Trabzonspor

Transfer-Check Trabzonspor: Haben Obi Mikel, Sturridge, Sörloth & Co. wie erhofft eingeschlagen?

Mit 16 Zugängen verstärkten die Vereinsverantwortlichen den Kader von Trabzonspor um ambitioniertere Ziele anstreben zu können. Neben zahlreichen jungen Spielern wie Yusuf Sari (20) oder Ahmet Canbaz (21) wurden international etablierte Spieler a la Daniel Sturridge und John Obi Mikel geholt. Alexander Sörloth kam für den Kolumbianer Hugo Rodallega ins Team. Insgesamt gelang es den Bordeauxrot-Blauen eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern zu formen. Dabei fällt besonders auf, dass die meisten Spieler ablösefrei verpflichtet wurden (Transferausgaben: 4,09 Millionen Euro inklusive Kaufoption von einer Millionen Euro für Caleb Ekuban). GazeteFutbol mit einer Analyse der Trabzonspor-Neuzugänge nach den absolvierten elf Spieltagen in der Süper Lig.


John Obi Mikel (32, DM): Der Ex-Chelsea-Kicker kam zu Beginn der Saison vom FC Middlesbrough und sollte Kapitän Jose Sosa im Mittelfeld bei den defensiven Aufgaben entlasten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand der Nigerianer zwar seinen Rhythmus, doch fehlte zuletzt verletzungsbedingt. Der 32-Jährige übernahm im Mittelfeld Verantwortung und stellte seine Qualitäten unter Beweis. Sollte er in den kommenden Wochen diese Form fortsetzen, wird er die Erwartungen definitiv erfüllen. Bewertung: Aufgrund der jüngsten Leistungen Tendenz zum Top-Transfer.

Daniel Sturridge (30, ST): Der Champions League-Sieger der vergangenen Saison ist ein weiterer Spieler, an den sehr hohe Erwartungen gestellt wurden. In der Liga brachte es der Engländer auf fünf Einsätze und verbuchte dabei zwei Tore und zwei Vorlagen. Wenn der Ex-Liverpooler auf dem Platz stand, dann wusste er zu überzeugen. Doch aufgrund der zahlreichen Verletzungen kann Trainer Ünal Karaman nicht verlässlich auf den Angreifer zurückgreifen. Sollte Sturridge seine Verletzungsprobleme überwinden und seine guten Leistungen konstant abrufen können, wird er sicherlich zum erhofften Top-Transfer. Davon kann jedoch aktuell nicht die Rede sein. Bewertung: Flop-Transfer.

Donis Avdijaj (22, LA): Mit dem kosovarischen Flügelspieler ging Trabzonspor ein geringes Risiko ein, indem mit ihm ein Einjahresvertrag mit Option auf weitere drei Jahre vereinbart wurde. Somit hatte das „Problemkind“ eine weitere Chance bekommen, seine Karriere zu retten. In Trabzon hat sich Avdijaj bislang keine Disziplinlosigkeit geleistet. Allerdings konnte der ehemalige Schalker bis dato leistungstechnisch nicht überzeugen (sieben Spiele, ein Tor, ein Assist). Der gebürtige Osnabrücker versucht sich im Spiel mit aller Macht zu beweisen und vertändelt durch unnötige Dribblings sehr oft die Kugel. Der 22-Jährige ist aktuell in der Reservistenrolle und keine ernsthafte Alternative zu Anthony Nwakaeme. Bewertung: Flop-Transfer, gemäß des Gehalts (ca. 43.000 Euro) aber kein großer Verlust.

Yusuf Sari (20, RA): Der türkische U21-Nationalspieler kam am Anfang der Saison von Olympique Marseille und sollte für die Breite in der Rotation sorgen. Durch die Verletzung von Abdülkadir Ömür rückte der Flügelspieler jedoch öfter als erwartet in die Startelf und zeigte überwiegend gute Leistungen. Sari stand für das Profiteam von „OM“ lediglich eine Minute auf dem Platz. Sowohl vor als auch nach seiner langwierigen Verletzung konnte sich Karaman auf die soliden Leistungen von Sari (sieben Spiele, ein Tor, zwei Vorlagen) verlassen. Bewertung: Top-Transfer.

