Besiktas

Ex-Besiktas-Profi Dusko Tosic und seine Corona-Chroniken aus China

Der langjährige Süper Lig-Profi und frühere Besiktas-Spieler Dusko Tosic berichtete im Interview mit dem türkischen Sportblatt “Fanatik” über die Geschehnisse in China nach dem Ausbruch des Coronavirus. Der 26-malige serbische Nationalspieler spielte zwischen 2015 – 2018 für Besiktas und gewann mit den Istanbulern zwei Meistertitel. Im Juni 2018 wechselte der 35-Jährige dann schließlich für 4,5 Millionen Euro zum chinesischen Klub Guangzhou RF.

Der Ausbruch

Der physisch starke Linksfuß berichtete, wie er den Coronavirus-Outbreak hautnah vor Ort mitbekommen habe: „Nach dem Ende der chinesischen Saison bin ich für einen Monat in meine Heimat Serbien gereist. Dann bin ich nach einem Urlaub in Dubai nach China zurückgekehrt. Es war die Zeit, in der das chinesische Neujahr gefeiert wird. In der letzten Woche des Januar kehrte ich aus Dubai nach Guangzhou zurück. Wir wussten von der Coronavirus-Seuche im Land. Wir waren bemüht vorsichtig zu sein. Wir nahmen das Training wieder auf. Aber gleich nach der ersten Trainingseinheit kam unser Trainer zu mir und sagte ‚du fährst ohne Zeit zu verlieren sofort nach Hause’. Und ich befolgte die Anweisung.

Mit letztem THY-Flieger China verlassen

Mir wurde gesagt, dass ich für eine gewisse Zeitspanne das Haus nicht verlassen soll. Danach kam die Info, dass die Trainingseinheiten auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden. Es wurde allen ausländischen Spielern mitgeteilt, dass sie in ihre Heimat zurückkehren können. Im Anschluss rief ich umgehend meinen Manager an. Zu diesem Zeitpunkt wurden immer mehr Flüge in China gestrichen. Wir haben gerade noch so den letzten Flug mit Turkish Airlines (THY) finden können“, so Tosic.

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Halt in Istanbul

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Istanbul ging es für Tosic schließlich weiter nach Serbien. Doch auch die anschließende Zeit wurde vom Coronavirus überschattet: „Auf dem Weg von meinem Haus zum Flughafen sah ich unglaubliche Bilder. Es war tatsächlich so, als ginge Welt unter. Aber auch da hatte ich keine Angst. Die Besiktas-Fans benutzen für mich einen Spitznamen, „Tank“ („Panzer“). Und ein Panzer hat nie Angst. Darum verhielt ich mich ohne Furcht so ruhig wie möglich. Am 31. Januar reiste ich mit dem Flugzeit in die Türkei. Dort verbrachte ich einen Tag in Istanbul, bevor es weiter nach Serbien ging.”

Virus verfolgt alle

Tosic weiter: „Ich blieb einen Monat in Serbien. Dann wurde mir gesagt, dass wir aufgrund der Situation in China die Saisonvorbereitung in Dubai absolvieren. So hatte es mir der Klub mitgeteilt. Aber das Trainingslager wurde abgesagt. Da das Virus sich rasant schnell in Europa verbreitete und sich auf viele Länder ausdehnte sind die chinesischen Spieler nach China zurückgekehrt. Von den Spielern im Heimaturlaub wurde ebenfalls verlangt, dass sie nach China zurückkehren. Aber wir ausländischen Spieler konnten dieser Forderung nicht nachkommen. Denn vor allem in Europa ist der Flugverkehr nahezu komplett ausgesetzt. Eine Rückkehr ist nicht möglich. Spieler wie Graziano Pelle, Oscar Santos, Hulk, Anderson Talisca und Marko Arnautovic können, wie ich, nicht nach China zurück. Auch sie finden keine Flüge. Aber irgendwie müssen wir zurück. Wir haben alle noch Verträge bei unseren Klubs. Ich habe noch einen Kontrakt über ein Jahr bei Guangzhou RF.“

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Tosic’ Türkei- und Besiktas-Liebe

Der Serbe hoffe, dass die Virusgefahr zeitnah gebannt wird. Zum Glück sei niemand aus seinem Umfeld bislang angesteckt worden. Zum Ende erklärte Tosic, dass er sich wünschen würde, dass sich die Wege mit Besiktas wieder kreuzen: „Ich liebe die Türkei sehr. Und ich liebe die Besiktas-Fans sehr. Sie unterstützen mich und ihre Nachrichten motivieren mich immer. Ich weiß, dass sie mich nicht vergessen haben. Und ich habe sie nicht vergessen. Ich hoffe unsere Wege kreuzen sich wieder. Das wünsche ich mir mehr als vieles andere in meinem Leben.“

Serbe schließt BJK-Comeback nicht aus

Eine Süper Lig-Rückkehr als Spieler schloss der in Orlovat geborene Abwehrspieler nicht aus: „Nach meinem Wechsel zu Guangzhou gab es für mich einige Möglichkeiten in die Türkei zurückzukehren. In der letzten Saison und in der Zwischentransferphase hatte ich Hoffnungen diesbezüglich. Aber es kam nicht dazu. Ich bin 35, jedoch fühle ich mich gut und möchte meine Karriere solange es geht fortsetzen. Es gibt gute Beispiele dafür wie Atiba (Hutchinson) und Emre Belözoglu. Wenn man sich auf einem hohen Niveau hält, kann man sein Karriereende hinauszögern. Warum sollte ich nicht nochmal das Trikot von Besiktas tragen? Einmal Adler, immer Adler. Der Klub hatte damals finanzielle Schwierigkeiten und ich wollte, dass Besiktas durch mich eine gute Summe einnimmt. Wenn ich meinem Verein so helfen konnte, ist das ein schönes Gefühl für mich.“

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Hürriyet.de-Redaktion