Offenbarungseid im RAMS Park: Domenico Tedesco kapituliert vor der Stärke von Galatasaray
Die Enttäuschung nach dem 0:3 im wegweisenden Derby des 31. Spieltages der Trendyol Süper Lig sitzt tief bei Fenerbahce. Trainer Domenico Tedesco suchte nach dem Abpfiff im RAMS Park nicht nach Ausreden, sondern stellte sich schützend vor seine Mannschaft. Er betonte, dass man eigentlich gut in die Partie gestartet sei und genau jene Lösungen gefunden habe, die man sich vorgenommen hatte. Dennoch reichte die Anfangsphase nicht aus, um den Tabellenführer zu stürzen. „Wir müssen akzeptieren, dass Galatasaray auch gut ist. Wir haben heute Abend gegen einen guten Gegner gespielt“, gestand der italienische Trainer offen ein. Für ihn war vor allem der verpasste Führungstreffer und die spätere Strafe der psychologische Bruchpunkt. In seiner Analyse, die unter anderem über die offiziellen Pressekanäle verbreitet wurde, hob er hervor, dass man zwar Positionen vorne einnahm, aber die nötigen Tore ausblieben. Besonders das 0:1 durch Victor Osimhen, der den Ball erst mit der Brust kontrollierte und dann spektakulär mit dem Knie versenkte, bezeichnete er als einen Moment großer individueller Klasse.
Fehlende Effizienz und personelle Sorgen
Trotz zahlreicher Gelegenheiten durch Ismail Yüksek, Anthony Musaba und Sidiki Cherif blieb Fenerbahce ohne eigenen Treffer – ein Umstand, den Domenico Tedesco als „verrückt“ bezeichnete. Er erklärte, dass man es in der Hand hatte, in Führung zu gehen, doch ohne Tore wurde die Aufgabe gegen einen so starken Konkurrenten fast unmöglich. Die zweite Halbzeit sei durch den Elfmeter und die Rote Karte gegen Ederson nur noch schwer verdaulich gewesen. Hinzu kommt die prekäre personelle Situation für die kommenden Wochen: Mit Ederson, Matteo Guendouzi und Mert Günok fehlen wichtige Stützen. „Wir haben in dieser Saison viele Spiele verpasst. Das machte unsere Arbeit schwierig“, so Tedesco. Dennoch stellte er klar, dass er nicht würfele, wen er spielen lasse. Die Aufstellung sei das Ergebnis harter Arbeit der gesamten Woche, und man habe durch Guendouzi phasenweise erfolgreich den Druck von Galatasaray brechen können.
Tedesco übernimmt die volle Schuld
In einem bemerkenswerten Akt der Loyalität nahm Domenico Tedesco jegliche Kritik an seinen Spielern auf sich. Er forderte die Öffentlichkeit auf, die Mannschaft in Ruhe zu lassen und stattdessen seinen taktischen Ansatz zu kritisieren. „Ein Schuldiger wird immer gesucht. Der Schuldige bin ich. Kritisieren Sie meinen taktischen Ansatz, es ist meine Schuld“, erklärte er bestimmt. Er schütze seine Spieler immer und lasse nicht zu, dass Negativität in die Umkleidekabine eindringe. Besonders hob er den Charakter von Kerem Aktürkoglu hervor, der trotz einer sehr harten Saison immer noch stehe. Auch wenn die Meisterschaft bei sieben Punkten Rückstand in weite Ferne gerückt ist, will Tedesco nicht aufgeben, solange es mathematisch möglich ist. Er konzentriere sich nun voll auf die schweren Aufgaben gegen RAMS Basaksehir und TÜMOSAN Konyaspor, auch wenn die Atmosphäre derzeit durch die mangelnde Geheimhaltung in den Trainingseinrichtungen belastet sei.
Stimmen der Spieler: Scham und verpasste Chancen
Die Spieler selbst fanden nach der Niederlage deutliche Worte der Selbstkritik. Ismail Yüksek zeigte sich zutiefst beschämt über das Gezeigte und entschuldigte sich bei den mitgereisten Fans. „Dieses Wappen passt nicht zur Spielergruppe“, lautete sein hartes Urteil über die eigene Leistung. Auch Kerem Aktürkoglu trauerte den verpassten Gelegenheiten in der ersten Halbzeit nach. Er ist überzeugt, dass das Spiel einen völlig anderen Verlauf hätte nehmen können, wenn man die frühen Chancen genutzt hätte. Nun liege die volle Verantwortung bei der Mannschaft, die Enttäuschung der Anhänger wiedergutzumachen. Während Galatasaray den 26. Titel fest im Blick hat, herrscht bei den Gelb-Marineblauen die bittere Erkenntnis vor, dass man in den entscheidenden Momenten nicht kompakt genug agiert hat.



1 Kommentar
Was sagen die Fenerbahce Fans? Soll man mit Tedesco weitermachen?