Türkischer Fußball

Senol Günes vor dem Andorra-Spiel: “Ich bin ein Feigling”

Auch wenn die türkische Nationalmannschaft das EM-Ticket am Donnerstag lösen konnte, soll das letzte Gruppenspiel der EURO 2020-Qualifikationsrunde gegen Andorra keineswegs ein lockeres Auftreten sein. Der Trainerstab fordert einen Dreier. „Wir müssen das Spiel für die FIFA-Rangliste gewinnen. Deshalb nehmen wir den Gegner ernst“, betonte Coach Senol Günes in der Pressekonferenz vor dem Spiel. Überdies hatte der erfolgreiche Lehrmeister viele interessante Informationen abseits des Spielfeldes in petto.

„Sie haben mich wie Agenten verfolgt!“

Dabei ließ Günes zuerst die Tage seines Wechsels von Besiktas zu Mond und Stern Revue passieren. Die Medien sollen damals förmlich einen Ausnahmezustand ausgerufen haben: „Es gab Leute, die mich zu dem Zeitpunkt wie Agenten verfolgt haben, wenn ich mal nach Riva gefahren bin. Es hat sich so angefühlt, als würde ich hinter den Kulissen in geheime Machenschaften verwickelt sein. Das hätte nicht sein müssen.“ Die Türkei müsse sich im Fußball viel mehr auf das Sportliche konzentrieren und nicht permanent Verschwörungstheorien entwickeln.

„Ich bin ein Feigling!“

Des Weiteren antwortete der 67-Jährige auf die Kritik einiger Fußballexperten, dass man gegen Island (0:0) keinen Dreier landen konnte. „Ehrlich gesagt war ich vor dem Island-Spiel etwas zurückhaltend. Ihr könnt ruhig schreiben, dass ich ein Feigling bin. Anscheinend waren einige Leute traurig darüber, dass keine Tore gefallen sind.“ Am Ende des Tages sei man nun in Andorra und befinde sich in einer sehr bequemen Ausgangslage. In Summe müsse man das Spiel gegen Andorra bereits als Vorbereitung auf die anstehende Europameisterschaft sehen: „Wir wollen uns sehr gut auf das Turnier vorbereiten und bis dahin alles gewinnen. Die nächsten Monate werden vermutlich sehr turbulent verlaufen. Aktuell verteidigt das Team als Einheit und tritt auch in der Vorwärtsbewegung so auf. Darauf müssen wir weiter bauen.“

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Hüseyin Yilmaz

Hüseyin Yilmaz

Wirtschaftswissenschaftler, Freier Sportjournalist, Kosmopolit, Hürriyet Gücer-Fan und Spor Toto Süper Lig-Liebhaber

2 Kommentare

  1. Avatar
    17. November 2019 um 14:09 —

    Ich finde es dennoch falsch, dass wir gegen Andorra unsere “Jugend” spielen lassen und zum Teil die wichtigsten Spieler nachhause geschickt wurden.

    Wenn das eine Vorbereitung auf die EM sein soll, dann spiele doch wenigstens mit deiner Stammmannschaft.

    Frankreich wird auswärts in Albanien spielen und ich sage euch, dass maximale was die dort holen ist ein Unentschieden. Die Albaner treten Zuhause aktuell sehr stark auf und werden einen hoch karäter wie Frankreich gerne für ihre Fans besiegen wollen.

    Ich tippe auf ein Unentschieden.

    Wenn wir also gegen Andorra gewinnen, dann könnten wir noch Gruppenerster werden.

    • Avatar
      17. November 2019 um 16:50

      Bullshit!
      Für was sollen Stammspieler mitfliegen? Für den ersten Tabellenplatz? Bullshit!
      Ich freue mich auf die Debütanten, die ihr erstes Spiel für ihr Land bestreiten dürfen, für einige erfüllt sich hier ein Traum.

      Ob ich erster oder zweiter werde juckt mich nicht. Hauptsache dabei.
      Und jetzt kommen doch einige Zweifel auf und einige meinen „Hey, dann landen wir in einem Gesetzen Los Topf unter den Top Nationen und bekommen leichtere Gegner“.

      Es gibt keine leichten Spiele, alle fangen mit Null an.
      Um oben mitzuspielen, muss man sich gegen alle stellen.

      Dann nehm ich die Stammspieler gegen Andorra mit und riskiere durch die Spielweise dieser Gegner Verletzungen der eigenen Spieler.

      Ich glaube, selbst unsere B Mannschaft spielt einen guten Fußball, ich schenke jeden unserer Spieler der dieses Trikot trägt vollstes Vertrauen, ob sie diese mit Würde tragen und vollen Einsatz zeigen, wird man sehen.

      Noch eins, lieber nehme ich diese talentierten Spieler mit und setze sie in einem Pflichtspiel ein, sonst passiert was?
      Der Türke färbt seine Haare blond

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