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Home»Türkei & Legionäre»Semih Kilicsoy spricht offen über Besiktas und Cagliari: „Ich habe keine guten Erinnerungen“
Türkei & Legionäre 24. Januar 2026

Semih Kilicsoy spricht offen über Besiktas und Cagliari: „Ich habe keine guten Erinnerungen“

Von Gazetefutbol05 Minuten Lesezeit
Cagliari Calcio Semih Kiicsoy Türkische Legionäre
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Foto: IHA


 

 

 

Semih Kilicsoy, der von Besiktas mit Kaufoption an Cagliari Calcio verliehen wurde, hat der italienischen Presse ein bemerkenswert offenes Interview gegeben. Im Gespräch mit Corriere dello Sport sprach der 20-jährige Stürmer über seine wachsende Rolle in Italien, seine Ziele für die Saison und zugleich sehr deutlich über eine komplizierte Zeit in Istanbul.

Leihe mit Kaufoption: Mehr Verantwortung bei Cagliari

Semih Kilicsoy steht weiterhin bei Besiktas unter Vertrag, verbringt die Saison jedoch auf Leihbasis bei Cagliari – inklusive Kaufoption für zwölf Millionen Euro. Zusätzlich zwei Millionen Euro an Boni und eine 20-prozentige Weiterverkaufsbeteiligung. Der türkische Nationalspieler erklärte, dass er sich schnell in der Mannschaft eingefunden habe und den Teamspirit spüre. „Ich hatte das Gefühl, nur ein Teil dieser Familie zu sein. Ich bin einer der wenigen Außenseiter im Team, habe mich aber schnell integriert. Cagliari lässt mich jeden Tag all seine Liebe spüren“, sagte Kilicsoy.

Emotionen nach dem Turin-Tor: „Ein sehr schöner Moment“

Als er an sein Tor in Turin erinnert wurde, reagierte der Angreifer emotional. „Es war ein sehr schöner, emotionaler Moment“, erklärte Kilicsoy. Auf die Bemerkung, manche würden sagen, er schieße „einfach großartige Tore“, antwortete er selbstbewusst: „Das stimmt wirklich.“

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Warum Cagliari? „Die richtige Erfahrung für meine Entwicklung“

Der Stürmer erklärte zudem, weshalb er sich für den Schritt nach Italien entschieden hat. „Mein erster Eindruck vom Trainer und insbesondere vom Präsidenten war von Anfang an sehr positiv, was einen Unterschied machte. Ich wusste, dass dies die richtige Erfahrung für meine Entwicklung sein würde“, betonte Kilicsoy. Für ihn sei es entscheidend gewesen, in einem Umfeld zu landen, das Vertrauen ausstrahlt und Entwicklung aktiv unterstützt.

Pisacane als Schlüssel: „Fast wie ein älterer Bruder“

Besonders warm äußerte sich Kilicsoy über Trainer Fabio Pisacane. Pisacane hatte ihn mit den Worten gelobt, er sehe in ihm „großes Talent“ und sprach von einer „kompletten Show“ im Training auf engem Raum. Kilicsoy sagte dazu: „Die Zusammenarbeit hat mich sofort motiviert. Er war immer sehr ehrlich zu mir und sprach klar und deutlich. Er hat mir viele Ratschläge gegeben. Fast wie ein älterer Bruder, ein wertvoller Anführer.“

Saisonziel: Klassenverbleib als oberste Priorität

Der Angreifer machte deutlich, worum es in dieser Saison vorrangig geht. Kilicsoy erklärte, dass das Hauptziel darin bestehe, in der Liga zu bleiben. Dieser Fokus sei für ihn und die Mannschaft zentral, um Stabilität aufzubauen und den nächsten Schritt zu ermöglichen.

