Verletzungs-Fluch vor dem Turnierstart in Nordamerika: Zahlreiche Nationalmannschaften beklagen bittere Ausfälle ihrer Schlüsselspieler
Die Vorfreude auf das größte fußballerische Großereignis des Planeten wird unmittelbar vor dem Eröffnungsspiel von einer beispiellosen Verletzungswelle überschattet. Wie eine detaillierte Zusammenstellung der Nachrichtenagentur Reuters verdeutlicht, blickt die Fachwelt mit großer Sorge auf die enorme Vielzahl an absoluten Leistungsträgern, die das mit Spannung erwartete Kontinentalturnier verpassen werden. Bei der Endrunde, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 gemeinsam von den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, müssen gleich mehrere Titelfavoriten empfindliche personelle Rückschläge verkraften. Besonders die Kader der traditionellen Schwergewichte wie Frankreich, Spanien, Brasilien und Argentinien weisen unmittelbar vor dem Turnierstart klaffende Lücken auf, da einige ihrer glanzvollsten Namen das interkontinentale Spektakel auf der Tribüne oder in der Reha verfolgen müssen.
Brasiliens Offensivabteilung verliert wichtige Stützen
Die brasilianische Nationalmannschaft leidet unter den schwerwiegendsten personellen Sorgen im Defensiv- und Offensivbereich, da gleich zwei absolute Leistungsträger vom spanischen Spitzenclub Real Madrid passen müssen. Der spielfreudige Flügelstürmer Rodrygo zog sich bereits im vergangenen März einen folgenschweren Kreuzband- (ACL) und Meniskusriss zu, wodurch er die europäische Klub-Saison vorzeitig beenden musste und nun auch für die Endrunde ausfällt. In der Defensive wiegt der Ausfall von Innenverteidiger Eder Militao ähnlich schwer, der sich nach einer schweren Oberschenkelverletzung im April einer Operation unterziehen musste und seine angestammte Position in der Selecao-Abwehr nicht einnehmen kann. Zu allem Überfluss gesellt sich auch noch das 19-jährige Toptalent Estevao von Chelsea zu den Rekonvaleszenten, da eine hartnäckige Oberschenkelverletzung einen Einsatz im Nationaldress unmöglich macht.

Das Lazarett der Elftal im Defensiv- und Mittelfeldzentrum
Auch die Niederlande reisen mit erheblichem personellem Ballast nach Nordamerika, da Bondscoach Ronald Koeman tragende Säulen seiner Achse ersetzen muss. Der hochveranlagte Mittelfeldakteur Xavi Simons, der auf Vereinsebene für den englischen Premier-League-Klub Tottenham Hotspur aufläuft, erlitt im April ebenfalls einen fatalen Kreuzbandriss (ACL). Für die Elftal bedeutet dies das Fehlen einer enormen Offensivqualität, schließlich erzielte der 23-jährige Niederländer mit surinamischen Wurzeln in bislang 34 Länderspielen bereits 6 Tore. Neben dem Techniker verpasst auch Abwehrchef Matthijs de Ligt das Turnier komplett. Der Innenverteidiger von Manchester United wurde nach einer komplizierten Rückenoperation endgültig aus dem Aufgbot gestrichen, womit der Nationalmannschaft die Erfahrung aus 52 Länderspielen fehlt. Komplettiert wird das niederländische Lazarett durch Jerdy Schouten vom PSV Eindhoven, der wegen einer Kreuzbandverletzung zusehen muss, nachdem er zuvor 17 Länderspiele absolvierte.
