Galatasaray

Galatasaray-Coach Fatih Terim: “Müssen vorsichtig und nicht voreilig sein”

Galatasaray-Trainer Fatih Terim sprach nach der letzten Trainingseinheit der Gelb-Roten vor dem Trainingsstopp auf dem Vereinsgelände (mehr dazu hier) mit dem vereinseigenen Sender “GSTV”. Dabei äußerte sich der 66-jährige Erfolgscoach zum aktuellen Stand im türkischen Fußball: “Es ist eine schwere Zeit. Es ist nicht leicht, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Doch in dieser Phase, in der man von Menschenleben und der Gesundheit spricht und sich in einer Zeit der Ungewissheit befindet, müssen wir vorsichtig und nicht voreilig sein. Ob aus der Süper Lig oder aus anderen Ligen, wir teilen unsere Ideen. Niemand sagt verbindlich, dass wir spielen oder nicht spielen sollen. Es mag sein, dass es der letzte Wunsch ist, dass nicht gespielt wird. Aber sollten wir spielen, muss zur richtigen Zeit und unter einem Maximum an Vorsichtsmaßnahmen gespielt werden”, so Terim.

Terim unterstreicht, früh das Virus thematisiert und davor gewarnt zu haben

Der Übungsleiter der “Löwen”, der selbst mit dem Coronavirus zu kämpfen hatte, äußerte sich auch zur Infizierung von Besiktas-Präsident Ahmet Nur Cebi: “Ich habe Ahmet Nur Cebi angerufen und ihm meine Genesungswünsche übermittelt. Betreffend dieser Sache habe ich nach dem Besiktas-Spiel einiges gesagt. Zu dieser Zeit haben wir uns als Klub, der keine verletzten oder gesperrten Spieler hatte und seit zehn Spielen unbesiegt war, zu diesem Thema geäußert. Als erfolgreichster Verein der Rückrunde sprachen wir die Gefahr des Virus an. Denn es ist nicht leicht, zu sprechen, wenn so viel Ungewissheit herrscht. Ich habe nicht davor zurückgeschreckt, zu sprechen. Vielleicht habe ich in der Aufregung der Situation meine Stimme etwas zu sehr erhoben. Das mögen mir alle nachsehen, denn in dieser Lage musste man es so ausdrücken. Wir haben als Priorität das Menschenleben gesetzt. Damals waren die Fallzahlen noch niedrig. Es waren nicht wie heute viele tausend Fälle. Wir haben bereits 4.000 Leben verloren. Es kommt leicht über die Zunge, aber es auszusprechen, zeigt nicht die Bedeutung. Es handelt sich dabei um Mütter, Väter von Menschen. Es ist eine Plage, die vor niemanden zurückschreckt.”

Die Aussagen nach dem Besiktas-Spiel und die Entwicklung in der Folge

Zu guter Letzt betonte Terim, wie sehr er mit seinen damaligen Äußerungen im Recht war. Dies habe die Zeit deutlich gezeigt: “Wenn wir uns die Woche anschauen, in der die Liga am Ende pausiert wurde, dann sehen wir Folgendes: Am Sonntag haben wir ohne Zuschauer gegen Besiktas gespielt. Es hieß die Liga geht weiter. Am Mittwoch kam die offizielle Aussage, dass die Liga nicht unterbrochen wird. Wir haben keine einzige Trainingseinheit absolvieren lassen. Auch die Schiedsrichter für unser Auswärtsspiel in Rize wurden berufen. Am nächsten Tag wurde die Entscheidung verkündet, dass die Liga unterbrochen wird. Hätten wir in dieser Woche nicht das Training gestoppt und auf die Testergebnisse am Donnerstag gewartet, würden wir heute vielleicht über andere Dinge sprechen. Hätten wir trainiert, hätten die Fallzahlen bei uns steigen können. Es gab sogar Leute, die nicht daran geglaubt haben, dass mein Test positiv ist und das Virus etwas außerhalb des Fußballs ist.”

Terim weiter: “In diesem Land können Ansichten und Erwartungen auseinanderliegen, aber mit der Gesundheit darf keine Polemik erzeugt werden. Noch immer gibt es viele unbeantwortete Fragen. Jeder arbeitet, doch es herrscht Ungewissheit. Wir sehen uns einer Situation gegenüber, in der wir nicht wissen, an wen wir uns wenden müssen und wer für was zuständig und verantwortlich ist. Ohne Symptome darf man keinen Test machen lassen. Sagen wir mit einer Sondererlaubnis hat man einen Test gemacht. Und nehmen wir an, dieser sei negativ ausgefallen. Aber am Abend geht die Person nach Hause oder in den Supermarkt. Am nächsten Tag hat der Test keinerlei Bedeutung mehr. Heute morgen um 10:00 Uhr haben wieder abermals Tests durchgeführt. Noch kennen wir die Testergebnisse nicht (mittlerweile bekannt – ein positiver Fall im Klub – Anm. d. Red.). Wir verfügen über eins der besten Gesundheitssysteme der Welt. Darauf habe ich sehr vertraut und habe keinem meiner Spieler erlaubt, in sein Land zurückzureisen. Ich habe ihnen gesagt, das unser Land mit den besten Vorkehrungen auf die Lage reagiert und dass sie nicht gehen sollen. Und ich danke ihnen, alle haben auf mich gehört. Man konnte sehen, wir recht wir damit hatten.”

 

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