Trabzonspor

Trabzonspor im Jahr 2021: Mit Abdullah Avci & Bakasetas zum Top-Team gereift

Für Trabzonspor hätte 2021 wohl nicht besser laufen können. Die Bordeauxrot-Blauen beenden das Jahr mit einer großartigen Mannschaft und starken Resultaten auf der Pole-Position. Ende 2020 hatte man Abdullah Avci die Mannschaft anvertraut. Seine erste Spielzeit konnte er mit 71 Punkten auf dem vierten Platz abschließen. Trabzonspor, das mit Altstars wie Marek Hamsik und Gervinho in die neue Saison gestartet war, genoss zum Abschluss des vergangenen Kalenderjahres trotz der kalten Jahreszeit den Platz an der Sonne. Aufgrund eines Sieben-Punkte-Vorsprungs auf den ärgsten Verfolger Ittifak Holding Konyaspor rechnet man sich ernsthafte Chancen auf den Titelgewinn aus. GazeteFutbol mit den wichtigsten Ereignissen rund um Trabzonspor im Jahr 2021!

Bester Transfer des Jahres: Bakasetas

Auch wenn namhafte Spieler wie Hamsik oder Gervinho den Weg nach Trabzon fanden, so ist der beste Transfer im Jahr 2021 Anastasios Bakasetas gewesen. Nach guten Leistungen bei Aytemiz Alanyaspor mit 24 Treffern und zwölf Assists in wettbewerbsübergreifend 65 Begegnungen hatte der Grieche in der Süper Lig Begehrlichkeiten geweckt. Schließlich bekam der Tabellenprimus den Zuschlag und sicherte sich die Dienste des 43-maligen Nationalspielers für drei Millionen Euro. Dieser Transfer machte sich schnell bezahlt. Aktuell kommt der offensive Mittelfeldspieler auf 13 Tore und zehn Vorlagen in saisonübergreifend 40 Spielen. Der Publikumsliebling glänzte neben seinen Qualitäten als Scorer insbesondere durch sein hervorragendes Spielverständnis.

Schlechtester Transfer des Jahres: Malli

So gut der Transfer von Bakasetas ist, misslang im Gegensatz dazu die Verpflichtung des 25-maligen Nationalspielers Yunus Malli. In den letzten Jahren war es um den Deutsch-Türken in der Bundesliga ruhiger geworden. Nach erfolgreichen Zeiten beim FSV Mainz 05 und einer anfänglich positiven Bilanz beim VfL Wolfsburg konnte der Kasseler den Ansprüchen nicht mehr gerecht werden. So ging es nach einem kurzen Intermezzo bei Union Berlin ans Schwarze Meer. Während viele auf ein Comeback des 29-Jährigen warteten, sollte sich dieser ablösefreie Deal als ein totales Missverständnis herausstellen. In saisonübergreifend 17 Spielen (547 Einsatzminuten) konnte der bei Borussia Mönchengladbach ausgebildete offensive Mittelfeldspieler weder einen Treffer noch eine Vorlage verbuchen.

Tor des Jahres: Das 2:0 gegen Hatayspor von Cornelius

Am 17. Spieltag der aktuellen Spielzeit fuhr Trabzonspor im Heimspiel gegen Atakas Hatayspor einen ungefährdeten 2:0-Sieg ein. Doch der zweite Treffer des Tages verzückte nicht nur die eigene Anhängerschaft im Medical Park-Stadion, sondern jeden einzelnen Zuschauer der Spor Toto Süper Lig. In der 38. Minute trugen die Hausherren einen traumhaften Angriff mit 20 Passstationen vor, ehe der Däne Andreas Cornelius nach Vorarbeit von Stefano Denswil zum 2:0 vollstreckte. Randnotiz: Wäre der Sonntagsschuss des Slowaken Hamsik von der Mittellinie am achten Spieltag im Ligaspiel gegen Yukatel Kayserispor nicht aufgrund eines Regelfehlers aberkannt worden, hätte man wohl diesen Treffer zum Tor des Jahres in der Türkei gewählt.

