Vor dem Richtungsweisenden Duell am vierten Spieltag der UEFA Champions League empfängt der amtierende türkische Meister Galatasaray den deutschen Bundesligisten VfB Stuttgart. Im Trainingszentrum Kemerburgaz Metin Oktay bezogen Cheftrainer Okan Buruk sowie Linksverteidiger Ismail Jakobs Stellung zur Ausgangslage vor der Königsklassen-Partie. Der 53-jährige Übungsleiter präsentierte sich gewohnt selbstbewusst und unterstrich die Relevanz der Begegnung für den gesamten türkischen Fußball, während er gleichzeitig Respekt vor der Offensivwucht des gegnerischen Ensembles äußerte.
Okan Buruk vor dem Stuttgart-Match: „Wenn wir als Mannschaft gut spielen, werden wir gewinnen“
Der Cheftrainer der Gelb-Roten machte im Pressegespräch unmissverständlich klar, dass sein Team vor eigenem Publikum auf Sieg spielen werde. Buruk analysierte die Ausgangslage detailliert: „Wir haben viele Gründe, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Der türkische Fußball braucht solche Siege dringend und muss in der Champions League weiterkommen. Gemeinsam mit meinen Spielern haben wir uns bestmöglich auf diese Begegnung vorbereitet. Da wir sehr viele Spiele hintereinander absolvieren, versuchen wir, unseren Spielern ausreichend Erholung zu ermöglichen und sie auf die nächste Partie vorzubereiten. Wenn wir uns das letzte Spiel unseres Gegners gegen Leverkusen ansehen, erkennen wir unterschiedliche Spielsysteme. Wir müssen uns sowohl auf eine Dreier- als auch auf eine Viererabwehrkette vorbereiten. Stuttgart ist eine gute Mannschaft mit großer Offensivstärke. Das haben sie auch in ihrem letzten Auswärtsspiel gezeigt. Wir können auf unseren vollständigen Kader zurückgreifen und sind mittlerweile besser in Form. Sowohl mental als auch körperlich befinden wir uns in einer besseren Verfassung. Wir werden alles dafür tun, um zu gewinnen. Der Auswärtssieg gegen Lille war sehr wichtig. Wenn wir auch hier gewinnen, können wir die Niederlagen aus den ersten beiden Spielen hinter uns lassen und mit sechs Punkten wieder zu den Mannschaften gehören, die sich nach oben orientieren.“

Analyse der schwäbischen Spielweise: Defensive muss stabil stehen
Mit Blick auf die taktischen Ausrichtungen des Gegners forderte Buruk höchste Konzentration im eigenen Abwehrverbund. Über die mutige Marschroute der Gäste äußerte er sich sachlich: „Wenn man sich die Begegnung ansieht, hätte sie auch 6:6 enden können. Es war ein solches Spiel. Sie haben sich sehr viele Torchancen erarbeitet, gleichzeitig aber auch zahlreiche Möglichkeiten zugelassen. Auch gegen uns werden sie ihre eigenen Pläne haben. Vielleicht werden sie ihre Aufstellung für diese Begegnung verändern. Wir werden ebenfalls unsere Pläne haben. Entscheidend sind die beiden Phasen des Spiels: wenn wir den Ball haben und wenn der Gegner in Ballbesitz ist. Wenn wir mit dem Ball die richtigen Entscheidungen treffen, werden wir uns meiner Meinung nach viele Torchancen gegen Stuttgart erarbeiten. Sie haben zahlreiche Angriffe durch das Zentrum vorgetragen. Wir müssen unseren Gegner gut verteidigen.“
Entwicklungsprozess und breiter Kader: „Gegen Fenerbahce hätten wir sechs Tore erzielen können“
Der Coach verwies auf den deutlichen Formanstieg seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen und unterstrich das enorme Offensivpotenzial des Ensembles. Auf der Pressekonferenz erklärte Buruk prägnant: „Vielleicht war das Spiel gegen Genclerbirligi die Begegnung, in der wir die meisten Torchancen zugelassen haben. Trotzdem haben wir dort kein Gegentor kassiert. Unser letztes Spiel haben wir mit vier Toren abgeschlossen. Wenn wir unsere Angriffe gegen Fenerbahce besser zu Ende gespielt hätten, wäre das möglicherweise eine Begegnung gewesen, in der wir mindestens fünf oder sechs Tore hätten erzielen können. Wichtig ist, dass wir uns diese Torchancen erarbeiten und dem Gegner gleichzeitig weniger Möglichkeiten ermöglichen. Entscheidend ist außerdem, dass wir unsere Spielweise von der ersten bis zur letzten Minute durchziehen. Wir sind in Form gekommen, und unsere Spieler haben begonnen, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Unsere Situation in der Liga ist sehr gut. In der Champions League haben wir drei Punkte. Meiner Meinung nach befinden wir uns in einer guten Verfassung. Um diesen positiven Zustand fortzusetzen, müssen wir morgen gewinnen.“

