Türkischer Fußball

Nuri Sahin: „Haben die Ärmel für den türkischen Fußball hochgekrempelt“

Bundesliga-Profi Nuri Sahin nahm am „My Master Game Plan“-Seminar der Istanbul Bilgi Universität teil und erklärte dort, dass er nach seinem Karriereende als Spieler aktiv für den türkischen Fußball arbeiten will, um dabei zu helfen, diesen weiterzuentwickeln: „Für mich und mein Team ist es heute ein besonderer Tag. Ich bin sehr aufgeregt. Ich realisiere meinen Kindheitstraum. Heute wird der erste Schritt für die Nuri Sahin-Akademie gelegt. Wir werden gemeinsam schöne Dinge bewirken. Für den türkischen Fußball haben wir die Ärmel hochgekrempelt. Wir arbeiten an Wegen, um den Sport und den Fußball in der Türkei erfolgreicher zu machen. Zunächst wollen wir mit Workshops beginnen und im Anschluss auf dem Feld aktiv werden. Sollte auch nur ein Spieler aus der Akademie in zehn bis 15 Jahren als ein Vorstandsmitglied hervorgehen, wäre ich schon der glücklichste Mensch der Welt. Wir wollen gute Menschen für den türkischen Fußball hervorbringen“, zitierte “NTV Spor” die einleitenden Worte des SV Werder Bremen-Spielers.

Sahin glaubt an junges türkisches Team

Der 30-Jährige betonte weiter, dass es im türkischen Fußball Innovationen und Reformen bedarf: „Der türkische Fußball und Sport müssen an einem besseren Punkt sein. Wir haben begonnen, dafür zu arbeiten. Ich hoffe, andere folgen diesem Beispiel. Die Nationalmannschaft hat eine gute Stimmung und Atmosphäre gewonnen. Unter einem so wichtigen Trainer, wie Senol Günes, bin ich überzeugt, dass das Nationalteam viel erreichen wird. Wir müssen der Mannschaft nur etwas Zeit geben. Ich bin voll Hoffnung. Natürlich habe auch ich nicht immer etwas im Gegenzug für meine Hoffnungen erhalten. Aber ich will die Dinge immer positiv betrachten. Wir werden viel Gutes bewirken.“

Gemeinsame Zeit beim Nationalteam: Nuri Sahin und Hamit Altintop

Altintop als Inspirationsquelle und Vorbild

Dass sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Hamit Altintop unter der Schirmherrschaft des neuen TFF-Präsidenten Nihat Özdemir einen Platz im Vorstand des türkischen Verbandes eingenommen hat, bewertete der 30-jährige Mittelfeldspieler ebenfalls als sehr positiv: „Ich wünsche dem neuen Verband alles Gute. Es sind wichtige Personen vertreten. Für mich ist der Name Hamit Altintop besonders. Er ist jemand, den ich sehr schätze und zum Vorbild nehme. Hamit hat immer nur gute Ansätze für den türkischen Fußball in seinen Gedanken. Die will er jetzt umsetzen. Er hat eine Vision. Er liebt die Türkei. Auch ich will nach dem Ende meiner Laufbahn dem türkischen Fußball verbunden bleiben und aktiv helfen. Ich bin sicher, dass ihr Nuri Sahin in den kommenden Jahren in ähnlicher Weise in bestimmten Funktionen wiederfinden werdet.“

Glücklich in Bremen – Rücktritt aus dem Nationalteam zur richtigen Zeit

Der gebürtige Lüdenscheider verriet überdies, dass er gerne einmal ein türkisches Derby als Spieler erlebt hätte, unterstrich zugleich allerdings nochmals, dass er den Zeitpunkt seines Rücktritts aus der türkischen Nationalmannschaft richtig gewählt habe: „Aktuell spiele ich bei Werder Bremen, einem aufregenden Klub. Diesem Verein ist es gelungen, meine Spielfreude und die Liebe zum Fußball erneut zu entfachen. Wenn ich meine Karriere eines Tages beende, werde ich rückblickend wohl sagen, dass es schön gewesen wäre, an einem der berühmten Derbys in der Türkei teilzunehmen. Was die Zeit zeigt, was man nicht. Im Moment bin ich sehr glücklich, dort wo ich bin. Was das Nationalteam betrifft, so denke ich, dass ich eine richtige Entscheidung getroffen habe. Ich habe definitiv meine Mission erfüllt. Wir verfügen über viele junge Talente in der Türkei. Vor allem auch auf meiner Position. Neben dem Platz will ich den türkischen Fußball natürlich weiter unterstützen und helfen. Sollte mir dies gelingen, wäre dies wunderbar und etwas sehr Schönes, was ich meiner Familie und Kindern stolz erzählen kann.“

