Galatasaray

Duell der Generationen: Terim vs. Tedesco

Beim Duell zwischen Galatasaray und Schalke 04 kommt es auch zum Duell zwischen einem der jüngsten und einem der ältesten Trainer der diesjährigen Champions-League-Saison. Auf der einen Seite der mit allen Wassern gewaschene Fatih Terim, der mit seinen 65 Jahren schon zum vierten Mal auf der Trainerbank des türkischen Meisters sitzt, auf der anderen Domenico Tedesco, der mit seinen 33 Jahren gerade mal halb so alt ist wie der „Imparator“ vom Bosporus und erstmals in der Königsklasse mitmischt.

„Ich glaube, dass du vielleicht kurzfristig mehr Aufmerksamkeit hast, wenn du älter bist, wenn du ein Ex-Profi bist und was nachzuweisen hast“, weiß Tedesco aus eigener Erfahrung, schiebt aber hinterher, „aber das gilt nur für die ersten Tage, mittel und langfristig folgen dir die Jungs nur, wenn du menschlich sauber bist, wenn sie das Gefühl haben, sie werden fair behandelt und das Gefühl haben, dass du sie weiterbringen kannst.“

Dieses Gefühl zu vermitteln, versteht sein Gegenüber meisterhaft, bei aller taktischen Finesse liegt das große Plus von Terim zweifellos in seiner Fähigkeit, seine Spieler an ihre Leistungsgrenze zu führen. Am Mittwoch trifft er mit Tedesco auf einen Coach, der ihn vielleicht ja auch ein bisschen an sich selbst in jungen Jahren erinnert.

„Mein Gegenüber ist ein junger Trainer, der letzte Saison große Erfolge feiern konnte“, so Terim im Interview mit UEFA.com. „Ich habe meine Trainerkarriere im selben Alter begonnen, damals waren einige meiner Spieler älter als ich, ich weiß also genau, wie so etwas ist.“

Angst von Tedesco taktisch überrumpelt zu werden, hat Terim jedenfalls nicht. „Ich kenne ihr Spielsystem recht gut. In Deutschland leben ja sehr viele Türken. Schalke hat einige Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Wir respektieren diesen Klub sehr, schließlich wurde Schalke letzte Saison Zweiter hinter Bayern München. Ich hoffe nur, dass beide Spiele so ablaufen werden, wie beim letzten Duell zwischen beiden Klubs: sportlich auf Augenhöhe und sehr fair.“

2013 setzten sich die Türken nach einem 1:1 in Istanbul in Gelsenkirchen mit 3:2 durch und erreichten so das Viertelfinale. Tedesco weiß, wie schwer das Spiel am Mittwoch im Hexenkessel Ali Sami Yen wird, nicht zuletzt dank der lautstarken türkischen Fans. „Wir spielen dort nicht nur gegen eine gute Mannschaft, sondern auch gegen auch eine hervorragende Atmosphäre. Wir wollen uns aber nicht verstecken, mutig spielen, mit dem Ball und gegen den Ball, das zahlt sich am Ende des Tages aus“, verspricht Schalkes Coach. „Wir wollen nach jedem Spiel sagen können, dass wir alles abgeliefert haben und wenn wir das schaffen, haben wir schon mal viel erreicht. Das Achtelfinale wäre ein Traum.“

Ein Traum, den auch Galatasaray träumt. Mal sehen, welcher der beiden Klubs am späten Mittwochabend seinem Traum einen kleinen Schritt näher kommt.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf www.uefa.com

Link: https://de.uefa.com/uefachampionsleague/news/newsid=2577435.html


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