Galatasaray

Galatasaray und das 60 Millionen Euro-Mittelfeld

Der türkische Meister Galatasaray hat in der abgelaufenen Transferperiode für viel Aufsehen gesorgt. Und damit ist nicht allein die Verpflichtung von Starstürmer Radamel Falcao gemeint. Die Verstärkungen für das Mittelfeldzentrum sollen den nationalen und internationalen Gegnern die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Clevere Transferstrategie überlistet FFP

Insbesondere die kluge und durchdachte Strategie des GS-Vorstandes, der geschickt die Lücken in der Ausführung des Financial Fairplay genutzt hat, ringt Respekt ab. Um die Einnahmen- und Ausgaben-Bilanz bei Spielerverpflichtungen und Verkäufen (wie vom FFP auferlegt) positiv zu halten, wandelten die Vereinsverantwortlichen der „Löwen“ Spielergehälter in hohe „Leihgebühr-Forderungen“ um. Man übernahm quasi das Gehalt des ausgeliehenen Spielers, dafür entrichtete der Leih-Verein das Gehalt des Akteurs quasi als Gebühr.

Eigentlich unbezahlbar und dennoch ab sofort im „Gala-Dress“

Ein Kniff, der zwar in seiner Gesamtheit finanziell nichts ändert, aber die Transferbilanz auf dem Papier zugunsten von Galatasaray beeinflusst hat. Durch diesen Trick konnten Spieler wie Mbaye Diagne abgegeben, aber vor allem Stars wie Weltmeister Steven Nzonzi, Jean Michael Seri und Mario Lemina an den Bosporus gelotst werden. Die Mittelfeldakteure besitzen allesamt kalkulierte Marktwerte, die kein türkischer Verein aktuell oder in naher Zukunft bezahlen könnte.

Marktwert von drei Spielern übersteigt den von 14 Süper Lig-Klubs

Laut “Transfermarkt.de” wird der Marktwert von Nzonzi auf 23 Millionen Euro beziffert, während für Seri 25 Millionen Euro und für Lemina 15 Millionen Euro taxiert werden. Zusammen bringen es die drei ausgeliehenen Profis auf einen Marktwert von 63 Millionen Euro. Damit sind diese drei Kicker allein so viel wert wie beispielsweise der gesamte Kader von Trabzonspor (63,9 Millionen Euro) und teurer als die Kader von 14 Süper Lig-Vereinen. Lediglich die kollektiven Mannschaftskader von Besiktas (84,25 Millionen Euro) und Fenerbahce (83,38 Millionen Euro) sind kombiniert mehr wert als diese drei GS-Spieler.

Nach den Abgängen von Fernando Reges und Badou Ndiaye machten sich einige Galatasaray-Fans Sorgen um die Beschaffenheit und die Qualität des Mittelfeldes. Sollten die sportlichen Leistungen den Marktwerten der neuen GS-Stars gerecht werden, hat das Präsidium der Gelb-Roten gleich mehrere Kaninchen aus dem Hut gezaubert.

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Anil P. Polat

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Hürriyet.de-Redaktion

4 Kommentare

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    15. September 2019 um 2:03

    Ich bin kein Fußballexperte – aber ich kannte nicht einen dieser Spieler bevor sie zu Gala gewechselt sind 😀

    Klar das sind für die Süper Lig Top Spieler – Aber in der CL wird das niemanden beeindrucken…

    Das ist übrigens kein Hate – Ich würde das selbe über jeden Spieler bei Fener sagen…

    Wenn das Weltklasse Spieler wären, wären sie nicht in der Türkei..

    Wir müssen uns halt mit den Alpers und Selcuks zufrieden geben…

    • Avatar
      15. September 2019 um 7:53

      Ich habe von diesen Spielern auch noch vorher nie was gehört. Diese Spieler sind leider die Elite in unserer Liga, traurig aber war. Noch trauriger, dass sie nur ausgeliehen sind!

      In der CL wird man niemanden beeindrucken, ist doch klar. Wann haben wir denn je jemanden beeindruckt in der CL???

      Unsere Liga war schon immer Kanonenfutter in der CL. Zwei Negativrekorde der CL sind in unseren Händen: 8-0 BJK und 6 Spiele 0 Punkte bei FB.

      Wie weit die Süper Lig im internationalen Vergleich ist, hat man doch zuletzt beim Audi Cup gesehen, als es gegen die Bayern vier Mal innerhalb 18 Minuten im FB Kasten klingelte. Selbst ein Ridvan Dilmen hat gesagt, weil Bayern gewollt hätte, wäre es zweistellig ausgegangen.

      Vergleich mal den Marktwert von Fortuna Düsseldorf mit dem Marktwert unserer drei Großen Teams. Dann weißt du Bescheid.

      Bevor wieder alle schreien – das war auch kein Hate. Realität. Oder habe ich Unrecht?

  2. Avatar
    15. September 2019 um 1:37

    Stevens spielt bei uns als ob er bereits 10 Jahre im Team ist.
    Seri bin ich mir nicht sicher aber ich gebe ihm noch die erste Halbzeit der Saison. Lemina benötigt auch noch etwas Zeit aber ich denke dass kommt noch.
    Ich bin echt froh kein Selcuk mehr zu sehen. Seine besten Zeiten sind rum. Warum man mit ihm noch verlängert hat kann ich nicht verstehen. Die Leistungen von damals, da kann er schon lange nicht mehr anknüpfen.
    Hoffen wir mal aufs beste, dass wir in der CL soweit wie möglich kommen.

  3. Avatar
    14. September 2019 um 18:20

    Das wir Mitroglu und Diagne verliehen haben, aber dafür noch die Gehälter zahlen ist clever gemacht von Cengiz und Co. Alleine dadurch haben wir 4,7 Mio Euro eingenommen und können eine positive Transferbilanz vorzeigen.
    Das türkische Vereine Spieler wie N’Zonzi, Lemina und Seri nicht kaufen kann ist klar. Eine Leihe ist für alle drei Parteien die geeignete Lösung und zugleich eine Win-Win-Situation. Für die Champions League brauchst du so welche Spieler ansonsten kann man sich warm anziehen.
    Ich erinnere mich an die Saison wo wir mit Selcuk Inan und Bilal Kisa gegen Benfica in der CL gespiel haben…

    Ich erhoffe mir vieles von den genannten Namen, für viele geht es auch darum in der Karriere endlich mal einen Titel zu gewinnen und da sind die Chancen bei Galatasaray am höchsten. Solche Spieler wollen dauerhaft in der CL spielen und dies geht auch am Besten mit GS.

    Wenn die Spieler gute Leistungen zeigen und es Interessenten gibt können wir problemlos die KO ziehen und direkt weiterverkaufen. An dieser Stelle will ich Cengiz und Albayrak danken, sie haben ihre Aufgaben erledigt und nun stehen Terim, Sas und Davala in der Pflicht und müssen aus dieser Mannschaft eine Einheit formen die Titel gewinnt.