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Alexander Sörloth (23, ST): Der Norweger wurde am Anfang der Saison mit einer Kaufoption von sechs Millionen Euro für zwei Jahre von Crystal Palace ausgeliehen. Der 1,95 Meter große Stürmer sollte den abgewanderten Hugo Rodallega ersetzen und schlug direkt ein. In den ersten drei Pflichtspielen traf er jeweils einmal. Insgesamt kommt Sörloth in elf Ligaspielen auf sechs Treffer und drei Torvorlagen. Der norwegische Nationalspieler hat bis dato alle Erwartungen erfüllt. Bewertung: Top-Transfer.

Ivanildo Fernandes (23, IV): Fernandes kam zu Saisonbeginn per Leihe von Sporting Lissabon. In seinem ersten Einsatz gegen Kasimpasa konnte der Portugiese überzeugen. Einen Stammplatz konnte er sich jedoch noch nicht erkämpfen und ist nach den jüngsten Leistungen etwas in die Kritik geraten. Wenn der 1,95 Meter große Verteidiger an seiner Ballbehandlung und seinem Stellungsspiel arbeitet, könnte er den Bordeauxrot-Blauen in der Rotation eine Hilfe sein. Für einen Stammplatz wird es höchstwahrscheinlich nicht reichen. Bewertung: Höchstens Ergänzungsspieler, der die Stammkräfte in Notsituationen entlastet.

Gaston Campi (28, IV): Mit seinen Leistungen in den Freundschaftsspielen hatte der Argentinier den Trabzonspor-Fans einen großen Schrecken eingejagt. Der Verteidiger wirkte langsam und zweikampfschwach. Doch mit Beginn der Saison begann der großgewachsene Argentinier mit seinem Stellungs- und Aufbauspiel, sowie seinem Zweikampfverhalten zu überzeugen. Leistungstechnisch ist noch Luft nach oben, doch langfristig könnte er seinen festen Platz in der Startelf einnehmen. Bewertung: Campi hatte seine Höhen und Tiefen. Die Tendenz ist jedoch positiv und hinsichtlich der Ablösesumme von 800.000 Euro wird sich der Transfer definitiv auszahlen.

Erce Kardesler (25, TW): Kardesler kam im Sommer aus Altinordu, wo er Stammkeeper war. Bei Trabzonspor bekleidet er jedoch die Position hinter Ugurcan Cakir als Nummer zwei. Bislang kam er lediglich in der UEFA Europa League bei der 1:3-Niederlage gegen FK Krasnodar zum Einsatz und machte eine gute Figur. Bewertung: Kardesler wird Cakir nicht verdrängen können. Nach einem potentiellen Abgang der Nummer eins könnte der 25-Jährige zum neuen Stammtorhüter befördert werden.

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Dogan Erdogan (22, DM): Die Erwartungen waren nicht groß, als die Verpflichtung des 22-Jährigen verkündet wurde. Erdogan bekam von Trainer Karaman jedoch mehr Einsatzzeit, als er sich wahrscheinlich selbst zugetraut hatte (acht Spiele). Wettbewerbsübergreifend kommt der ehemalige türkische U21-Nationalspieler sogar auf 16 Einsätze. Der Ex-Linzer war einer der Spieler, der vom Verletzungspech der Mannschaft profitierte und durch meistens kurze, aber starke Spiele überzeugen konnte. Bewertung: Ein Stammspieler wird Erdogan bei einer Top-Besetzung wahrscheinlich nicht, doch für eine humane Ablöse von 200.000 Euro hat Ünal Karaman einen soliden Spieler für die Breite gewonnen.

Nemanja Andjusic (22, LA): Der Bosnier kam zu Saisonbeginn von Mladost Kakanj. Nach dem Trainingslager in Österreich wurde der Flügelspieler an Balikesirspor ausgeliehen, wo er lediglich ein Mal im türkischen Pokal zum Einsatz kam. Eine Chance in Trabzon wird er weder kurz- noch langfristig haben. Bewertung: Flop-Transfer.

