Türkischer Fußball

Türkei in der Einzelkritik: Yazici desolat, Ünder zu verspielt, Berat Özdemir stark


Am siebten Spieltag der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2022 verpasst die Türkei die Chance Norwegen in der Tabelle zu überholen. Kerem Aktürkoglu hatte die Halbmondnation in der sechsten Minute in Führung gebracht. Kristian Thorstvedt glich in der 41. Minute aus. Damit bleibt die Türkei weiterhin zwei Punkte hinter den Norwegern und muss am kommenden Spieltag in Lettland auf drei Punkte hoffen. GazeteFutbol blickt auf die individuellen Leistungen der türkischen Akteure!


Ugurcan Cakir: Beim Gegentor machtlos, hatte der Trabzonspor-Keeper an diesem Abend wenig zu halten, da die meisten Abschlüsse der Norweger ins Toraus gingen. Falls doch was auf das Tor kam, war Cakir zur Stelle. Die Abschläge sowie die Spieleröffnung des Keepers bleiben jedoch ein großer Schwachpunkt. Note: 3,0

Zeki Celik: In die Offensive hat sich Celik an diesem Abend kaum eingeschaltet. Der Grund: Norwegens Elyounoussi beschäftigte den Lille-Abwehrspieler mehr als ihm lieb war. Dabei sah Celik oftmals schlecht aus, so dass der norwegische Angreifer über die gesamte Spieldauer hinweg nicht zu kontrollieren war. Das lag aber auch daran, dass Celik keinerlei Unterstützung von Cengiz Ünder bekam. Note: 5,0

Merih Demiral: Hatte einen nervösen Beginn, als er einmal mehr Schwächen in der Spieleröffnung offenbarte. Steigerte sich aber mit zunehmender Spieldauer und präsentierte sich gewohnt zweikampf- und einsatzfreudig. Note: 2,5

Serdar Aziz: Der Fenerbahce-Innenverteidiger feierte nach drei Jahren sein Comeback. Und das lief recht erfolgreich. Aziz spielte ohne Risiko und verlieh der türkischen Abwehr Sicherheit und Stabilität. Verzichtete glücklicherweise auch auf seine berühmt berüchtigten harten Foulspiele. Musste allerdings verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Note: 2,0

Caner Erkin: Viel Licht und Schatten für Erkin, der zwar viele Ballkontakte hatte und regelmäßig ins Offensivspiel eingebunden war, dafür aber mit seinen zum Teil unpräzisen Zuspielen/Flanken auffiel. Die altbewährte Krankheit des Linksverteidigers. Am Ende kam keine der sieben geschlagenen Flanken an. Dafür defensiv stabil und mit einigen guten Seitenwechseln. Note: 4,0

Berat Özdemir: Ein gelungenes Debüt für den Mittelfeldspieler, der überall auf dem Platz zu finden war, sich in jeden Zweikampf schmiss und auch wichtige Passwege zustellte bzw. Pässe abfing. Da Ozan Tufan und Hakan Calhanoglu nicht fähig waren, das Spiel der Türken aufzubauen, versuchte es Özdemir. Mit wenig Erfolg. Seine größte Schwäche bleibt das sichere Passspiel nach vorne. Note: 2,0

Ozan Tufan: Hielt mit Özdemir das Zentrum dicht und zwang die Gäste immer wieder über die Außen zu spielen. Defensiv konnte der Watford-Akteur mit seiner Körperlichkeit durchaus überzeugen, aber nach vorne ging nichts. Wirkte oftmals übermotiviert und zu überhastet und beendete das Spiel ohne nennenswerte Aktionen in der Offensive. Note: 4,0

Hakan Calhanoglu: Der Inter-Spieler sollte als Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive fungieren, das ging jedoch völlig in die Hose. War ohne Bindung zur Mannschaft zu keiner Phase richtig im Spiel und glänzte mehr durch Defensivarbeit als mit kreativen Momenten. Doch genau das wäre seine Aufgabe gewesen. Sehr schwacher Auftritt. Note: 5,0

Kerem Aktürkoglu: Erzielte gegen Norwegen sein erstes Länderspieltor und erwies sich auch darüber hinaus als Aktivposten. Konnte seine Schnelligkeit aber nur in den wenigsten Momenten zur Geltung bringen, da Norwegen die Räume gut zustellte. Ein belebendes Element im Spiel der Türken. Allerdings trifft der junge Türke noch in zu vielen Situationen die falschen Entscheidungen. Note: 3,5

Cengiz Ünder: Schwacher Auftritt vom Hoffnungsträger der Türken, der mit seiner Dribbelstärke und Torgefahr die größte Waffe der Gastgeber sein sollte. Doch davon war gegen Norwegen nichts zu sehen. Vertändelte sich in seinen unzähligen Dribblings, verlangsamte das Offensivspiel mit seinen Finten und wirkte in manchen Situationen aufreizend lässig. Sein bester Moment war die (sehr starke) Torvorlage für Aktürkoglu. Note: 4,5

Burak Yilmaz: Der „Kral“ befindet sich seit geraumer Zeit im Formtief und trifft nicht mehr für die Türkei. Lief gegen Norwegen viel und suchte auch die Zweikämpfe, doch von Torgefahr war im Ülker-Stadion nichts zu spüren. Steht womöglich nur noch in der Startelf, weil im Sturmzentrum die Alternativen fehlen. Note: 5,0

Berkan Kutlu: Mittelmäßiges Debüt für Kutlu, der seine große Laufstärke ins Spiel der Türken einbringen wollte. Das ging allerdings nach hinten los, da Kutlu sich nicht mit seinen Mitspielern abstimmen wollte und über den ganzen Platz hin und her rannte. So wirkte die Mittelfeldzentrale der Türken in der Schlussphase nochmals sehr anfällig. Note: 4,0

Taylan Antalyali: Antalyali bewies auch gestern Abend, dass seine Qualitäten für die türkische Nationalmannschaft noch nicht ausreichen. Fiel nur mit Quer- und Rückpässen auf, verlangsamte das Spiel nach vorne und versäumte es, Druck auf seine Gegner auszuüben. So ist der Türke keine Verstärkung für Stefan Kuntz. Note: 5,5

Kaan Ayhan: Wurde in der 70. Minute für den verletzten Serdar Aziz eingewechselt. Zeigte in den verbleibenden Minuten ein solides Spiel und fiel weder positiv noch negativ auf. Das spricht in der Regel für einen Innenverteidiger. Note: 3,0

Yusuf Yazici: Desolater Auftritt von Yazici, der für Ünder ins Spiel kam und allen voran mit seinem überheblichen Spiel auffiel. Schreckliche Torabschlüsse, ungenaue Pässe und kein Auge für den Mitspieler. Yazici macht bei der türkischen Nationalmannschaft da weiter, wo er zuletzt aufgehört hat. Note: 5,5

Kenan Karaman: Wurde erst in der 84. Minute eingewechselt. Daher keine Bewertung möglich. Note: –





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