Sahin mit voller Energie in Bremen

Legionäre machen einen tollen Job

Abschließend äußerte und bewertete der 52-malige türkische Nationalspieler die türkischen Legionäre, die in Europa spielen und nahm Stellung zur viel diskutierten Ausländerregelung in der Süper Lig: „Unsere Spieler im Ausland sind sehr erfolgreich. Cengiz Ünder postet ein Bild auf Instagram und De Rossi und Totti reagieren darauf. Das zeigt, dass Cengiz vieles richtig macht. Caglar Söyüncü ist von Deutschland nach England gewechselt. Okay ist sehr erfolgreich. Merihs Spielweise gefällt mir sehr gut. Die Zahl unserer Legionäre nimmt stetig zu. Das zu sehen, macht mich sehr glücklich.“

Sahin fordert mehr mediale Unterstützung für türkische Spieler

Sahin weiter: „Das zeigt nochmals, dass mein Entschluss vor zwei Jahren aus der Nationalmannschaft zurückzutreten, genau richtig war. Gut, dass ich der jungen Garde den Weg freigemacht habe. Die Jungs werden noch erfolgreicher werden, als wir es waren. Als ich damals zu Real Madrid wechselte, war kein türkischer Medienvertreter bei der Pressekonferenz dabei. Das war ein sehr enttäuschender Augenblick für mich. Uns obliegt es, unsere jungen Spieler überall bestmöglich zu unterstützen. Wir müssen als türkische Presse vor Ort alle unsere Spieler unterstützen und aller Welt so die Wichtigkeit dieser Akteure und des türkischen Fußballs zeigen. Es gibt viel zu tun.“

Sahin glaubt an türkische Talente und fordert mehr Unterstützung

Ausländerregelung – „Qualität setzt sich durch“

Was eine mögliche Ausländerbeschränkung in der Türkei betrifft, kommentierte der Bremer wie folgt: „Wenn ich mich als 30-jähriger Spieler betrachte, dann würde ich für eine Beschränkung sein. Aber habe mich nie in dieses Thema eingeschaltet. Wir haben mehr Spieler im Ausland als je zuvor. Und die Jungs spielen sehr gut. Unsere Vereine sind sehr wertvoll. Je früher unsere jungen Spieler ins Ausland wechseln, desto besser ist es für ihre Entwicklung. Qualität zeigt sich und setzt sich immer durch. Wir haben sehr wichtige Spieler. Wir sollten uns auf diese konzentrieren“, so Sahin.

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

3 Kommentare

  1. Avatar
    22. Juni 2019 um 22:24

    Nuri Sahin, der weiss wann genug ist und wann man Platz machen soll, nicht wie dieser Sesselpupser Volkan Demirel

  2. Avatar
    22. Juni 2019 um 12:16

    Sahin und Altintop im TFF fände ich schön richtig gut sind beide meiner Meinung sehr kluge Köpfe und wüssten wahrscheinlich auch wo man anpacken muss und was getan werden muss um wieder erfolgreich zu sein.
    Würde mich über einen sahin auch sehr freuen könnte mir gut vorstellen das er bevor er seine Fußballlaufbahn beendet noch 2 Jahre oder so bei uns dranhängt

    • Avatar
      22. Juni 2019 um 12:59

      Du hast völlig recht.Bin der gleichen Meinung man sollte solchen Spieler eine Chance geben.Sie haben beide jahrelang gute Leistungen für die Türkei geleistet und können vielleicht in der TFF weitermachen.Wir brauchen auf jedenfall eine Veränderung,damit Spieler wie Salih Ucan,Muhammed Demirci,Recep Niyaz nicht in Vergessenheit geraten.Bin schon mal gespannt,wie sich der türkische Fußball präsentieren wird in der Zukunft.