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Home»Türkei & Legionäre»Nach Entlassung als Türkei-Trainer – Die Abschiedsworte von Stefan Kuntz: „Ein unerfüllter Traum“
Türkei & Legionäre 21. September 2023

Nach Entlassung als Türkei-Trainer – Die Abschiedsworte von Stefan Kuntz: „Ein unerfüllter Traum“

Von Anil P. Polat33 Minuten Lesezeit
Milli Takim Stefan Kuntz Türkei Türkische Nationalmannschaft
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Foto: IHA


Nach seiner Beurlaubung als türkischer Nationaltrainer, die offiziell am Mittwoch vom Verband (TFF) verkündet wurde (GazeteFutbol berichtete), äußerte sich Stefan Kuntz erstmals nach der Trennung über seine offizielle Homepage und erklärte in einem Abschiedsbrief, dass etwas Wehmut bezüglich eines ganz bestimmten Ziels zurückbleibe. Die Amtszeit des 60-jährigen Deutschen als Nationaltrainer der Türkei betrug 731 Tage. Unter der Leitung des zweimaligen deutschen U21-Europameister-Trainers verzeichnete die Türkei in 20 Länderspielen zwölf Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen.

Die Abschiedsworte von Stefan Kuntz

„Hallo,

nachdem mir mitgeteilt wurde, dass ich von meinen Aufgaben als Cheftrainer der türkischen Nationalmannschaft entbunden wurde, möchte ich mich kurz dazu äußern.

Derzeit stehen wir in der Qualifikationsgruppe D mit 10 Punkten punktgleich mit Tabellenführer Kroatien auf Platz 2 und haben somit die ausgezeichnete Chance, die Endrunde der EM 2024 in Deutschland zu erreichen.

In 20 Spielen durfte ich die Verantwortung mit meinem Trainerteam für die türkische Nationalmannschaft tragen, wir konnten 12 Spiele gewinnen, erzielten 3 Unentschieden. 4 Spiele haben wir gegen die starken Gegner Portugal, Italien, Kroatien, Japan und 1 Spiel gegen die Färöer-Inseln verloren.

Ich bin stolz darauf, dass die zu meinem Amtsantritt (2021) ausgegebenen Ziele: Das Erreichen der Qualifikationsspiele für die WM in Katar und der Aufstieg von der Gruppe C der Nations League in die Gruppe B erreicht wurden.

In den 20 Spielen erzielten wir 46 Tore durch 21(!) verschiedene Spieler und mussten 26 Tore hinnehmen.

Besonders freut mich, dass wir Salih Özan (Bor. Dortmund) und Ferdi Kadioglu (Fenerbahce) zu einem Verbandswechsel in die Türkei überzeugen konnten.

Ein ausgeschriebenes Ziel von mir und meinem Trainerteam war es außerdem auch, junge türkische Talente zu entdecken und zu fördern. In den zwei Jahren Amtszeit gaben 22 Spieler ihr Debüt für die türkische Nationalmannschaft. Altersdurchschnitt der Debütanten war dabei 23.27 Jahre.

10 Spieler davon wurden nach ihren Debüts zu namhafteren Vereinen transferiert, darunter auch Arda Güler (Real Madrid).

Diese Punkte machen mich als Trainer und das gesamte Trainerteam stolz.

Hiermit möchte ich mich bei all meinen Spielern bedanken, die ich in den zwei Jahren begleiten konnte, bei meinem Staff, der ausgezeichnete Arbeit leistete, meinem Trainerteam, Kenan Kocak, Jan Moritz Lichte und Axel Busenkell und all den lieben türkischen Fußballfans, die mich sowohl in der Türkei als auch in ganz Europa und auf der Welt unterstützt haben.

Ich wünsche der türkischen Nationalmannschaft und vor allem dem türkischen Volk, dass unsere erfolgreiche Arbeit fortgeführt wird und die Mannschaft sich für die kommende Europameisterschaft in Deutschland qualifiziert.

