statistisch förmlich an die Wand gespielt. Insgesamt 58 Torschüsse fabrizierte Trabzonspor in diesem Zeitraum auf die gegnerischen Gehäuse, erzielte acht Treffer und musste lediglich zwei Gegentore hinnehmen.

Das Aluminium verhinderte dabei nicht nur gestern gegen Besiktas weitere Tore. So traf Trabzon in dieser Saison 26 Mal den Pfosten oder die Latte. Absoluter Spitzenwert in der Süper Lig. In allen Duellen zwischen den „vier großen Klubs“ der Türkei war Trabzonspor in der laufenden Spielzeit mit elf gesammelten Punkten der erfolgreichste. Es folgen Galatasaray mit acht, Besiktas mit sechs und Fenerbahce mit fünf Zählern. Mit fünf Heimsiegen in Folge erreichte Trabzon zudem die beste Siegesserie seit 2015 als man sechs Erfolge in Folge vor heimischen Kulisse verbuchen konnte.

Im Moment nicht aufzuhalten: Yusuf Yazici

Trabzon-Kicker blühen auf

Aber auch die Spieler erzielten einige Bestmarken und Top-Statistiken, die sicherlich erfreulicher sind. So schoss Defensivmann Filip Novak seit seiner Ankunft in der Türkei mit acht Toren mehr Treffer als alle anderen Abwehrspieler in der türkischen Liga. Yusuf Yazici markierte in den letzten drei Süper Lig-Spielen drei Tore. Für die gleiche Anzahl Tore benötigte der 22-Jährige zuvor 28 Spiele. Auch sein kongenialer Mittelfeld-Partner Abdülkadir Ömür war in den vergangenen vier Begegnungen direkt an vier Toren beteiligt (ein Treffer, drei Assists).

Trabzon-Trainer lobt Spieler und Fans

Nach dem 2:1-Sieg gegen Besiktas war TS-Chefcoach Ünal Karaman entsprechend zufrieden mit dem souveränen Auftritt seiner jungen Mannschaft: „Ich denke über die Probleme des Klubs in der laufenden Saison sollte man nicht beiläufig sprechen. Dennoch glaube ich, dass allen bewusst ist, mit was für Schwierigkeiten wir das ganze Jahr zu kämpfen hatten. Dennoch haben wir uns nicht hinter Widrigkeiten versteckt, sondern auf die Möglichkeiten konzentriert. Der Löwenanteil des sportlichen Erfolges liegt bei meinen Spielern. Hätten sie es nicht gewollt, wäre die Saison nicht so positiv verlaufen. Wir haben mit 14-15 inländischen Spielern trainiert. Aber niemand nahm das als Vorwand auf dem Spielfeld. Den zweiten Löwenanteil an den Leistungen dieser jungen Elf sehe ich bei unseren großartigen Fans. Heute war es wie ein Saisonabschluss beziehungsweise Abschiedsspiel. Es war ein schönes Spiel mit einem schönen Resultat. Ich bin überzeugt, unsere Fans gehen mit einem Lächeln nach Hause.”

Aus der Titel- und Champions League-Träume

Bei Besiktas war nach der Niederlage und dem nun auch mathematischen Ende der Chancen auf die Meisterschaft und die Champions League-Teilnahme die Enttäuschung groß. Der scheidende BJK-Trainer Senol Günes erklärte, gegen einen besseren Gegner verloren zu haben: „Wir haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt. In der Schlussphase waren wir am Spiel beteiligt und hatten unsere Chancen. Aber Unaufmerksamkeiten und Fehler haben die Gegentore ermöglicht. Da unser Spiel weit unter den Erwartungen zurückblieb, litt auch die Einstellung und Motivation der Spieler. Man muss einfach eingestehen, der dritte Platz ist für Besiktas ein Misserfolg. Damit kann niemand zufrieden sein. Gerade in einem Spiel, das unsere Titel- und Champions League-Chancen aufrechterhalten sollte, so aufzutreten, ist enttäuschend. Es gibt keine Ausreden. Weder haben wir als Team gut verteidigt noch haben wir offensiv überzeugt. Die zwei Verletzungen zur Halbzeit haben uns ebenfalls negativ beeinflusst. Schlussendlich muss man einfach sagen, der Gegner war besser als wir.“

Güven kritisiert Leistung – Kagawa und Hutchinson nicht genug

Youngster Güven Yalcin fasste die Pleite wie folgt zusammen: „Wir sind angereist, um zu gewinnen. Aber wir konnten nicht die Leistung zeigen, die wir uns vorgenommen hatten. Wir waren einfach nie wirklich im Spiel und konnten nichts auf dem Spielfeld, wie gewünscht, umsetzen. Wir haben gegen ein sehr starkes Trabzonspor gespielt. Als Team haben wir einfach nicht funktioniert“, so der 20-Jährige. Da half auch nichts, dass Shinji Kagawa sein viertes Joker-Tor erzielte, was ihn zum effektivsten Einwechselspieler der Süper Lig macht. In insgesamt 468 Minuten Spielzeit (etwa fünf komplette Spiele) kam der Japan-Star auf vier Treffer und zwei Assists.

Auch Atiba Hutchinsons starker Auftritt, vor allem in Halbzeit eins mit 49 Ballkontakten und 32 erfolgreichen Pässen von 33 Zuspielen und einer Passquote von 97 Prozent konnte nicht verhindern, dass Besiktas erstmals seit der Saison 2013/14 nur einen „Derby-Erfolg“ (in der Türkei werden auch Duelle gegen Trabzonspor als Derby bezeichnet) verzeichnen konnte (1:0 gegen Galatasaray). Dazu kommen drei Remis und zwei Pleiten. Beim Kanadier verlängerte sich indes durch seinen 26 Einsatz dessen Vertrag automatisch um ein Jahr.

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Stellvertretender Chefredakteur GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

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