Türkischer Fußball

Türkei in der Einzelkritik: Demiral und Berkan Kutlu orientierungslos, Calhanoglu ohne Impulse

In den Playoffs zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar scheiterte die Türkei mit einem 1:3 an Portugal. Bereits nach 45 Minuten schien die Sache gelaufen, als es zur Pause 2:0 für die Portugiesen nach Treffern durch Otavio (15.) und Diogo Jota (43.) stand. Nun muss sich die türkische Mannschaft ein weiteres Mal neu formieren und die Auszeit nutzen, um gestärkt in die Qualifikation zur EM 2024 zu gehen. GazeteFutbol blickt auf die individuellen Leistungen der türkischen Kicker zurück.


Ugurcan Cakir: Bei den Gegentoren war der 25-Jährige machtlos. Seine Abstöße und langen Bälle landeten noch zu oft im Seitenaus, sodass die Bälle wieder hergegeben wurden. Am Torhüter lag die insgesamt durchschnittliche Leistung und die Niederlage der Nationalmannschaft aber definitiv nicht. Note: 3,0

Ozan Kabak: Mit der neuen Dreierkette fand sich Kabak nach anfänglichen Schwierigkeiten gut zurecht. Der 22-Jährige gewann teilweise wichtige Zweikämpfe und versuchte dem Team im Spielaufbau zu helfen. Dennoch war er in entscheidenden Situationen – wie seine Teamkollegen – schläfrig. In Überzahlsituationen der türkischen Abwehr kamen die Portugiesen immer wieder zum Abschluss – so auch beim 0:2, als Kabak seinen Gegenspieler Jota aus den Augen verlor. Note: 4,0

Merih Demiral: Demiral fand in der Dreierkette kaum statt. Der Spieler von Atalanta Bergamo wirkte orientierungslos und hatte weder seine Gegenspieler im Blick noch konnte er das Spiel von hinten aufbauen. Beim 0:1 ließ er den einzigen Gegenspieler im Strafraum aus den Augen und schaute nur zu, wie Otavio vollstreckte. Zwar konnte Demiral hin und wieder Zweikämpfe gegen Ronaldo gewinnen, doch die Absprache und Aufteilung mit seinen Abwehrkollegen war miserabel. Note: 5,0

Caglar Söyüncü: Söyüncü präsentierte sich gegen Portugal mal wieder nicht von seiner besten Seite. Der 25-Jährige war nahezu auf dem gesamten Spielfeld zu sehen und beging unnötige Foulspiele. Otavio und Diogo Dalot dankten für die gewährten Freiräume und nutzten diese über 90 Minuten hinweg. Note: 6,0

Zeki Celik: Celik knüpfte ebenfalls an seine miserable EM 2020-Form an. Gegen Raphael Guerreiro war der 25-Jährige stets überfordert. In der Offensive konnte der Außenverteidiger von Lille überhaupt keine Akzente setzen, wobei sein Zweikampverhalten ebenfalls zu wünschen übrig ließ. Note: 6,0

Berkan Kutlu: Gegen Portugal musste Kutlu auf einer für ihn ungewohnten Position auf der linken Seite ran. Zwar zeigte der Mittelfeldspieler Einsatz und war bemüht, doch die vielen Fehlpässe lieferten den Portugiesen viele Geschenke auf dem Silbertablett. Note: 4,5

Orkun Kökcü: Kökcü gehörte mit seinem Engagement zu den Besseren an diesem Abend. Auch wenn ihm nicht alles gelungen ist, sorgte der 21-Jährige mit seinen Dribblings und Pässen in die Schnittstellen für Gefahr. Das zwischenzeitliche 1:1 hatte er auf dem Fuß, doch Diogo Costa zeigte im Kasten der Portugiesen eine gute Reaktion. Note: 3,0

Hakan Calhanoglu: Vom gebürtigen Mannheimer erwarten alle bei der türkischen Nationalmannschaft die Leistungen, die er in Italien abruft. Leider konnte der Mittelfeldspieler bislang diese Rolle nicht erfüllen und spielte viel zu statisch. Gegen Portugal geisterte der 67-malige Nationalspieler wieder einmal über den Platz und fiel zu keinem Moment positiv auf. Note: 6,0

Kerem Aktürkoglu: In seinem neunten Länderspiel hatte Aktürkoglu vor allem damit zu kämpfen, dass auf seiner Seite die Abstimmung zwischen Kutlu und Söyüncü überhaupt nicht stimmte und Kutlu ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt war. Seine Dribblings scheiterten des Öfteren und seine Bemühungen in der Offensive blieben erfolglos. In der 66. Minute machte er Platz für Enes Ünal. Note: 4,5

Cengiz Ünder: Gegen Portugal machte der Flügelstürmer einen sehr passiven Eindruck. Ünder war nicht wirklich in das Spiel eingebunden. Nach einem Fehlpass von Danilo hatte er eine aussichtsreiche Schussposition, doch diese vergab der 24-Jährige kläglich. Viel Laufbereitschaft legte der Spieler von Olympique Marseille auch nicht an den Tag. Note: 5,0

Burak Yilmaz: Im ersten Durchgang praktisch nicht zu sehen, war Yilmaz nach dem Seitenwechsel bemüht und erzielte auch das zwischenzeitliche 1:2 nach einem schön vorgetragenen Angriff. Der verschossene Elfmeter sorgt natürlich für große Enttäuschung, doch das kann auch den Besten passieren. Grundsätzlich war es ein leistungstechnisch betrachtet unterdurchschnittlicher Abend für Yilmaz. Note: 4,5

Enes Ünal: Noch vor nicht all zu langer Zeit scharf kritisiert, bestätigte Ünal nach seiner Einwechslung in der 66. Minute seine gute Form. Der Angreifer war immer anspielbar und wühlte die Defensive der Portugiesen so richtig auf. In der 83. Minute holte der 24-Jährige den Foulelfmeter raus. Note: 2,5

Yusuf Yazici & Dorukhan Toköz: Erst in der 80. Minute eingewechselt. Keine Bewertung möglich.

Serdar Dursun: In der 90. Minute eingewechselt. Keine Bewertung möglich.





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1 Kommentar

  1. 26. März 2022 um 22:38

    Die Note für Calhanoglu find ich etwas zu hart bewertet.
    Ich war genauso enttäuscht von ihm, aber glaube das er defensiv gar nicht so schlecht war. Gerade beim Ballbesitz bei den Portugiesen konnte man ihn diszipliniert in der Mittelfeldkette sehen. Ich denke seine Passivität war ein Stück weit der taktischen Marschrute von Kunz geschuldet.

    Bei Zeki ähnlich. Ich stimme zu das er seit der EM in einer schwachen Form ist. Seine Zweikämpfe waren wirklich nicht das gelbe vom Ei. Aber immerhin war er in der Abwehr so ziemlich der einzige der mal überhaupt in Zweikämpfe kam und dem Gegner immer wieder weh tun konnte, obwohl er gefühlt ständig in Gefahr stand vom Platz gestellt zu werden.