Süper Lig

Alle Fakten zum „Endspiel“ Basaksehirs in der Europa League

İstanbul Başakşehir legte einen enttäuschenden Start in die Gruppe J hin und liegt drei Punkte hinter Wolfsberg, die Österreicher erleben ihrerseits eine traumhafte Debütsaison in der Gruppenphase eines UEFA-Wettbewerbs.


• Die beiden Teams starteten am ersten Spieltag mit komplett gegensätzlichen Ergebnissen. Während die Türken bei der Roma mit 0:4 unterlagen, gewann Wolfsberg mit dem gleichen Ergebnis bei Borussia Mönchengladbach. Zwei Wochen später verbuchten beide ein 1:1-Unentschieden, İstanbul Başakşehir kassierte zu Hause gegen Gladbach den späten Ausgleich und Wolfsberg erkämpfte sich nach Rückstand noch einen Punkt gegen die Roma.

Frühere Begegnungen

• Dieses Spiel ist Neuland für beide Vereine: Während es für İstanbul Başakşehir die erste Begegnung mit einer Mannschaft aus Österreich ist, hatte es auch Wolfsberg noch nie zuvor mit einem Gegner aus der Türkei zu tun.

Hintergrund

İstanbul Başakşehir

• Für İstanbul Başakşehir ist dies die fünfte Saison in Folge auf europäischer Ebene, nachdem der Klub 2015/16 erstmals in UEFA-Wettbewerben in Erscheinung trat. Durch die Vizemeisterschaft im hart umkämpften Titelrennen in der Türkei hinter Galatasaray wurde die Qualifikation perfekt gemacht.

• Durch Niederlagen gegen Olympiacos (0:1 zu Hause, 0:2 auswärts) in der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League kam İstanbul Başakşehir zum zweiten Mal in die Gruppenphase der UEFA Europa League. Die erste Teilnahme in der Saison 2017/18 endete nach sechs Spielen, ihre acht Punkte reichten nur zum dritten Rang hinter Braga und Ludogorets.

• Der Klub aus Istanbul hat nur zwei seiner elf Heimspiele auf europäischer Ebene gewonnen (5 Remis, 4 Niederlagen), bei einem Torverhältnis von 9:10. Allerdings sind die Türken in der Gruppenphase der UEFA Europa League zu Hause noch ungeschlagen (1 Sieg, 3 Unentschieden).

Wolfsberg

• 2012 schaffte Wolfsberg erstmals den Aufstieg in die österreichische Bundesliga, letzte Saison belegte man hinter Meister Salzburg und Vizemeister LASK den dritten Platz, was die beste Platzierung der Vereinsgeschichte ist.

• Seine bisher einzige Europapokalsaison bestritt der Klub 2015/16, als man zunächst in der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League zwei Siege gegen Shakhtyor Soligorsk aus Belarus (1:0 auswärts, 2:0 zu Hause) feiern konnte, ehe in der dritten Qualifikationsrunde gegen Borussia Dortmund das Aus kam (0:1 zu Hause, 0:5 auswärts).

• Wolfsberg hat bislang noch kein Spiel in der Gruppenphase der UEFA Europa League verloren (1 Sieg, 1 Unentschieden).

Verschiedenes

• İstanbul Başakşehirs Fredrik Gulbrandsen spielte bis zum Sommer für Salzburg, in seinen drei Jahren in der Mozartstadt wurde er jeweils österreichischer Meister. In sechs Spielen gegen Wolfsberg gelang dem Norweger ein Tor.

• İstanbul Başakşehirs Trainer Okan Buruk hatte maßgeblichen Anteil, dass sich die Türkei in den Play-offs zur FIFA-WM 2002 gegen Österreich durchsetzte. Im Hinspiel in Wien erzielte Buruk das einzige Tor, beim 5:0-Rückspielsieg in Istanbul war er erneut erfolgreich. Bei der Endrunde in Südkorea/Japan belegte sein Land schließlich den dritten Platz.

• Eljero Elia (İstanbul Başakşehir) und Lukas Schmitz (Wolfsberg) waren von 2012 bis 2014 Teamkollegen bei Werder Bremen.

• Wolfsberg ist einer von sechs Debütanten in der Gruppenphase der UEFA Europa League, die anderen sind Espanyol, Wolverhampton Wanderers, Ferencváros, Olexandriya und Ligarivale LASK.

Die Trainer

• Der ehemalige Mittelfeldspieler Okan Buruk verbrachte fast seine gesamte Karriere bei Galatasaray. Mit dem türkischen Rekordmeister gewann er sieben Meisterschaften sowie 2000 den UEFA-Pokal und den UEFA Superpokal. Mit der türkischen Nationalmannschaft belegte Okan Buruk bei der FIFA-WM 2002 den dritten Platz. İstanbul Başakşehir ist im siebten Jahr seiner Trainerkarriere sein siebter Klub, er wurde beim Vizemeister im Sommer 2019 Nachfolger von Abdullah Avcı, den es zu Beşiktaş zog. Seinen größten Erfolg als Trainer feierte er im Jahr zuvor mit Akhisar Belediyespor, als er mit dem krassen Außenseiter im Finale gegen Fenerbahçe (3:2) den türkischen Pokal gewann.