Tragischer Rückschlag für die Équipe Tricolore und den DFB
In der Angriffsabteilung der französischen Nationalmannschaft sorgt das verletzungsbedingte Aus von Angreifer Hugo Ekitike für tiefe Sorgenfalten. Der 23-jährige französische Stürmer kamerunischer Herkunft, der in seinen ersten 8 Länderspielen immerhin 2 Tore beisteuern konnte, zog sich eine schwere Achillessehnenverletzung zu, die seine Saison beim englischen Spitzenverein Liverpool vorzeitig beendete und nun auch den Traum von der Endrunde platzen ließ. Ähnlich dramatisch gestaltet sich die Situation für die deutsche Nationalmannschaft, da Offensiv-Allrounder Serge Gnabry passen muss. Der Angreifer vom Bayern München laboriert an einem schweren Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel. Der 30-jährige deutsche Stürmer mit ivorischen Wurzeln, der in seiner beachtlichen Länderspielkarriere in 59 Einsätzen stolze 26 Tore erzielen konnte, zeigte sich tief getroffen und gab offiziell zu Protokoll: „Mein WM-Traum mit Deutschland ist leider vorbei.“

Spaniens goldene Generation verliert wichtige Optionen
Die spanische Nationalmannschaft muss im kreativen Mittelfeld sowie im Sturmzentrum herbe Rückschläge einstecken. Der filigrane Mittelfeldspieler Fermin Lopez vom Barcelona fällt für das Turnier komplett aus, nachdem bei ihm ein Bruch im rechten Fuß diagnostiziert wurde, wodurch der 23-jährige Youngster sein Konto von bislang 7 Länderspielen vorerst nicht weiter ausbauen kann. Ebenso bitter ist der Ausfall des wuchtigen Stürmers Samu Aghehowa vom Porto. Der 22-jährige spanische Angreifer nigerianischer Herkunft, der bisher 4 Länderspiele absolvierte, zog sich eine schwere Kreuzbandverletzung zu und fällt für viele Monate aus.
Südamerikanische Abwehrreihen und afrikanische Offensivkraft geschwächt
Der amtierende Weltmeister Argentinien bleibt von der Verletzungsmisere ebenfalls nicht verschont und beklagt den Ausfall von zwei Akteuren. Defensiv-Spezialist Juan Foyth von Villarreal laboriert seit Januar an einer hartnäckigen Achillessehnenverletzung, wodurch der 28-jährige Innenverteidiger mit der Erfahrung aus 22 Länderspielen passen muss. Zudem steht das hochtalentierte Mittelfeldjuwel Valentin Carboni, das aktuell auf Leihbasis für Inter Mailand agiert, wegen eines Kreuzbandrisses nicht im endgültigen Aufgebot des Titelverteidigers, was den 21-jährigen Mittelfeldspieler nach bisher 3 Länderspielen jäh ausbremst. Eine enorme Schwächung muss auch die Auswahl von Ghana hinnehmen: Top-Star Mohammed Kudus von Tottenham Hotspur fällt wegen einer schweren Oberschenkelverletzung für die Endrunde aus, was eine riesige Lücke hinterlässt, da der 25-jährige Rechtsaußen in bisher 46 Länderspielen beachtliche 13 Tore für die Black Stars markieren konnte.
Asiatischer Top-Favorit verliert seine Europa-Legionäre
Die Nationalmannschaft aus Japan reist ebenfalls stark geschwächt nach Nordamerika, da gleich zwei namhafte Akteure aus europäischen Top-Ligen passen müssen. Der pfeilschnelle Linksaußen Kaoru Mitoma vom englischen Premier-League-Klub Brighton laboriert an einer schweren Oberschenkelverletzung und fand keine Berücksichtigung im finalen Aufgebot, wodurch die Blue Samurai auf die Gefährlichkeit des 29-jährigen Angreifers verzichten müssen, der in 31 Länderspielen immerhin 9 Tore beisteuerte. Das zweite namhafte Opfer der Verletzungswelle ist Takumi Minamino vom französischen Spitzenverein Monaco, der sich im Training einen fatalen Kreuzbandriss zuzog. Damit fehlt dem asiatischen Vertreter ein enormer Erfahrungsschatz, da der 31-jährige Offensivspieler in seinen bisherigen 73 Länderspielen starke 26 Tore erzielen konnte.

