Das rot-schwarze Fußballwunder von Konya: Die Routiniers Serdar Gürler und Mame Thiam schießen den Neuling in die Eliteklasse
Ein geschichtsträchtiger Abend im zentralanatolischen Hexenkessel hat die Hierarchie des türkischen Fußballs nachhaltig verändert und eine ganze Provinz in kollektive Ekstase versetzt. Im Playoff-Finale der Trendyol 1. Lig besiegte Ahlatci Corum FK seinen Gegner Esenler Erokspor mit 2:0 und wird zum ersten Mal in der Trendyol Süper Lig antreten. Die mitgereisten Anhänger verwandelten das Stadion nach dem Abpfiff in ein rot-schwarzes Fahnenmeer, als der historische Erfolg endgültig in trockenen Tüchern war. Die Tore zum historischen Aufstieg erzielten die früheren und wieder neuen Süper Lig-Profis Serdar Gürler in der 37. Minute sowie Mame Thiam in der 53. Spielminute. Während die Angreifer eiskalt vor dem gegnerischen Kasten agierten, brannten beim Verlierer in der hitzigen Schlussphase komplett die Sicherungen durch. Bei Esenler Erokspor sah Guelor Kanga in der Nachspielzeit wegen eines groben Fouls noch die Rote Karte, was den bitteren Abend für den Tabellendritten der regulären Saison perfekt machte.
Der dramatische Weg des Überraschungsteams bis in das große Endspiel glich einem nervenzerreibenden Marathon, in dem die Mannschaft immer wieder enorme Stehaufmännchen-Qualitäten unter Beweis stellen musste. Nach Ablauf der regulären Runden der Trendyol 1. Lig beendete die reguläre Saison auf dem vierten Platz der Liga Corum FK, spielte in der Playoff 1. Runde und eliminierte Ankara Keciorengücü in einem engen Abnutzungskampf. Doch das war erst der Anfang der rot-schwarzen Erfolgsgeschichte im Kampf um das verbliebene Oberhaus-Ticket. Die Rot-Schwarzen besiegten in der nächsten Runde Sipay Bodrum FK nach einer 0:1-Hinspielniederlage im Rückspiel nach Verlängerung mit 2:0 und sicherten sich so das Ticket für das große Finale. Corum FK hatte die reguläre Saison auf dem vierten Platz beendet, während Esenler Erokspor als Tabellendritter direkt ins Playoff-Finale einzog. Damit bricht in der Region eine völlig neue Zeitrechnung an, denn die Stadt Corum wird in der Süper Lig erstmals durch Ahlatci Corum FK vertreten sein, was den Stellenwert dieses Sieges für die gesamte lokale Sportlandschaft unterstreicht.

Das Erfolgsgeheimnis des Taktikfuchses: Wie Ugur Ucar das Ruder herumriss und die Meistertrophäe in den Nachthimmel reckte
Der Vater des Erfolges steht unumstritten an der Seitenlinie und hauchte dem Team innerhalb weniger Monate eine unbändige Siegermentalität ein. Der technische Direktor Ugur Ucar, der am 17. Februar die Leitung von Corum FK übernahm, gab dem Team großen Schwung. Mit einer klaren taktischen Marschroute und einer mutigen Spielphilosophie stabilisierte er die Mannschaft im Rekordtempo. Den Rot-Schwarzen, die eine Serie mit sieben Siegen hinlegten, gelang es, die Saison unter den Playoff-Plätzen zu beenden und den Grundstein für das spätere Wunder von Konya zu legen. Nach dem Abpfiff im Konya Metropolitan Stadium brachen alle Dämme des Jubels. Im Playoff-Finale der Trendyol 1. Lig bezwang Ahlatci Corum FK Esenler Erokspor mit 2:0, dem es zum ersten Mal in seiner Geschichte gelang, in die Süper Lig aufzusteigen, und gewann bei der Zeremonie die Meisterschaftstrophäe. Bei der feierlichen Pokalübergabe auf dem Rasen überreichte der TFF-Vizepräsident Mecnun Otyakmaz die Meisterschaftstrophäe an Spieler von Corum FK und den Trainerstab, während ein gigantisches Feuerwerk den Nachthimmel erleuchtete.

Im Rahmen der anschließenden offiziellen Pressekonferenz gab der sichtlich gerührte Cheftrainer Ugur Ucar tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt und zog emotionale Parallelen zu seiner eigenen aktiven Zeit als Profi auf dem Rasen. Gegenüber den versammelten Medienvertretern erklärte Ucar, dass Konya an seiner Stelle getrennt sei: „Ich hatte hier während der Fußballzeit eine sehr schwere Verletzung und meine Karriere war daher sehr belastet. Als Trainer bin ich hier in einer anderen Geschichte. Ich spüre viele verschiedene Emotionen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, ich bin so aufgeregt. Das ist mein erster Titel als Trainer. Ich hoffe, es geht weiter.“ Der Coach stellte jedoch im gleichen Atemzug klar, dass der wahre Verdienst nicht bei ihm, sondern bei seinen Schützlingen liege. Er habe den Spielern schon am ersten Tag gesagt, dass sie die Protagonisten dieser Geschichte seien. Er danke ihrer Arbeit und ihrem Schweiß, da sie absolut alles auf dem Platz gegeben und sich den Lohn nun abgeholt hätten. Den größten Dank richtete er an die heimischen Fans, da sich die Stadt unbeliebig an das Team geklammert habe. Die Menschen seien mit dem Verein aufgewacht und schlafen gegangen, weshalb sie diese Meisterschaft am meisten verdient hätten.

Volksfest auf Anatoliens Straßen und ein schmerzhafter Schicksalsschlag inmitten der großen Feierlichkeiten
Die Nachricht vom sensationellen Aufstieg verbreitete sich in der Heimatprovinz wie ein Lauffeuer und verwandelte die Stadtplätze im Handumdrehen in riesige Partymeilen. Nach dem Aufstieg von Corum FK, der Erokspor im Playoff-Finale mit 2:0 besiegte, strömten Tausende Bürger auf die Straße, um zu feiern. Die Begeisterung kannte keine Grenzen mehr, als die Menschen die historische Leistung ihrer Helden ausgiebig zelebrierten. Nachdem der letzte Pfiff der Begegnung erklang, strömten tausende Bürger in Corum auf die Straße. Die treuen Fans bildeten Konvois, unternahmen Stadtrundfahrten und genossen den Aufstieg, indem sie auf dem Stadtplatz, auf den Straßen und Wegen feierten. Doch trotz des historischen Triumphes mischte sich auch eine tiefe, schmerzhafte Trauer in die rot-schwarze Partystimmung, wie der Trainer der Presse flüssig mitteilte. Mitten in den Feierlichkeiten erreichte die Delegation die Nachricht, dass der Vater von Defensivakteur Joseph Attamah verstorben sei. Der Coach betonte spürbar bedrückt, dass man diese schmerzhafte Nachricht erhalten habe und den Spaß aus Respekt vor dem Spieler und seiner Familie deshalb nicht zu lange verlängern werde.