• Nachdem Christian Ilzer Wolfsberg nach der Saison 2018/19 in Richtung Austria Wien verließ, engagierten die Kärntner im Mai Gerhard Struber als seinen Nachfolger. Vier Monate zuvor hatte Struber seinen Job bei Salzburgs Farmteam Liefering an den Nagel gehängt. Als Spieler hatte er 1997 mit Salzburg die Meisterschaft gewonnen. Anschließend wechselte er als Trainer in die Nachwuchsakademie des Klubs. Nach einem kurzen Intermezzo als Co-Trainer der Profis übernahm er im Juni 2017 zusammen mit Janusz Góra den Trainerjob bei Liefering, ehe er zwölf Monate später zum alleinigen Cheftrainer befördert wurde.


Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf www.uefa.com

Link: https://de.uefa.com/uefaeuropaleague/news/newsid=2628412.html


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4 Kommentare

  1. 24. Oktober 2019 um 7:44

    Der WAC ist in der österreichischen Bundesliga der einzige Verein aus meinem Bundesland. Keiner hier hätte jemals daran gedacht, dass sie so erfolgreich in ihre erste Europa League Saison starten würden.

    Obwohl sie Gladbach regelrecht zerstört haben und mit dieser Motivation gegen AS Roma einen Punkt geholt haben, denke ich irgendwie, dass Başakşehir heute gewinnen wird. So lange wir sie ernst nehmen und keine dummen Fehler beim Spielaufbau machen, sollte ein Sieg drin sein.

    Die Wolfsberger haben gezeigt, dass sie unangenehme Gegner sind und das man sie keinesfalls unterschätzen darf. Unsere Teams sind sowieso nicht in der Position, in der sie irgendein Team unterschätzen dürfen. In diesem Fall wird es aber wohl eher so sein, dass der WAC nicht so viel Bock auf die Partie haben wird, wie gegen Roma und Gladbach.

    Noch eine kleine Anmerkung: Ich habe bewusst von „wir“ geredet, da mich die Streitereien und Kleinkriege aus der Süper Lig nicht interessieren, wenn es um die europäische Bühne geht. Natürlich wünsche ich Trabzonspor und Beşiktaş ebenfalls viel Erfolg!

    • 24. Oktober 2019 um 9:50

      Top Einstellung!

    • 24. Oktober 2019 um 10:03

      Hi, bist du aus Kärnten? Ich bin aus Wien, der österreichische Fussball hat sich in den letzen Jahren immer mehr und mehr gebessert, und das ohne kostspielige Altstars aus dem Ausland. So eine Enwicklung hätte ich mir in der türkischen Liga auch gewünscht. Unsere Liga ist in meinen Augen sogar schwächer als früher. Nichtsdestotrotz wünsche ich Okan und seiner Mannschaft den Sieg!

    • 24. Oktober 2019 um 13:53

      Ja, ich wohne in Klagenfurt. Nach der Gruppenauslosung konnte ich es kaum erwarten, die AS Roma und Başakşehir in unserem Stadion zu sehen.

      Kurz darauf ist mir eingefallen, dass wir derzeit einen Wald im Klagenfurter Stadion haben xD Da hat man endlich die Gelegenheit, Spiele der UEL quasi vor der Haustüre zu sehen und dann so was…

      Früher habe ich den österreichischen Fußball immer nur belächelt, aber wenn man die letzten Jahre betrachtet, kann man sehen, dass Salzburg regelmäßig sehr stark in der Europa League vertreten war.

      Die Art, wie sie sich derzeit in der Champions League präsentieren ist auch genial. Dieser Erling Haaland, den sie für 5 M€ von Molde geholt haben, wird den Salzburgern eine Menge Kohle einbringen. Bei Sadio Mané war es ja auch ähnlich.

      Warum bringen die türkischen Teams so etwas nicht auf die Reihe? Klar, ich war bei dieser ganzen Falcao Sache auch aufgeregt und habe mich gefreut, aber was haben wir von ihm? Selbst der Marketing-Effekt ist quasi nicht vorhanden, da er entweder nicht spielt, oder wir ihn nicht in Szene setzen können. Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr auf solche Hypes einzugehen.

      Ich wünsche mir, dass unsere Teams auch junge unbekannte Spieler scouten, die dann in einer eingespielten Mannschaft aufblühen. Um jedoch eine eingespielte Mannschaft aufzubauen, muss zuerst diese Alt-Star-Mentalität aus den Köpfen entfernt werden!