Im eindrucksvollen Rahmen der 1907-Tribüne des Sükrü-Saracoglu-Sportkomplexes ist Emre Belözoglu offiziell als neuer Cheftrainer von Fenerbahce vorgestellt worden. An der feierlichen Vertragsunterzeichnung nahmen neben dem 46-jährigen Übungsleiter auch Vorstandsmitglied Önder Firat und der für den Fußball zuständige Funktionär Cihan Kamer teil. Während der Zeremonie verdeutlichte der neue starke Mann an der Seitenlinie seine tiefe Bindung zum Klub, blickte auf seine persönliche Reifung zurück und formulierte kompromisslose Ziele für die Zukunft des neuen Coaches.
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Volles Vertrauen des Vorstands: Cihan Kamer und Önder Firat begrüßen Rückkehrer
Die Veranstaltung eröffnete Vorstandsmitglied Cihan Kamer mit Worten des Dankes an den bisherigen Cheftrainer Ismail Kartal und sprach dem Neuzugang das volle Vertrauen des Präsidiums aus: „Nach einer kurzen Trainersuche haben wir beschlossen, unseren Weg zur Meisterschaft mit unserem geschätzten Emre Belözoglu fortzusetzen. Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Er ist für mich wie ein jüngerer Bruder, den ich sehr schätze und dem ich vertraue. Auch sämtliche Vorstandsmitglieder und unser Präsident stehen voll und ganz hinter ihm. Wir glauben von ganzem Herzen daran, dass wir mit Emre Belözoglu Meister werden.“ Auch Önder Firat zeigte sich hocherfreut und betonte, dass Belözoglu aufgrund seiner Qualifikationen und Fähigkeiten prädestiniert dafür sei, seine eigenen Vereinsgemeinschaft zum Erfolg zu führen.

Emre Belözoglu spricht über Reifeprozess: „Ich bin stolz darauf, erneut nach Hause zurückzukehren“
Bei seinen ersten Worten als neuer Cheftrainer ließ der frühere Mittelfeldstratege seinen Gefühlen freien Lauf. Auf der Pressekonferenz im Sükrü-Saracoglu-Stadion betonte Emre Belözoglu: „Fenerbahce war immer das Trikot, von dem ich geträumt habe. Gott hat es mir ermöglicht, Teil dieses Vereins zu werden, als Sportdirektor tätig zu sein und sogar für kurze Zeit die Mannschaft als Trainer zu betreuen. Ich bin stolz darauf, erneut nach Hause zurückzukehren. Ich weiß, welche Erwartungen unsere Vereinsgemeinschaft hat. Ich habe diese Verantwortung übernommen, weil ich jede einzelne Minute zu schätzen weiß. Ich bin mir dieser Verantwortung bewusst und glaube, dass ich mich im Vergleich zu dem Emre von vor fünf Jahren erheblich weiterentwickelt habe. Gemeinsam mit meinem Trainerteam haben wir beschlossen, alles für den Erfolg unseres Vereins zu geben.“ Ein besonderer Dank richtete er zudem an die Führung von Kasimpasa, die ihm durch ihr Entgegenkommen diesen Schritt ermöglicht habe.

Auch zum jüngsten Champions-League-Sieg gegen den FC Liverpool bezog der Trainer Stellung und zollte Interimscoach Dirk Kuyt großen Respekt: „Das war ein großartiger Sieg. Unsere Spieler hatten diesen Erfolg auch dringend gebraucht. Ich bin lediglich hingefahren, um die Mannschaft kennenzulernen. Dabei habe ich den Spielern meine Gedanken über unsere Vereinsgemeinschaft mitgeteilt. Trainer Kuyt und sein Team haben die Mannschaft drei Tage lang auf das Spiel vorbereitet und motiviert. Ich möchte ihnen gegenüber auf keinen Fall respektlos sein. Es wäre nicht richtig, nach einem Sieg, den sie erarbeitet haben, zu behaupten, dass ich einen Anteil daran hatte.“ Ob Dirk Kuyt künftig Teil des 12 bis 13 Personen umfassenden Trainerstabs bleiben wird, sei Gegenstand der laufenden Überlegungen.