Volles Vertrauen in Leroy Sane und Ilkay Gündogan
Auch die Situation um die beiden Star-Neuzugänge Leroy Sane und Ilkay Gündogan thematisierte der Cheftrainer offen und brach eine Lanze für die hochdekorierten Mittelfeldakteure: „Wir haben mit ihnen zwei sehr gute Spieler, sowohl menschlich als auch fußballerisch. Wir sind davon überzeugt, dass sich beide weiter steigern werden. Wir verfügen über einen sehr breiten Kader. Im Laufe dieses Konkurrenzkampfes können sich die Einsatzzeiten verändern. Auch abhängig von der aktuellen Form unserer Spieler können wir Anpassungen vornehmen. Wir haben großes Vertrauen in Leroy und Ilkay. Beide arbeiten sehr hart. Auch wenn sie weniger Spielzeit bekommen, verändert sich ihre Trainingsintensität nicht. Da wir auf denselben Positionen mehrere Spieler haben, können die Einsatzzeiten unterschiedlich ausfallen.“
Fokus trotz Rücktritten in der Etage: „Wir sind eine Familie“
Die jüngsten Rücktritte der Präsidiumsmitglieder Metin Öztürk und Abdullah Kavukcu schob der Übungsleiter demonstrativ zur Seite und lenkte den Blick rein auf das Sportliche: „Wir konzentrieren uns sehr stark auf unser Spiel. Das sind keine Entwicklungen, die wir uns wünschen. Gerade in einer Phase, in der es sportlich gut läuft, möchten wir solche Dinge nicht erleben. Im Moment müssen wir an das Spiel denken. Wir haben einen Präsidenten, der die entsprechenden Entscheidungen treffen wird. Es steht eine sehr wichtige Begegnung bevor. Weder für mich noch für meine Spieler darf es irgendwelche Ausreden geben. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf das Spiel.“

Zugleich lobte er die Außenverteidiger Eren Elmali und Ismail Jakobs und hob die familiäre Atmosphäre im Verein hervor: „Sie sind nicht einfach nur meine Fußballspieler. Manchmal sind wir wie ältere und jüngere Brüder, manchmal wie Freunde. Wir unternehmen vieles gemeinsam. Wir kennen uns gegenseitig sehr gut und wissen genau, wozu wir in der Lage sind. Wenn ich sage, dass ich meinen Spielern immer vertraue, dann meine ich das wirklich so. Das sind keine leeren Worte. Ich glaube fest an sie. Ich weiß ganz genau, dass wir gemeinsam sehr große Erfolge erreichen können. Wir sind eine Familie. Und wir tun jederzeit mehr als das, was von uns verlangt wird, um zum Erfolg dieser Familie beizutragen.“
Reaktion auf historische Statistik seit 1992
Auf die Tatsache angesprochen, dass Galatasaray seit dem Jahr 1992 kein Heimspiel mehr gegen einen deutschen Vertreter siegreich gestalten konnte, reagierte Buruk gelassen: „Da man nicht jedes Jahr gegen deutsche Mannschaften spielt, können solche Statistiken unterschiedlich ausfallen. Stuttgart ist eine Mannschaft mit einer hohen körperlichen Qualität. Wenn wir uns allerdings ihre Spielweise vom vergangenen Spieltag ansehen, erkennen wir, dass sie einen risikoreichen Fußball spielen. In der Bundesliga erleben wir solche Begegnungen gelegentlich. Spiele, in denen beide Mannschaften Tore erzielen wollen und die dann 3:3 oder 4:4 enden. Auch ihr letztes Spiel war von dieser Art. Unser Gegner ist eine gute Mannschaft. Offensiv sind sie sehr stark. Wenn wir als Mannschaft gut spielen, werden wir meiner Meinung nach gewinnen.“