Unvergessenes Match des Jahres: 2:1-Auswärtssieg bei Besiktas

Am 12. Spieltag war man zu Gast bei Double-Sieger Besiktas. Die Brisanz der Begegnung war auch durch Coach Abdullah Avci geprägt, der 2019 noch an der Seitenlinie der Schwarz-Weißen stand. In einer packenden Begegnung gingen die Gäste noch im ersten Durchgang in der vierten Minute der Nachspielzeit durch Abdülkadir Ömür in Führung. Nach dem Seitenwechsel schalteten die „Schwarzen Adler“ einen Gang höher und glichen durch Cyle Larin in der 62. Minute aus. Der Ausgleich beflügelte den Gastgeber, der nun auf Sieg spielte. Allerdings sollte dieses Mal Cornelius Besiktas einen Strich durch die Rechnung machen. In der sechsten Minute der Nachspielzeit trug sich der 28-Jährige auf der Ergebnistafel ein und schickte den Titelverteidiger endgültig in die Krise.

Bester Newcomer des Jahres: Djaniny

In der letzten Saison hatte er mit neun Treffern und einem Assist in 31 Begegnungen nicht die Zuneigung der Fans für sich gewinnen können. Viele waren sogar überrascht, dass man die Angebote aus den arabischen Fußballligen zwischen fünf bis zehn Millionen Euro nicht angenommen hatte. Nach Saisonbeginn wurde schnell klar, warum Trabzonspor den Angreifer nicht ziehen ließ. Zum Ende der Hinrunde kommt der Offensivmann aus Kap Verde bereits auf sechs Torerfolge und drei Vorlagen in 20 Spielen. Durch die nahezu gleiche Anzahl an Scorerpunkten wie in der vergangenen Spielzeit übertraf er die Erwartungen und ist mittlerweile eine große Waffe des Supercup-Siegers von 2021.

Traurigster Moment des Jahres: Die Tränen von Ömür

Nach vielen Ausfällen und schwerwiegenden Verletzungen in den vergangenen Jahren knüpft Abdülkadir Ömür an seine Leistungen aus der Vergangenheit an. Mit drei Treffern und einem Assist beendete er die Hinrunde nicht unbedingt mit vielen Scorerpunkten. Stattdessen lobten ihn die Fans für sein Pass- und Kombinationsspiel sowie seine hervorragende Übersicht. Zu Beginn der Saison hätte sich das allerdings noch keiner ausmalen können. Am vierten Spieltag wurde er in Trabzon im Derby gegen Galatasaray nach 37 Minuten ausgewechselt. Während sich der einstige Wunderknabe in Richtung Auswechselbank begab, wurde er von Pfiffen und Protesten der eigenen Fans begleitet. Daraufhin ließ der 22-jährige Mittelfeldspieler seinen Emotionen freien Lauf und konnte seine Tränen auf der Bank nicht mehr zurückhalten.

Besonderer Moment des Jahres: Dialog zwischen Nwakaeme & Mourinho

Im Playoff-Rückspiel der UEFA Europa Conference League bei der AS Rom unterlag Trabzonspor mit 0:3. Somit verpasste der Schwarzmeer-Vertreter die Qualifikation für die Gruppenphase. Ein besonderer Moment zum Ende der Begegnung zauberte dennoch allen Beteiligten ein Lächeln ins Gesicht. In der 89. Minute rief Star-Trainer Jose Mourinho Anthony Nwakaeme am Spielfeldrand zu sich. Während der Nigerianer neben dem Römer Rick Karsdorp stand, sagte der Portugiese zu ihm: „Bist du so gut oder ist er so schlecht?“ Der 32-Jährige hatte es also auch dem „Special One“ angetan.

Aussage des Jahres von Avci: „Duelliere mich nicht mit Mourinho“

Noch im Hinspiel hatte man zuhause gegen die AS Rom mit einer knappen 1:2-Niederlage den Kürzeren gezogen. Aufgrund des vielversprechenden Fußballs, den die Schützlinge von Avci an jenem Abend an den Tag gelegt hatten, hoffte man auf ein Wunder in der italienischen Hauptstadt. Der 58-jährige Übungsleiter wurde auf der anschließenden Pressekonferenz darauf angesprochen, dass er sich mit einem „mutigen Kader“ mit Mourinho „duelliert“ habe. Avci entgegnete mit den Worten: „Ich duelliere mich nicht mit Mourinho. Ich bin der Trainer von Trabzonspor. Ein Trainer kann sich nicht mit einem anderen Trainer duellieren. Ich habe weder dieses Leben noch dieses Spiel je als Duell gesehen.“





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