Besiktas

Situation prekär: Besiktas vor dem finanziellen Ruin?

Die finanzielle Situation bei Besiktas scheint kritischer als angenommen. Der Mangel an liquiden Mitteln nehme drastisch zu, ebenso wie die Spieler-Klagen beim Fußballweltverband FIFA wegen ausstehender Gehaltszahlungen.


Informationen von “Spor Arena” zufolge belaufe sich der Gesamtschuldenstand von Besiktas derzeit auf 2,314 Milliarden TL (rund 374 Millionen Euro). Bedenklicher als die Langzeitverbindlichkeiten seien jedoch die Schuldenbeträge, die der 15-malige türkische Meister binnen eines Jahres zu begleichen habe. Diese Summe belaufe sich dem Vernehmen nach auf 1,24 Milliarden TL (circa 200 Millionen Euro). Für diesen kurzfristig zu begleichenden Betrag gäbe es keine Mittel und keine ausreichende Deckung. Der einzige Ausweg sei die Umverteilung von Krediten beziehungsweise die Aufnahme von weiteren Verbindlichkeiten – eine Umschuldung also.

Theoretischer Konkurs bei Besiktas

Zwar seien die TV-Einnahmen von 312 Millionen TL auf 750 Millionen TL (etwa 121 Millionen Euro) gestiegen, doch davon wäre bereits im Vorfeld 200 Millionen TL (32,3 Millionen Euro) als Garantie- und Pfandscheine ausgegeben worden. Von den 2,134 Milliarden TL Gesamtschulden seien 1,666 Milliarden TL (circa 269,4 Millionen Euro) reine Finanz- und Geschäftsschulden. Eingebettet in diese laufenden Verbindlichkeiten sind natürlich die Zins- und Währungskurs-Schwankungen. Das Eigenkapital befinde sich bei einem Negativwert von 667 Millionen TL (circa 108 Millionen Euro). Der Periodenverlust sei von 3,2 Millionen TL auf 156 Millionen TL (25,2 Millionen Euro) angewachsen. Die verpasste Champions League-Teilnahme und die damit entgangenen Einnahmen seien der größte Faktor. Der Klub vom Dolmabahce-Palast stünde damit laut Analysten vor dem theoretischen Konkurs.

Ausstehende Gehaltszahlungen sind ein weiterer Krisenherd im Verein. Neben den Spielern würden auch die Angestellten des Vereins auf ihre Gehälter warten. Die ausstehenden Lohnzahlungen liegen demnach bei 166 Millionen TL (etwa 26,8 Millionen Euro). Wie die meisten türkischen Vereine warte auch Besiktas auf die neuen Schulden-Umplanungsmaßnahmen der staatlichen Ziraat Bank, die ein entsprechendes Projekt vorbereite, um den finanziell angeschlagenen türkischen Klubs wieder auf die Beine zu helfen und für Entlastung zu sorgen.

Budget: Gürtel muss enger geschnallt werden

Davon unberührt bleiben die zunehmenden Spieler-Klagen bei der FIFA. Die Zahl der eingereichten Klageschriften habe sich auf neun erhöht. Es handele sich bei diesen Spielern um Pepe, Veli Kavlak, Ryan Babel, Gary Medel, Tolgay Arslan, Ricardo Quaresma, Gökhan Töre, Vagner Love und zuletzt Loris Karius. Das Budget soll um 50 Prozent reduziert werden. Lag das Budget von Besiktas zu Beginn der vergangenen Saison noch bei 80 Millionen Euro wurde es zunächst auf 50 Millionen Euro gesenkt – dennoch kam es zu Zahlungsproblemen bei den Gehältern. Nun liegt es aktuell bei 40 Millionen Euro. Präsident Fikret Orman betonte in der jüngeren Vergangenheit mehrfach das Budget fest auf 40 Millionen Euro begrenzen zu wollen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die Verträge von Spielern mit hohem Jahressalär aufgelöst oder die Akteure wurden zu einer geringen Ablösesumme – oder gänzlich ohne Ablöse – abgegeben. So unter anderem Top-Verdiener Pepe, der den Verein ablösefrei verließ und zum FC Porto zurückkehrte. Der Kontrakt mit Alvaro Negredo wurde im gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Vagner Love erhielt eine einmalige Zahlung von 900.000 Euro und wechselte ebenfalls ablösefrei nach Brasilien. Der Vertrag von Veli Kavlak wurde hingegen einseitig aufgelöst. Der Spieler hat Klage auf Zahlung von drei Millionen Euro eingereicht. Der suspendierte Gökhan Töre ließ über seinen offiziellen Twitter-Account verlauten, dass er seit neun Monaten kein Gehalt erhalte. Erst kürzlich wurde vermeldet, dass auch der deutsche Torhüter Loris Karius seit vier Monaten auf sein Salär warte (Hürriyet.de berichtete) und noch eine siebenstellige Summe zu bekommen habe.

Unter Berücksichtigung dieser finanziellen Aspekte bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Kaderplanung und Wettbewerbsfähigkeit von Besiktas Istanbul auswirken wird. Eine offizielle Stellungnahme des Vereins zu den Meldungen steht noch aus.


Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf www.hurriyet.de

Link: https://www.hurriyet.de/news_alarm-bei-besiktas-and-8211-andquot-technischer-konkursandquot-_143511834.html

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Anil P. Polat

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Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

3 Kommentare

  1. Avatar
    15. März 2019 um 18:12

    Ich habe hier kurz nach dem Pokalspiel gegen FB geschrieben, das Senol Günes mit seinem kindischen Verhalten BJK um die Meisterschaft und die CL Teilnahme bringen wird und sie kommendes ihre besten Spieler verlieren werden, weil sie den teueren Kader nicht halten werden.

    Jetzt fühle ich mich in meiner Annahme voll und ganz bestätigt, ich meine jeder der ein wenig nachdenkt würde exakt auf die selbe Schlussfolgerung kommen.

    An dem GF Artikel habe ich einiges auszusetzen….

    Wo sind die vielen CL Einnahmen hingegangen??? Darüber erfahren wir hier kein einziges Wort, wollt ihr uns insgeheim sagen, das jeder Cent in die Taschen der Spieler gewandert sind, denn im Artikel steht das letzte Saison das Budget bei 80 Millionen Euro lag, was übrigens für türkische Fussballverhältnisse absoluter Wahnsinn wäre.

    Es ist zwar schön und gut alle Einnahmen aufzuzählen, noch viel schöner wäre es wie gesagt zu erfahren wohin die hohen Ausgaben gegangen sind liebe GF Redaktion. Nur eins weiss ich ganz genau, auf dem BJK Bankkonto sind die CL Einnahmen nicht gelandet sonst würden Karius und Co. nicht monatelang auf ihr Gehlat warten oder?

  2. Avatar
    15. März 2019 um 16:00

    Oh mann. Wieso trennt man sich nicht von Großverdienern wie Quaresma und co. Lieber mehr auf günstige Jugendspieler setzen. Wie machen es andere Vereine?

  3. Avatar
    15. März 2019 um 11:31

    Ohne Umschuldung ist der Verein Bankrott. Die werden Verträge zu utopischen Zinsen unterschrieben.

    Eigentlich sollte man die weiße Flagge ziehen und Besiktas zum Verkauf stellen.

    Unwürdig aber anders wird es nicht machbar sein.