Nach der knappen 0:1-Heimniederlage im Hinspiel der Playoff-Runde der UEFA Europa League gegen Ferencvaros Budapest zog Trabzonspor-Cheftrainer Fatih Tekke ein gemischtes Fazit. Auf der anschließenden Pressekonferenz machte der Übungsleiter deutlich, dass das Resultat zwar enttäuschend sei, der spielerische Auftritt jedoch Mut für die Aufgabe in Ungarn mache. Der Coach ordnete das Geschehen schonungslos ein: „Es gibt zwei negative Aspekte. Das Ergebnis und die Rote Karte für Nwaiwu. Wenn wir über das Spiel sprechen, kann man die ersten zehn Minuten der ersten Halbzeit nennen. Mehr eigentlich nicht. Es war ein Spiel, in dem der Gegner aus ein, zwei Situationen ein Tor erzielt hat, während wir uns sehr viele Chancen erarbeitet haben. Heute sollte es einfach nicht sein.“ Hätten seine Profis die Gelegenheiten genutzt, wäre eine glänzende Ausgangslage möglich gewesen. Seine Akteure hätten alles gegeben, und das Match habe gezeigt, dass die Mannschaft noch besser werden könne.

Defensivfehler, Kritik am Schiedsrichter und fester Glaube an die Wende
Trotz der ungünstigen Ausgangslage reist der Klub mit großem Selbstbewusstsein zum Rückspiel. Wie der Trainer flüssig auf der Pressekonferenz betonte, liege der Vorteil zwar beim gegnerischen Team, doch man fahre nach Ungarn, um die Runde zu überstehen und sich für die Europa League zu qualifizieren. Zudem kritisierte Fatih Tekke das Abwehrverhalten beim Gegentreffer scharf: „Bei dem Tor, das wir kassiert haben, gab es einen individuellen Fehler. Dass der erste Angriff direkt zum Gegentor führte, und auch unsere Positionierung beim Zurücklaufen waren fehlerhaft. Abgesehen davon hat alles, was wir wollten und woran wir gearbeitet hatten, auf dem Platz funktioniert. Nur beim Toreschießen ist uns das nicht gelungen.“
Ebenso deutlich äußerte sich der Taktiker zur Schiedsrichterleistung des Abends. „Mir hat die Leistung des Schiedsrichters nicht gefallen. Die Rote Karte war für mich zu hart“, stellte Tekke klar. Nur wenige Akteure seien unter ihrem Niveau geblieben, allerdings bleibe die Chancenverwertung das Hauptproblem. Auf europäischer Ebene würden ein oder zwei Fehler eben sofort bestraft. Dennoch sei die Entwicklung des neu formierten Kaders vielversprechend: „Vom Ergebnis her liegen wir unter unseren Erwartungen, spielerisch aber über unseren Erwartungen.“ In der Kabine habe er den Profis trotz der Niederlage gratuliert, da die Einstellung gestimmt habe.

Klare Transfer-Ansage: Entscheidung zwischen Stürmer und Sechser
Neben dem Spielgeschehen gab Tekke auch einen tiefen Einblick in die laufenden Kaderplanungen. Der Klub müsse aus finanziellen und kadertechnischen Gründen eine klare Entscheidung treffen: „Als wir die Mannschaft zusammengestellt haben, waren unsere Erwartungen klar. Wir müssen uns zwischen einem Stürmer und einem Sechser entscheiden. Die Rahmenbedingungen sind sehr wichtig. Unsere Suche geht weiter. Es werden große Anstrengungen unternommen.“ Das zahlenmäßige Limit des Vereins sei klar definiert. Wenn die Rahmenbedingungen es erlauben, benötige das Team bevorzugt einen starken Sechser.
Sidny Lopes Cabral verspricht Aufholjagd im Rückspiel
Auch Außenbahnspieler Sidny Lopes Cabral stellte sich nach der Partie den Fragen der Medienvertreter und blickte voller Optimismus auf das entscheidende Duell in Ungarn. Der Profi betonte die Geschlossenheit der Mannschaft: „Wir werden das Rückspiel so beginnen, wie wir heute in die zweite Halbzeit gestartet sind. Unsere Fans können diesbezüglich beruhigt sein. Wir vertrauen uns selbst. Ich denke, dass wir im Rückspiel die nächste Runde erreichen werden.“ Die Leistung nach dem Seitenwechsel müsse der Maßstab sein. Wenn das Team diese Energie auf den Platz bringe, sei der Auswärtssieg absolut machbar. Abschließend ergänzte der Defensivakteur, dass er sich voll darauf konzentriere, seinen Beitrag für Trabzonspor zu leisten, wobei ihm seine Beidfüßigkeit bei Distanzschüssen zugutekomme.

