Fenerbahce

Rückblick: Als die Fenerbahce-Mannschaft um ihr Leben fürchtete

Fünf Jahre ist der wohl größte Skandal in der türkischen Fußballhistorie her. Nach einem 5:1-Auswärtssieg bei Caykur Rizespor am 4. April 2015 befand sich der Mannschaftsbus der Gelb-Marineblauen auf dem Weg zum Flughafen in Trabzon, als die Situation bei einer Viadukt-Überquerung eskalierte. Mehrere Schüsse wurden auf den voll besetzten Bus abgefeuert. Während Betreuer und Spieler mit einem gewaltigen Schrecken davonkamen, wurde der Busfahrer am Kopf verletzt – überlebte aber. Der Verein vermeldete damals:  „Jetzt ist Blut geflossen und der Fußball hat geschwiegen. Die Täter zu finden und zu bestrafen ist von entscheidender Bedeutung für Fenerbahce.“

„Webo hatte Panikattacken und dachte der Bus stürzt ins Wasser!“

Die Folge des Attentats von Rize war: Die Mannschaft geriet völlig aus dem Gleichgewicht, mehrere ausländische Spieler wollten die Türkei sofort verlassen und Fenerbahce verabschiedete sich traumatisiert vom Titelkampf. Abwehrspieler Bruno Alves blickt zurück: „Als die Schüsse fielen, waren wir alle wie erstarrt. Dann fingen wir an zu begreifen. Der Busfahrer wurde im Gesicht getroffen, überlebte aber wie durch ein Wunder. Wir hatten alle Angst, aber Webo war völlig am Ende. Er hatte eine Panikattacke und schrie ständig, dass er nicht schwimmen könne, weil er dachte, dass der Bus ins Meer stürzen würde.“ Vorstandsmitglied Hasan Cetinkaya sagte: „Unser Fahrer wurde angeschossen. Plötzlich war überall Blut. Was für eine Schande. Wir stehen unter Schock.“

Fall bis heute nicht aufgeklärt

Fünf Jahre später ist das Rize-Attenat in der Türkei längst in Vergessenheit geraten. Ein oder die Täter wurden nie gefasst, der Fall durch die Polizeibehörden frühzeitig ad acta gelegt. Auch wenn die Gelb-Marineblauen jedes Jahr am 4. April verzweifelt fordern, dass die Täter ausfindig gemacht werden müssen, bleiben die Bemühungen des Vereins erfolglos. „Wir werden es niemals vergessen. Und wir werden es niemals vergessen lassen“, so Fenerbahce mit mehreren öffentlichen Stellungnahmen am Samstag. Ismail Kartal, 2015 der Cheftrainer der „Kanarienvögel“, fasst zusammen: „Warum wurde das getan? Wer hat das getan? Wir warten noch auf Antworten. Unglaublich, dass so etwas passieren kann. Wir wären in diesem Jahr womöglich Meister geworden. Doch nach diesem Anschlag war alles vorbei.“


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Erdem Ufak

Erdem Ufak

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol

4 Kommentare

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    6. April 2020 um 13:19

    Der Busfahrer tut mir richtig leid. Er kann am wenigsten dafür, dass Fenerbahce sich durch Manipulation die Meisterschaft gekauft hat.

    FB hat einen Fehler gemacht. Statt wie ein Ehrenverein seine Schuld zu bekennen und in der 2.Liga sauber neu anzufangen, leugnet man sogar bis heute die Manipulation.

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      6. April 2020 um 23:50

      Kardesim, provozieren schön und gut… Wir reden hier dennoch von Menschen Leben… Auch wie eklig ein Emre usw. sein mag, sowas sollte man niemand wünschen bzw. an tun…

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      7. April 2020 um 8:10

      @galaman1905

      Ich provoziere nicht, ich spreche lediglich die Wahrheit aus.

      Ich habe niemandem irgendetwas gewünscht. Daher verstehe ich deine Aussage nicht… Bitte genau lesen und nichts falsches interpretieren. Danke.

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      7. April 2020 um 18:05

      Dogru, muss an der Hitze liegen… Weiß gar nicht mehr, was ich von mir gebe… Sry…