Ehrgeizige Titel-Vision: Zehn bis 15 Trophäen für die Vereinsgeschichte
Mit Blick auf seine Philosophie unterstrich der Trainer, worauf es beim Traditionsverein ankommt. Belözoglu führte aus: „Für Fenerbahce sind Leidenschaft und Qualität ganz klare Kriterien. Die Verbindung dieser beiden Eigenschaften macht für uns Fenerbahce aus. In unserem Kader ist mehr als genug Qualität vorhanden. Wir werden schnell handeln. Der moderne Fußball ist heute von Geschwindigkeit und Qualität geprägt. Auch wir müssen schnell sein. Ich weiß, wie der Weg zu Titeln aussieht. Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass ich gemeinsam mit meinem Trainerteam erfolgreich sein werden.“

Angesprochen darauf, dass er als 99. Cheftrainer in die Historie des Klubs eingeht, zeichnete der 46-Jährige eine mutige Perspektive: „Ich hoffe, dass wir den 100. Trainer von Fenerbahce erst erleben werden, nachdem wir unsere Zeit mit Meisterschaften und europäischen Pokalen gekrönt haben. Das ist mein größter Wunsch. Es handelt sich um einen Staffellauf. Wir sind hierhergekommen und wissen genau, welche Verantwortung dieser Trainerposten mit sich bringt. Jeder Trainer muss seine Mannschaft den Fußball spielen lassen, den die Fenerbahce-Gemeinschaft erwartet. Wir würden diese Aufgabe gerne an den 100. Trainer übergeben, nachdem wir zehn bis 15 Titel gewonnen haben. Uns ist bewusst, dass bei Fenerbahce Titel der Maßstab für Erfolg sind.“

Fokus auf das Wohl des Klubs und Respekt vor Arda Turan
Das Datum der Vertragsunterzeichnung am 6. November trage für alle Anhänger eine besondere Bedeutung. Belözoglu betonte, wie sehr er auf die Qualitäten des Kaders vertraue und dass er die Reaktionsfähigkeit der Mannschaft aus dem Liverpool-Spiel weiter ausbauen möchte. Kritik an seinen privaten Weggefährten wie Galatasaray-Coach Okan Buruk wies er mit klaren Worten zurück: „Wenn es um Fenerbahce geht, weiß ich, wie vertraulich bestimmte Angelegenheiten behandelt werden müssen. Deshalb habe ich diese Angelegenheit nicht einmal mit meiner Frau besprochen. Einen Ort, der für mich so wertvoll ist, würde ich gegen niemanden eintauschen. Wir werden alles dafür tun, die Fenerbahce-Fans und die Kinder glücklich zu machen. Es gibt etwas, das viel wichtiger ist als meine Freunde und Freundschaften: Wir sind hierhergekommen, um Meister zu werden. Selbst wenn unser Gegner mein eigener leiblicher Bruder wäre, wäre er unser Gegner.“

Vor dem Duell in der Champions League gegen Schachtjor Donezk und seinen Freund Arda Turan zollte er seinem Trainerkollegen großen Respekt. Das Aufeinandertreffen zweier türkischer Cheftrainer auf dieser Bühne sei ein Moment des Stolzes. Arda Turan vertrete das Land hervorragend und zeige unter schwierigen Bedingungen vorbildlich, wie sich ein Trainer verhalten sollte. Dennoch bleibe der sportliche Ehrgeiz unberührt, die Partie gewinnen zu wollen. Abschließend stellte Belözoglu klar, dass er sich auch abseits des Rasens unermüdlich einsetzen werde: „Ich werde die Rechte von Fenerbahce weiterhin bis zum Schluss verteidigen – auch gegenüber dem TFF und dem MHK. Wir werden uns gegenüber jedem für die Interessen von Fenerbahce einsetzen.“ Nach der Fragerunde besiegelten die Parteien die Vereinbarung mit der offiziellen Unterschrift.