Ismail Jakobs stellt klar: „Wir müssen morgen unbedingt gewinnen“
Neben dem Trainer betrat auch der 27-jährige senegalesische Nationalspieler Ismail Jakobs das Podium. Der Linksverteidiger unterstrich die Dringlichkeit eines Dreiers im Kampf um das Weiterkommen und äußerte sich im O-Ton: „Wir müssen morgen unbedingt gewinnen. Das ist die einzige Wahrheit. Eren und ich haben eine sehr gute Beziehung zueinander. Wir zeigen beide sehr gute Leistungen. Meiner Meinung nach gibt es überhaupt kein Problem, wenn unser Trainer mich spielen lässt. Wir bringen beide unsere Leistungen. Unser Trainer weiß auch, dass wir uns gegenseitig viel Erfolg wünschen, unabhängig davon, ob ich spiele oder er. Wir wollen, dass der jeweils andere erfolgreich ist. Wir sind zwei gute Spieler mit einem guten Charakter. Wir tun alles für unsere Mannschaft. Meiner Meinung nach ist das eine sehr gute Situation für Galatasaray.“
Abschließend fand der Defensivakteur warme Worte für seinen Chefcoach: „Die Erfolge unseres Trainers sprechen bereits für sich. Viele Menschen würden gerne auf diesem Trainerstuhl sitzen. Wenn unser Trainer eines Tages nicht mehr hier ist, wird man das verstehen. Ich hoffe, dass dieser Zeitpunkt nicht so bald kommt. Unser Trainer hat sich bereits in die Geschichte von Galatasaray eingeschrieben. Wir erleben das gerade hautnah mit.“


1 Kommentar
Das wird morgen extrem schwer werden gegen Stuttgart. Die haben mit Demirovic, Undav und Pejcinovic echt 3 gute Knipser vorne. Auch dieser El Khannouss ist ein genialer Kicker und brandgefährlich.
Stuttgart spielt eine Saison mit Höhen und Tiefen, die wichtigsten Spiele gegen Bayern und Dortmund haben sie verloren. Dann gab es total unnötige Niederlagen gegen den Tabellenletzten Gladbach und gegen den HSV.
Dann gibt es, trotz heftiger Ausfälle, ein Auswärtssieg gegen Leverkusen.
Also ich weiß nicht gegen welches Stuttgart wie spielen werden. Ich sehe ein Duell auf Augenhöhe und erwarte keine einfache Partie. Wir haben natürlich unsere Fans im Rücken und können so unseren Druck aufbauen.
Spielerisch erwarte ich von uns wieder starkes Pressing im letzten Drittel und eine extreme Geräuschkulisse.
Ob das Stuttgart einschüchtern wird, werden wir morgen sehen.
Ich denke auch bei der Aufstellung wird es kaum Überraschungen geben, ich tippe auf diese:
—————————————–Ugurcan————————————-
Sallai——————–Sanchez——————–Abdülkerim————–Jakobs
—————————Torreira—————-Lemina—————————
Baris Alper——————————Batrakov——————————Yunus
——————————————–Osi—————————————
Ich kann mir vielleicht noch einen Singo also RV oder neben Sanchez anstelle von Abdülkerim vorstellen. Aber im Großen und Ganzen wird das zu 90% unsere Aufstellung werden.