Montella reagiert auf die Kritik: „Wenn wir verlieren, ist genau das Gegenteil der Fall“
Vor dem bevorstehenden Duell im zweiten Spiel der Gruppe 1 der Nations League A trifft die Türkei in Bursa auf Italien. Auf der Pressekonferenz im Vorfeld dieser wegweisenden Partie äußerte sich Nationaltrainer Vincenzo Montella ausführlich zur aktuellen Lage, taktischen Problemen und der anhaltenden Kritik. Der italienische Übungsleiter empfindet das Treffen mit seiner Heimat als emotionale Belastungsprobe, bleibt aber vollkommen fokussiert. „Ich wünschte, wir müssten nicht gegeneinander antreten. Emotional ist das schmerzhaft. Aber ich bin seit fünf Jahren hier. Mein Herz und mein Verstand werden immer für die Türkei zusammenkommen. Auch wenn es für mich als Italiener emotional schwierig ist, wird mein Herz morgen, wenn wir den Platz betreten, für die Türkei schlagen“, stellte Vincenzo Montella unmissverständlich klar.
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Angesprochen auf Äußerungen von Roberto Mancini zeigte sich der Trainer verständnisvoll und verwies auf den stetigen Wandel im modernen Fußball. „Offen gesagt stimme ich Mancini zu. Im Fußball ändern sich die Zeiten und die Generationen. Es kommen neue Spieler nach. Tonali muss ich gar nicht erst erwähnen. Wir spielen die Nations League in einer Serie von vier Spielen. Jederzeit kann sich jedes Ergebnis ändern. Obwohl Belgien gewonnen hat, hat Italien zahlreiche Chancen herausgespielt“, analysierte der Nationaltrainer die Dynamik der Gruppe. Ergänzend betonte er die mentale Komponente bei Auftritten auf diesem Niveau. Wenn er selbst noch als Profi auf dem Rasen stünde, wäre die Motivation vor solchen Begegnungen riesig, da Generationen in diesen Duellen mental eine entscheidende Rolle einnehmen würden.

Einsatzbereitschaft von Orkun Kökcü und Umgang mit Ergebnisschwankungen
Ein wichtiges Thema der Medienrunde war der gesundheitliche Zustand von Orkun Kökcü, dessen vorbildlicher Einsatz vom Trainer ausdrücklich gewürdigt wurde. Vincenzo Montella erklärte, dass der Mittelfeldakteur bei seinem Klub zuletzt unter Betäubung und ohne geregeltes Training auflief. Dennoch habe der Akteur unbedingt bei der Mannschaft bleiben wollen, kämpfe intensiv um seine Rückkehr und absolviere derzeit noch individuelle Einheiten. Der Coach dankte dem Spieler ausdrücklich dafür und drückte seine Hoffnung aus, dass dieser ab morgen wieder voll zur Verfügung stehen könne.

Bezüglich der teils extremen öffentlichen Wahrnehmung von Siegen und Niederlagen fand der türkische Cheftrainer gewohnt bildhafte Worte für die emotionalen Ausschläge im Umfeld. „Wenn wir gewinnen, sind wir sehr groß, blond und gutaussehend; wenn wir verlieren, ist genau das Gegenteil der Fall“, beschrieb Vincenzo Montella die Dynamik treffend. Aufgrund der extrem dichten Spielpläne gebe es zwangsläufig Schwankungen in vielen Bereichen. „Wir setzen unsere Arbeit auch mit Blick auf die Zukunft fort. Schritt für Schritt arbeiten wir immer mit dem Gedanken daran, wie wir uns weiterentwickeln können. Daran wird sich auch niemals etwas ändern“, bekräftigte der italienische Fachmann die langfristige Ausrichtung seines Trainerteams.
Personalien Berke Özer, Kerem Aktürkoglu, Baris Alper Yilmaz und Enes Ünal
Ebenfalls angesprochen wurde eine mögliche Rückkehr von Torhüter Berke Özer in den Kreis der Auswahl. Hierzu bezog der Nationaltrainer eine distanzierte Position und stellte klar, dass die Öffentlichkeit über die Vorgänge rund um den Keeper besser informiert sei als er selbst. Da er auch keinen persönlichen Anruf erhalten habe, halte er es zum jetzigen Zeitpunkt nicht für angemessen, weiter darüber zu sprechen.

Verständnisvoll und gleichzeitig schützend äußerte sich der Coach zu den kritischen Stimmen bezüglich Kerem Aktürkoglu und Baris Alper Yilmaz. Beide Akteure müssten seit nunmehr drei Jahren regelmäßig auf Positionen aushelfen, die nicht ihren eigentlichen Stammpositionen entsprechen. „In dieser Hinsicht haben wir ein Problem. Kerem und Baris geben jedoch alles, was sie können, auch wenn sie auf anderen Positionen spielen. Seit zwei Jahren versuchen wir, Deniz Gül aufzubauen. Manchmal braucht man Zeit, um bestimmte Probleme zu lösen“, erläuterte der Trainer die personelle Zwickmühle. Er forderte die Öffentlichkeit auf, Akteure, die bis zum Umfallen für das Team kämpfen, bedingungslos zu unterstützen.
Abschließend gab Vincenzo Montella ein Update zur Situation von Angreifer Enes Ünal, der intensiver beobachtet wird. „Wir beobachten Enes Ünal sehr genau. Zu seinen letzten fünf bis sechs Spielen sind verschiedene Personen von uns gefahren, sodass wir die Möglichkeit hatten, alle seine Spiele aus nächster Nähe zu verfolgen. Er hat einen großartigen Charakter. Enes Ünal liebt die Nationalmannschaft sehr, und wir mögen ihn ebenfalls sehr“, lobte der Übungsleiter den Charakter des Stürmers. Da der Angreifer körperlich aktuell noch leicht unter den strengen Anforderungen des Trainerteams liege, werde man seine Entwicklung bis zum kommenden Trainingslager weiter akribisch verfolgen und danach eine finale Entscheidung treffen.



