Besiktas

Nach Suspendierung: Gökhan Töre rechnet mit Besiktas ab

Über seine Social Media-Accounts veröffentlichte Gökhan Töre am Donnerstagmorgen eine Stellungnahme, die einer Abrechnung mit seinem Klub Besiktas gleichkommt. In diesem Statement attackierte der 27-Jährige vor allem seinen langjährigen Klubpräsidenten Fikret Orman: “Das gestrige Interview von Fikret Orman mit einem Journalisten war leider völlig unangebrachter Natur und hat lediglich weitere Fragen aufgeworfen. Dies möchte ich Fikret Orman auf diesem Weg übermitteln. Wie von der FIFA vorgeschrieben, besitze ich, wie jeder andere Spieler, das Recht monatlich mein Gehalt ausgezahlt zu bekommen. Fikret Ormans Worte: ’Er wollte Geld verdienen ohne zu spielen. Was sollen wir machen? Wir haben es respektiert’ sind Verleumdungen. Gerade in dieser Zeit, die wirtschaftlich besonders prekär für den Verein ist und finanzielle Skandale, die immer wieder mit dem Namen Fikret Orman in Verbindung stehen, wirken diese Aussagen besonders störend für das Ohr des Zuhörers.”

Bezüglich seiner Suspendierung richtete der gebürtige Kölner ebenfalls schwerwiegende Vorwürfe an den BJK-Boss: “Vor dem Saisonstart wies ich im Trainingslager nach den medizinischen Untersuchungen durchgehend gute Werte auf und war in bester körperlicher Verfassung. Unser Trainer Senol Günes sagte sogar: ’Gökhan Töre ist unser neuer Transfer’. Nach meiner folgenden Suspendierung kontaktierte ich nach Ablauf von vier Spielen eines Abends Fikret Orman. Er sicherte mir zu, dass er mit dem Trainer sprechen werde, er sich aber nicht in dessen Entscheidungen einmische. Natürlich habe ich dies respektiert. 

Als er den Hörer auflegte, sagte er mir lachend am Telefon, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Man werde meinen Vertrag am Saisonende verlängern. Bei jedem Interview behauptet er unwahrheitsgemäß, ich hätte meine Verletzung nicht ausgestanden. Er hat mir eine Garantie gegeben und dies über das Saisonende hinaus, das er nicht einmal annähernd absehen kann. Das ist ein amateurhaftes Verhalten. Es ist unverantwortlich, mit der Zukunft eines Spielers so leichtfertig zu verkehren. Das ist kein professionelles Handeln eines Vorstandes.”

Vorstand übt Druck auf Töre aus

Abschließend erläuterte Töre, dass man ihn nötigen wollte, den Verein Richtung Europa zu verlassen und dass eine nachträgliche Klausel in seinen Vertrag aufgenommen werden sollte, die es ihm untersagt, innerhalb der Türkei zu bestimmten Vereinen zu wechseln: “Nachdem ich mein Anliegen übermittelt hatte, kam als Antwort von Fikret Orman, ich soll auf all meine Gehaltsansprüche verzichten und den Klub verlassen. Ich habe als Gegenangebot vorgeschlagen, dass ich nur auf meine noch ausstehenden Gehälter Anspruch erheben würde und dagegen auf die zukünftigen Zahlungen verzichte. Doch meine Offerte wurde abgelehnt. Stattdessen wurde mir mitgeteilt, für eine Vertragsauflösung käme für mich nur ein Wechsel nach Europa in Frage. Zusätzlich sollte eine Klausel in meinem Vertrag ergänzt werden, dass ich innerhalb der Türkei nicht zu Basaksehir, Fenerbahce oder Galatasaray wechseln darf. Bis zuletzt drängten sie mich zur Einwilligung und dass ich auf 300.000 Euro oder 200.000 Euro verzichten soll für diesen Deal.”

Gerade in der Zeit, als keine Transfers getätigt werden konnten, hätte Töre ohne Probleme spielen können. Dass er vollkommen fit sei, habe der Flügelspieler zu jeder sich bietenden Gelegenheit wiederholt und jedem gesagt, der Interesse an seinem Zustand bekundete. Darüber hinaus hätten die Vorstandsmitglieder Umut Günes und Ahmet Kavalci ihn gebeten, dass er mit seinen Teamkollegen spreche und sie überzeuge, ein Dokument für die entsprechenden Verbände zu unterzeichnen, das zusichert, dass für die Spieler seit sechs Monaten keine offenen Gehaltszahlungen vorliegen. Auch hier habe Töre Entgegenkommen demonstriert und sei dem Wunsch der Führungsriege nachgekommen, um guten Willen zu zeigen. Zudem betonte Töre, während er das von der Mannschaft getrennte Einzeltraining auf dem Fulya Hakki Yeten-Trainingsgelände fortsetzen musste, eine Strafe für seine Aussagen erhalten zu haben, die er zuvor über seine Social Media-Kanäle veröffentlichte.


Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf www.hurriyet.de

Link: https://www.hurriyet.de/news_nand-228-chster-eklat-gand-246-khan-tand-246-re-rechnet-mit-besiktas-ab33976_143512459.html

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Stellvertretender Chefredakteur GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

2 Kommentare

  1. Avatar
    23. März 2019 um 14:12 —

    Töre wird am Saisonende bestimmt zu uns wechseln. Terim ist ein großer Fan und bei uns kann er zu seiner alten Form wiederfinden. Das Kapitel Besiktas scheint zu Ende zu sein. Einen ablösefreien Töre nehme ich sofort auf.

  2. Avatar
    23. März 2019 um 13:53 —

    Wenn ich das ganze so lese, dann kann ich Gökhan Töre in dieser Angelegenheit nichts vorwerfen. Sein Gehalt steht ihm vertraglich zu, das kann weder BJK noch Fikret Orman abstreiten.

    BJK muss seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Gökhan Töre ohne wenn und aber einhalten. Und wenn man ihm seit Moanten kein Gehalt bezahlt hat, aus was für scheinheiligen Gründen auch immer, dann darf Gökhan Töre dagegen auch rechtlich vorgehen.

    Vertrag ist nun mal Vertrag, wenn sich BJK oder Fikret Orman nicht daran halten wollen, dann brauchen sie auch keine Verträge vereinbaren oder?

    Es geht mir hier tierische auf denn Sack, das ich bis dato immer noch nicht weiss was mit den vielen CL Millionen die BJK die letzten Jahre verdient hat passiert ist, obwohl ich hier schon mindestens 3mal nachgefragt habe. Wieso kann GF dazu keinen Artikel rausbringen oder besteht hier kein Interesse seitens GF? Den Eindruck habe ich nämlich inzwischen.

    Die Frage ist, warum BJK kein Geld mehr in der Kasse hat und wo dieses viele Geld hingegenagen ist? Diese Fragen sind doch wichtig oder etwa nicht?

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