Ahmet Canbaz (21, OM): Wie alle anderen jungen Spieler hatte auch Canbaz große Konkurrenz auf seiner Position. Doch durch die vielen Verletzungen bekam der gebürtige Hannoveraner seine Einsatzzeiten. Zwar waren stets gute Ansätze da, doch der 21-Jährige konnte sich nicht für einen Stammplatz empfehlen. Der frühere Bremer ist technisch gut veranlagt und hat einen guten Schuss, doch ihm fehlt derzeit noch das richtige Spielverständnis. Bewertung: Zurzeit wird sich Canbaz mit Kurzeinsätzen zufrieden geben müssen. Durch harte Arbeit und Fleiß könnte der türkische U21-Nationalspieler zur Stammkraft reifen.

Firatcan Üzüm (20, RA): Üzüm kam in der laufenden Saison zu zwei Kurzeinsätzen in der Liga und zu einem Einsatz in der Europa League. Der 20-Jährige verfügt bislang noch über keine reife Spielanlage und muss derzeit aufgrund einer Verletzung pausieren. Bewertung: Üzüm konnte sich bislang nicht empfehlen und wird es aller Voraussicht nach auch langfristig nicht schaffen. Eine Leihe könnte einen positiven Einfluss auf seine Karriere haben.

Edgar Ié (25, IV): Der Portugiese kam im Gegenzug beim Verkauf von Yusuf Yazici ablösefrei zu Trabzonspor. Der Innenverteidiger wurde jedoch direkt an Feyenoord Rotterdam weiterverliehen. In den Niederlanden ist Ié gesetzt (neun Spiele) und schraubt weiter an seinem Marktwert. Bewertung: Ié wird höchstwahrscheinlich nicht für Trabzonspor spielen und bei einem guten Angebot verkauft, um Einnahmen zu erzielen.

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Atakan Gündüz (18, IV): Der türkische U19-Nationalspieler wurde zu Saisonbeginn aus der Jugend von Altinordu geholt. In der laufenden Saison kam er jedoch ausschließlich in der U19 von Trabzonspor zum Einsatz und bestritt dort alle zehn Spiele über die volle Länge. Bewertung: Die guten Leistungen in der U19 werden sicherlich noch belohnt. Karaman ist dafür bekannt, junge Spieler mit Potential ins Rampenlicht zu führen. Gündüz könnte bereits ab der nächsten Saison eine Alternative für die Startelf der Profimannschaft werden.

Salih Kavrazli (17, ST): Ein weiterer Spieler, den die Bordeauxrot-Blauen aus Altinordu geholt haben. Aufgrund eines Rechtsstreits zwischen den beiden Klubs hat der 17-Jährige aktuell keine Lizenz und darf nicht für seinen neuen Arbeitgeber auflaufen. Inwieweit die Auszeit den Jungspund beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Bewertung: Kavrazli trainiert bereits seit Wochen bei den Profis mit. Sollte er nach seiner Sperre überzeugen können, wäre ein dauerhafter Platz im Profikader keine Überraschung.

Taha Tunc (18, ZM): Nach seinem Transfer vom Drittligisten Pendikspor ist Tunc Teil der U19 von Trabzonspor. Dort ist er gesetzt und hat es in bisher zehn Spielen auf eine Torvorlage gebracht. Der türkische U19-Nationalspieler erhält vom Verein die nötige Zeit, um sich ohne großen Druck weiterentwickeln zu können. Bewertung: Tunc wird nach seiner Zeit in der Nachwuchsabteilung höchstwahrscheinlich an einen anderen Klub verliehen um ausreichend Spielpraxis zu bekommen. Ob er langfristig Teil der Mannschaft werden kann, bleibt noch abzuwarten.

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

1 Kommentar

  1. Avatar
    21. November 2019 um 19:53 —

    Dankeschön für den Artikel 😄

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