Einer meiner größten Träume war es, während der Heim-EM in Deutschland an der Seitenlinie als Trainer der türkischen Nationalmannschaft zu stehen – leider bleibt das jetzt nur noch ein unerfüllter Traum.“

3 Kommentare

  1. TK1905 Am 21. September 2023 18:57

    Sehr sehr schade, aber das war leider abzusehen.
    Ich kann mich noch gut erinnern, wie die türkische Medienlandschaft Stefan Kuntz hoch gelobt hatte, als er in der Nationsleague einen Sieg nach dem anderen eingefahren hat. Bis es dann in einem unwichtigen Spiel gegen Faröer schief ging, ab da war Stefan Kuntz der Staatsfeind Nr. 1 für die Medien und es wurden wieder die üblichen Namen in den Raum geworfen. Einfach traurig, aber so ist es halt wenn eine zweitklassige Medienlandschaft seinen Senf dazu gibt und mit Ahnungslosigkeit um sich werfen.
    Man muss sich das einfach eingestehen, dass unsere Nati nur zweitklassig ist und wir uns von den Mannschaften in denen die Spielen blenden lassen. Selbst in diesen Mannschaften spielen unsere Nationalspieler keine große Rolle (bis auf Calhanoglu) und sind nur die zweite oder dritte Besetzung. Statt mal realistisch auf die Tatsachen zu schauen und sich einzugestehen das unsere Spieler nicht gut sind, lobt und erwartet die Medienlandschaft das wir gegen Gegner die weitaus besser sind als wir 3/4/5:0 gegen die Wand spielen… ein weiteres Beispiel für die Verblendung in der Medienlandschaft ist Ugurcan Cakir. Es gab sogenannten Fachexperten, die ihn mit Buffon verglichen haben! Buffon hatte in seinem Alter bereits mehrere Titel gewonnen und einer der besten Torhüter der Welt, da ist Cakir einfach ein Witz dagegen….
    Ich hätte mir gewünscht, dass Stefan Kuntz die deutsche Nationalmannschaft übernommen hätte und diese richtig weit führt, aber daraus wird leider nichts und wir die Quali nicht packen… sehr schade einen guten und sympathischen Trainer einfach so respektlos zu entlassen

  2. kanackemitgrips Am 21. September 2023 18:01

    Yazık oldu adama. Ich erinnere mich als ihm die Tränen kamen beim Portugal-Spiel. Was eine dumme und respektlose Entscheidung. Wenn man Kuntz die Zeit gegeben hätte, hätte man sicherlich eine stabile Mannschaft aufbauen können.

  3. Kubinho74 Am 21. September 2023 13:58

    Schade um Stefan Kuntz, aber es hat sich ja schon angedeutet. Wenn ich mir so sein Statement durchlese, dann erkennt man aber auch etwas die Enttäuschung und das er ganz gerne weitergemacht hätte. Ob es mit Montella besser wird, wird sich zeigen.
    Was ich bei Stefan Kuntz echt bewundert habe war, dass er in der Türkei gelebt hat, sein Lager da in Riva aufgebaut hat und auch wirklich fast alle Spiele live im Stadion geschaut hat. Das haben teilweise die türkischen Trainer damals nicht gemacht. Da bin ich gespannt ob Montella sich mal im Stadion blicken lässt oder nicht.
    Ich kann wenig an Kuntz kritisieren, die 4 von 5 Niederlagen waren gegen große Nationen, gegen die wir mit keinem Trainer gewonnen hätten. Nur die Nominierungen waren in letzter Zeit sehr zweifelhaft gewesen, teilweise wurden immer und immer wieder Spieler nominiert, die kaum Spielpraxis bei ihren Vereinen hatten. Diese dann in Pflichtspielen einzusetzen, fand ich nicht richtig.
    Ich will einfach nur, dass wir langfristig mit einem Trainer planen können und mit Montella habe ich nicht so ein gutes Gefühl dabei. Gegen Kroatien wird auch er keinen Sieg holen, eine taktische Handschrift erwarte ich bis dahin auch noch nicht.
    Danke für alles Stefan Kuntz, man hat von Anfang an gemerkt, dass die Medien und gewisse Gruppen dich nicht auf der Trainerbank haben wollen. Ich hoffe du findest dein Glück woanders und wirst woanders glücklicher.

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