Am vierten Spieltag der UEFA Champions League untermauerte der amtierende türkische Meister Galatasaray seine Heimstärke und bezwang den bis dato ungeschlagenen Bundesligisten VfB Stuttgart im RAMS Park verdient mit 2:0. Mit diesem Erfolg bauten die Gelb-Roten ihr Punktekonto auf sechs Zähler aus, während die Schwaben bei sieben Punkten stagnieren. Überschattet von emotionalen Tumulten und geprägt von einer ohrenbetäubenden Kulisse avancierte Neuzugang Aleksey Batrakov mit einem frühen Doppelpack zum Matchwinner.
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Blitzstart im RAMS Park: Doppelpack von Aleksey Batrakov schreibt Geschichte
Die Begegnung begann mit einer Schrecksekunde für den Gastgeber: In der 8. Minute flankte Maximilian Mittelstädt maßgeschneidert auf Jamie Leweling. Dessen Abschluss prallte spektakulär gegen beide Torpfosten und rollte auf der Linie entlang, während Ermedin Demirovic vergeblich jubelbereit bereitstand, ehe die Gala-Defensive klären konnte. Nach diesem Riesenglück schlugen die Hausherren eiskalt zu. In der 12. Minute brachte Aleksey Batrakov den türkischen Rekordmeister mit 1:0 in Führung. Nur drei Zeigerumdrehungen später verwertete der 21-jährige Russe in der 15. Minute einen präzisen Steilpass aus der Abwehr von Davinson Sanchez und erhöhte auf 2:0.

Mit diesen beiden Blitztoren schrieb der für 25 Millionen Euro von Lokomotive Moskau verpflichtete Mittelfeldakteur Geschichte: Er ist der erste Akteur in der Historie von Galatasaray, dem in den ersten 15 Minuten einer Champions-League-Partie ein Doppelpack gelang. Zudem traf Aleksey Batrakov im dritten Königsklassen-Spiel in Serie und schraubte seine Ausbeute auf vier Tore in der Champions League sowie fünf Treffer in zwölf Pflichtspielen. Nach der Partie feierte der Matchwinner gemeinsam mit den Anhängern und stimmte den traditionellen „Üclü/Dreier“-Jubel an.

Handgreiflichkeiten vor der Pause: Baris Alper Yilmaz und Deniz Undav sehen Gelb
In der 38. Minute entluden sich die Emotionen auf dem Rasen. Nach einem Foulspiel von hinter durch Chris Führich an der Seitenlinie verlor Baris Alper Yilmaz die Fassung, packte den Stuttgarter am Kragen und schleuderte ihn zu Boden. Als Stuttgarts Kapitän Deniz Undav beschützend eingriff, kam es zu wilden Rudelbildungen und Tumulten, an denen sich auch Betreuer und Ersatzbänke beteiligten. Erst nach Minuten gelang es dem englischen Unparteiischen Chris Kavanagh, die Lage zu beruhigen, woraufhin er sowohl Baris Alper Yilmaz als auch Deniz Undav mit der Gelben Karte verwarnte.

Ugurcan Cakir glänzt: Deutsche Presse spricht vom „Lärmorkan“
Im zweiten Spielabschnitt drängte der Bundesligist vehement auf den Anschlusstreffer, scheiterte jedoch immer wieder am überragenden Nationaltorhüter Ugurcan Cakir. Der Gala-Schlussmann vereitelte Großchancen von Deniz Undav (63. Minute), Chris Führich (65. Minute) und dem eingewechselten Dzenan Pejcinovic (86. Minute) in brillanter Manier. Bitter für die Gäste: Bereits in der 18. Minute musste Atakan Karazor verletzungsbedingt ausgewechselt und durch Yanik Spalt ersetzt werden.

Die deutschen Medien sparten im Anschluss nicht mit Respekt vor der Atmosphäre im Ali Sami Yen Spor Kompleksi. Der Kicker betonte, dass der VfB trotz hochkarätiger Möglichkeiten im ohrenbetäubenden Lärmorkan scheiterte. Die Welt verwies auf die frühe Verliererstraße des fehleranfälligen Bundesligisten in der aufgeheizten Kulisse. Die Bild bezeichnete die Kulisse als bittere Bewährungsprobe gegen die lautstärksten Fans Europas, während Spox und Sky Sports unterstrichen, dass der VfB trotz starker Phasen mit leeren Händen die Heimreise antreten musste.

Historischer Heimsieg bricht 26-Jahre-Fluch gegen deutsche Teams
Mit dem 2:0-Erfolg beendete Galatasaray gleich zwei historische Durststrecken. Erstmals seit 26 Jahren bezwang der Klub wieder ein deutsches Team im eigenen Stadion – der zuvor letzte Heimsieg datierte vom 4. November 1992 beim 1:0 gegen Eintracht Frankfurt, gefolgt von neun sieglosen Spielen (fünf Remis, vier Niederlagen). Zudem endete eine Serie von sieben sieglosen Duellen gegen Bundesligisten seit dem 3:2 gegen den FC Schalke 04 im Jahr 2013. Stuttgarts Bilanz bleibt dagegen makellos negativ: Auch im zweiten Europapokalspiel gegen ein türkisches Team nach dem 0:1 gegen Fenerbahce blieb der VfB ohne Punktgewinn. Eine beeindruckende Serie setzte sich ebenfalls fort: Seit 43 Europapokalspielen fiel in Partien mit Gala-Beteiligung stets mindestens ein Treffer. Eine besondere Anekdote am Rande: Als Ballkinder fungierten erstmals Nachwuchsspielerinnen der Frauenfußballabteilung des Klubs.



