Türkischer Fußball

Trotz türkischer Transferwelle ins Ausland: Nationalcoach Senol Günes will Ausländerregelung verschärfen

Der türkische Nationaltrainer Senol Günes war beim Sender “NTV” zu Gast und forderte im Gespräch eine Reduzierung der Ausländeranzahl in den türkischen Klubs. Und dies trotz der Förderung und der Wechselwelle zahlreicher junger türkischer Talente wie Cengiz, Ünder, Merih Demiral, Caglar Söyüncü oder Yusuf Yazici ins Ausland: „Wir geben den inländischen Spielern nur einen Spielanteil von 27 Prozent. Die Ausländer erhalten fast ausschließlich die Möglichkeit zu spielen. Wir geben fünf Millionen für einen Ausländer aus und lassen ihn spielen. Denn wir müssen ihn spielen lassen, schließlich haben wir fünf Millionen Euro für ihn bezahlt.“

Acht Ausländer reichen – Günes will Zahl signifikant senken

„Warum beträgt die Ausländeranzahl 14? Bei dieser Zahl war viel mehr angedacht, dass wir die türkischen Spieler fördern. Aber dies blieb nur ein Wunschgedanke. Verpflichte 14 Ausländer, lass elf spielen und setze drei auf die Bank. Dann brauchst du keine Jugendabteilung mehr. 14 ist viel zu hoch. Mann kann das nicht von heute auf morgen reduzieren. Aber nach und nach von zehn auf neun und auf acht. Ich denke die Ausländerregelung sollte auf acht Spieler beschränkt werden.“

Meinung stößt auf Kritik

Bei einer Konferenz sei Günes für seine Haltung zur Ausländerregelung verbal attackiert worden, verriet der 67-Jährige: „Bei einer Konferenz der Elite-Trainer habe ich meine Meinung zur Ausländerregelung kundgetan. Danach sah ich mich einem wortreichen Angriff ausgesetzt. Ich wurde gefragt, warum ich dann überhaupt Ausländer einsetze. Ich habe gesagt, dass es zu viele ausländische Spieler in der Türkei gibt.“

Fokus auf Infrastruktur und Entwicklung legen

Wichtig sei es die Nachwuchsförderung besser zu betreiben und eine geeignete Infrastruktur zu schaffen sowie gut ausgebildete Trainer im Jugendbereich einzusetzen, unterstrich Günes: „Bursa, Trabzon, Adana, Kocaeli, Sakarya, Edirne und Izmir. Manche Städte sind geeignet für den Fußball. Dort kommen immer wieder neue Spieler nach. Trabzon ist regelrecht eine Spieler-Fabrik. In allen Stadtteilen müssen Fußball-Felder angelegt werden. Im Ausland sieht man Städte und Gemeinden mit 15 Plätzen. Wenn wir das ebenfalls tun, dann steigen unsere Chancen. Zwischen zehn und zwölf Jahren ist das Lernstadium. Wir besitzen den höchsten Anteil von Jugendlichen bis 14 Jahren in Europa.“

Türkische Teams gefordert

Dennoch zeigte sich der Erfolgstrainer erfreut über die Entwicklung der aktuellen Generation der Türkei: „Unsere jungen Spieler wechseln in hoher Zahl ins Ausland. Das ist erfreulich. Die Erfolge von Galatasaray in der Champions League und auch von Besiktas sind wichtig. Bursa verfügt über eine sehr gute Nachwuchsabteilung und ist dennoch abgestiegen. Teams wie Bursaspor, die ihr Augenmerk verstärkt auf die eigene Jugendabteilung legen, sind wegen fehlendem sportlichen Erfolg nicht gleich schlecht. Das alles benötigt Zeit. Zudem wechseln viele gute Spieler immer wieder zu den großen Klubs. Das zu kompensieren, gelingt nicht immer.”

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

4 Kommentare

  1. Avatar
    19. August 2019 um 15:29 —

    Die Frage die sich keiner stellt ist folgende…..

    Was will der zahlende türkische beIN Sports Abonennt, der türkische Anhänger auf der Tribüne und der Rechteinhaber, wollen sie mehr Spieler wie Alper Potuk, Ismail Köybasi, Selcuk Inan, Mehmet Topal, Hasan Ali Kadririm, Emre Belözoglus oder weniger?

    Das ist hier die Frage oder? Deshalb ist es hier völlig egal was Senol Günes will, da er nicht derjenige ist der das ganze “Spektakel” in der Süperlig finanziert.

  2. Avatar
    19. August 2019 um 14:08 —

    Ein wenig kann man die Ausländerzahl senken, weil einige Mannschaften in der Türkei nur noch mit Ausländern spielt.

    Irgend wo hört der spaß auf.

  3. Avatar
    19. August 2019 um 13:54 —

    Senol behalte bitte deine bescheidene Meinung zu diesem Thema für dich. Letzes Saison hast du in der Süperlig 27x den 35 Jährigen Kanadier Atiba spielen lassen.

    “Wir geben fünf Millionen für einen Ausländer aus und lassen ihn spielen. Denn wir müssen ihn spielen lassen, schließlich haben wir fünf Millionen Euro für ihn bezahlt.“

    Und genau da liegt das Problem. Dann zahl halt nicht 5Mios für nen Ausländer. Vorallem wenn du es dir eh nicht leisten kannst. Zahl halt 300.000 Euro für nen jungen Ausländer und schau wie er sich entwickelt. Holland, Österreich, Ukraine, Griechenland diese Ligen zeigen vor wie es gehen kann mit weniger Budget..

  4. Avatar
    19. August 2019 um 11:24 —

    Natürlich kann jeder seine Meinung zum Thema Ausländerregelung in der Süper Lig haben.
    Ich bevorzuge es, mir Zahlen, Statistiken und Fakten anzugucken.
    Die aktuelle gelockerte Ausländerreglung mit 14 Ausländern, wurde im Sommer 2015 eingeführt.
    Ja, es stimmt, dass in den Türkischen Clubs überwiegend Ausländer aufgestellt werden. Hat sich das aber tatsächlich negativ auf den Türkischen Fußball ausgewirkt?

    Seit der gelockerten Ausländerreglung, gehen kontinuierlich junge Türkische Fußballer zu europäischen Top Ligen, teilweise sogar zu Top Clubs. Ich erinnere mich an keine Zeit im Türkischen Fußball, wo das, in dieser Quantitäg der Fall war.
    Unsere A-Milli Takim hat einen so hohen Marktwert wie noch nie und dieser wird kontinuierlich ansteigen.
    Dass unser Milli Takim in den letzen Jahren nur mit mäßigen Erfolg gespielt hat, lag nicht an den Spielern, sondern an Knallköppen wie Lucescu und Fatih Terim.

    Zusammenfassend kann man nur sagen, dass die gelockerte Ausländerreglung dem Türkischen Fußball, sowohl auf Club Ebene, auf Milli Ebene, als auch im Finanzellen Bereich nur Vorteile gebracht.
    Wenn sich schon Senol Hoca für eine starke Reduzierung der Auländeranzahl einsetzt, dann würde ich auch gerne wissen, was tatsächlich die Nachteile von 14 Ausländern im Türkischen Fußball sind.
    Egal wie sehr ich es drehe und Wende, ich sehe einfach keine Nachteile.

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