Kenan Yildiz und Juventus: „Wir haben ein gutes Verhältnis“

Auch über seinen Freund Kenan Yildiz und das Thema Juventus Turin wurde im Interview gesprochen. Kilicsoy berichtete von einem ruhigen Austausch nach dem Spiel: „Wir haben nach dem Spiel geredet, aber es gab keinen Scherz zwischen uns. Wir sprachen über das Spiel und das Leben in Italien. Wir kennen uns seit vielen Jahren und wir reden oft miteinander. Wir haben ein gutes Verhältnis.“

Türkische Spieler in Italien: „Sie beweisen sich immer mehr“

Angesprochen auf weitere türkische Profis in Italien, nannte er neben Kenan Yildiz auch Hakan Chalhanoglu, Zeki Celik und Isak Vural. Seine Einordnung fiel positiv aus: „Der türkische Fußball entwickelt sich. Trotz der Schwierigkeiten der Serie A beweisen sich türkische Spieler immer mehr.“

Ratschläge vor dem Wechsel: Gokhan als Vorbild

Auf die Frage, ob ihm jemand bei der Auswahl von Cagliari geholfen habe, nannte Semih Kilicsoy einen konkreten Ansprechpartner: „Ja, Udinese Sportive Director Gökhan Inler. Ich treffe ihn oft. Wir waren Teamkollegen bei Besiktas und er gab mir einige Ratschläge. Er ist für mich ein Vorbild.“

Erster Türke bei Cagliari: „Verantwortung und Genugtuung“

Als erster türkischer Spieler in der Klubgeschichte von Cagliari spürt Kilicsoy eine besondere Bedeutung. „Ein großes Verantwortungsbewusstsein und auch eine Genugtuung“, sagte er. Für ihn sei das eine Motivation, sich jeden Tag zu beweisen und den Weg für weitere Spieler zu öffnen.

Vergleiche und Idole: „Ich bin ich“

Auf Spitznamen wie „neuer“ oder „kleiner Agüero“ reagierte Semih Kilicsoy mit klarer Haltung. „Ich weiß. Arda, er ist ein großartiger Spieler, aber ich bin ich. Vergleiche sind bedeutungslos. Ich habe meine eigenen Ziele. Ich arbeite für mich und für meine eigene Entwicklung“, sagte er. Als Vorbilder nannte er Cristiano Ronaldo, Lautaro Martinez und Sergio Agüero.

Rückblick auf Besiktas: „Eine komplizierte Saison“

Besonders deutlich wurde Kilicsoy beim Thema Besiktas. Er erinnerte an eine Phase, in der Giovanni van Bronckhorst ihn in der Offensive nach links zog. „Es war aus vielen Gründen eine schwierige Zeit für mich, aber ich habe mich auch an diese Rolle angepasst“, erklärte er. Dazu sagte er über die vielen Veränderungen: „Jeder Trainer hat alles verändert. Es war eine komplizierte Saison und ich habe keine guten Erinnerungen an diese Saison.“

Heimweh und Alltag in Italien: Istanbul, Mutterküche, Risotto

Auf die Frage, was er an der Türkei am meisten vermisse, antwortete Semih Kilicsoy knapp: „Istanbul.“ Sein Lieblingsessen beschrieb er persönlich: „Alles, was meine Mutter gekocht hat. In Italien ist es Risotto.“ Über sein Italienischstudium sagte er: „Nicht einfach, aber ich arbeite hart. Ich sehe bereits Fortschritte. Es hilft, so viele Italiener im Team zu haben.“

Trainer, die ihn prägten: Pisacane, Günes und Montella

Zum Abschluss sprach Semih Kilicsoy über Trainer, die ihn geprägt haben. „Jeder hat meine Entwicklung unterstützt. Ich bin jetzt sehr zufrieden mit meiner Beziehung zu Pisacane und habe gute Erinnerungen an die Senol Günes, die ich zu Beginn meiner Karriere in Besiktas kennengelernt habe. Und das gilt auch für Vincenzo Montella, den Nationaltrainer, den ich oft treffe“, sagte der Stürmer.

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