Besiktas

Besiktas: Die auslaufenden Spielerverträge

Kommt es zum großen Kaderumbruch in Istanbul? Bei Besiktas laufen gleich acht Spielerverträge aus. Die „Schwarzen Adler“ müssen abwägen, welche Akteure bleiben beziehungsweise, wen man finanziell überhaupt halten kann. Der wirtschaftlich stark angeschlagene Tabellenfünfte der Süper Lig muss eine sportliche Kosten-Nutzen-Analyse samt Kalkulation für die kommende Saison durchführen. Bei diesen acht Spielern des 15-maligen türkischen Meisters enden die aktuellen Verträge offiziell am 30. Juni:

Loris Karius: Die Leihgabe vom FC Liverpool bestreitet bereits seine zweite Saison in Istanbul. In der laufenden Spielzeit absolvierte der frühere U21-Nationalspieler Deutschlands 32 Pflichtspiele für Besiktas, in denen der 26-Jährige 46 Treffer (circa 1,44 Gegentore pro Spiel) hinnehmen musste und insgesamt acht Mal zu Null spielte (alle acht Mal in der Süper Lig). Der Klub vom Dolmabahce-Palast hatte den Deutschen im August 2018 für 2,5 Millionen Euro für zwei Jahre ausgeliehen. Der Abgang des Deutsch gilt als nahezu sicher. Neu-Trainer Sergen Yalcin hatte dies überaus deutlich in einem Interview angedeutet.

Pedro Rebocho: Auch der Linksverteidiger wurde ausgeliehen. Der Portugiese kam vom französischen Zweitligisten EA Guingamp. Wettbewerbsübergreifend bringt es der 25-jährige Defensivmann auf 18 Einsätze für die Schwarz-Weißen. Allerdings konnte Rebocho in den 1.319 Minuten, die er auf dem Spielfeld stand, selten überzeugen und stand in den letzten Spielwochen unter BJK-Coach nicht einmal mehr im Matchkader. Ein Verbleib gilt als äußerst unwahrscheinlich.

Atiba Hutchinson: Der Kanadier spielt seit fast genau sieben Jahren für Besiktas. Mittlerweile ist der Mittelfeldanker der Türken 37 Jahre alt. Dennoch besticht Hutchinson durch viel Laufbereitschaft und konstant gute Leistungen. In der laufenden Spielzeit kommt der Mann aus Brampton/Ontario auf 25 Partien, in denen dem 84-maligen kanadischen Nationalspieler vier Treffer und fünf Torvorlagen gelangen. Vieles deutet auf ein weiteres, gemeinsames Jahr am Bosporus hin, wenn man sich beim Gehalt einigen kann. Dies dürfte womöglich dann auch das letzte Karrierejahr des Vorzeigeprofis werden.

Gökhan Gönül: Seit Juli 2016 ist der gebürtige Samsuner im Verein. Ist der Rechtsverteidiger verletzt, hat Besiktas meist ein Problem. Zudem war Gönüls geplante Alternative Douglas fast die gesamte Saison über verletzt und konnte den 66-fachen Auswahlspieler der Türkei nie gleichwertig ersetzen, wenn er denn mal zum Einsatz kam. Gönül ist für den Istanbuler Traditionsverein eigentlich unverzichtbar. Eine Vertragsverlängerung mit dem 35-jährigen Defensivass sollte Priorität für den Vorstand haben. Gönül stand in der aktuellen Spielzeit in 24 Begegnungen auf dem Platz und konnte dabei zwei Tore und drei Assists verbuchen.

Caner Erkin: Auf der gegenüberliegenden Seite der Viererkette spielt Gönüls langjähriger Teamgefährte aus Fenerbahce-Zeiten und der türkischen Nationalelf. Im gleichen Jahr wie Gönül zog es auch Erkin zu Besiktas. In dieser Spielzeit kommt der Linksfuß aus Balikesir auf 32 Pflichtspiele. Erkin konnte in diesem Zeitraum drei Treffer verzeichnen und elf Tore direkt vorbereiten. Für seine Defensive wird Erkin oft harsch kritisiert, aber er gilt zumindest statistisch zu einem der besten Vorbereiter der Süper Lig. Aus Mangel an Optionen, wäre ein Abgang von Erkin wohl eher fatal als ein Vorteil für Besiktas. Aber auch hier dürften die finanziellen Aspekte eine wichtige Rolle spielen bei einer Vertragsverlängerung. Dies gilt überdies auch für Kumpel Gönül.

Mohamed Elneny: Der Ägypter wurde für ein Jahr vom FC Arsenal London ausgeliehen. Der 27-Jährige entwickelte sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten in Istanbul zu einer der tragenden Figuren im Team und echten Stütze im Spiel der Türken. Der Mittelfeldmann aus Mahalla lässt seine Zukunft momentan offen. Er könne sich sowohl einen Verbleib als auch eine Rückkehr nach England vorstellen. Chefcoach Yalcin würde den 77-maligen Nationalspieler gerne weiter in der Mannschaft sehen. Elneny kommt auf 28 Spiele für Besiktas und zwei Assists.

Abdoulay Diaby: Der Mann aus Mali, der im französischen Nanterre geboren wurde, ist ein weiterer Leihspieler bei Besiktas. Der 28-jährige Flügelspieler bestritt 29 Partien für den 1903 gegründeten Klub und konnte drei Treffer erzielen und zwei Tore auflegen. Dennoch wurden Diabys Leistungen oft kritisiert und als nicht ausreichend bezeichnet. Einige sprachen sogar von Flop oder Katastrophe. Zuletzt musste er seinen Platz für Tyler Boyd räumen, der ebenfalls nicht unumstritten ist. Eine Rückkehr zu seinem Stammverein Sporting Lissabon gilt als wahrscheinlich.

Kevin-Prince Boateng: Auch der aus Berlin stammende Offensivakteur ist per Leihe in die Türkei gekommen. Der 17-fache Auswahlspieler Ghanas wurde vom AC Florenz an den Bosporus gelotst und konnte in sechs Süper Lig-Einsätzen durchaus auch Akzente setzen und ein ums andere Mal die träge Offensive von Besiktas beleben. Zwei Treffer gelangen dem Angreifer bislang. Besiktas hat Boateng für 1,5 Jahre ausgeliehen. Die Verlängerung um ein weiteres Jahr ist jedoch an eine Leistungsoption gekoppelt. Zudem müsste Besiktas 1,7 Millionen Euro als Jahresgehalt an Boateng überweisen zusätzlich zu den 1,2 Millionen Euro für die Verlängerung der Leihe. Besiktas hatte sich mit Florenz auf eine Leihgebühr in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro verständigt und dass man für die Rückrunde lediglich 300.000 Euro an die Italiener überweisen muss. Wenn man die finanziellen Details klären kann, würde der Trainerstab Boateng gerne weiter im Trikot von Besiktas sehen.

Werde GF-Patron und bestimme mit …

Warum Patron werden? Hier erfahrt Ihr es!

Nur einen Klick entfernt: Folgt GazeteFutbol auch auf Instagram!

Nur einen Klick entfernt: Folgt GazeteFutbol auch auf Twitter!

Vorheriger Beitrag

UEFA-Boss Ceferin mit Kehrtwende: "Länder können ihre Meister benennen"

Nächster Beitrag

Fenerbahce-Arzt Prof. Dr. Kunduracioglu: „Spieler müssen fit zurückkehren"

Anil P. Polat

Anil P. Polat

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion