Türkischer Fußball

Kandidatur offiziell: Nihat Özdemir will TFF-Boss werden

Nihat Özdemir hat seine Kandidatur für den vakanten Posten des Präsidenten des türkischen Fußballverbandes (TFF) verkündet. Die Bekanntgabe erfolgte am Donnerstag. Die Wahl findet am 1. Juni in Ankara statt. Bisher hat sich niemand außer Özdemir offiziell zur Wahl aufgestellt.

Özdemir will „Nihat Abi“ des türkischen Fußballs werden

Özdemir leitete seine Kandidatur mit folgenden Worten ein: „Am 1. Juni findet die Präsidentschaftswahl sowie Generalversammlung beim TFF statt. Yildirim Demirören hat das Amt des TFF-Präsidenten nach sieben Jahren niedergelegt. Die letzten drei Monate hat Hüsnü Güreli die Amtstätigkeiten geleitet. Ich bedanke mich bei beiden für ihre Arbeit und ihre Verdienste. Der Schlüssel zum Erfolg im Fußball ist Kontinuität und Stabilität. Ich war viele Jahre als Vorstandsmitglied bei Ankaragücü und Fenerbahce aktiv. Seit vier Jahren war ich zudem Vizepräsident des türkischen Verbandes. Ich habe hier wichtige Leistungen erzielt. Um die Projekte, die Herr Demirören eingeleitet hat, fortzusetzen, habe ich meine Kandidatur für die Wahl am 1. Juni offiziell eingereicht. Ich möchte als „Nihat Abi“ des Fußballs eine starke Infrastruktur und eine harmonische türkische Fußball-Gemeinde erschaffen.“

Breitgefächertes Reformpaket steht bereit

Der 69-jährige Geschäftsmann, der zu den größten Bauherrn und wohlhabendsten Menschen der Türkei zählt (im Forbes Türkei-Magazin wurde Özdemir 2017 mit einem Vermögen von 1,6 Millionen Dollar auf Platz 14 der reichsten Türken geführt), wolle den türkischen Fußball reformieren: „Wir werden eng mit der Süper Lig, TFF 1. Lig, 2. und 3. Lig sowie der Vereinigung der Süper Lig-Vereine zusammenarbeiten. Der MHK und der Disziplinarausschuss werden ihre Arbeit auf dem Verbandsgelände in Beylerbeyi fortsetzen, es wird jedoch einige Reformen geben. Wir wollen uns das Arbeitsschema der UEFA zum Vorbild nehmen und verfolgen die Arbeit der fünf großen Ligen Europas aus der Nähe. Wir gehen einem Masterplan nach. Unser Vorstand wird sich aus 14 Mitgliedern und einem Präsidenten zusammensetzen. Zudem werden wir unter anderem diverse Posten beim MHK, Schlichtungsausschuss oder UCK neu besetzen.“

Özdemir will Ausländerregelung ändern

Ausländerregelung: Erneute Änderung steht bevor

Änderungen bei der Ausländerregelung werde es mit Amtsantritt von Özdemir definitiv geben: „Es ist ausgeschlossen, dass die aktuelle Ausländerregelung weiter Bestand hat. Die Vereinigung der Süper Lig-Vereine und die Sportpresse denken ebenso darüber. Wir arbeiten hier eng mit den Vertretern der Profiligen Süper Lig, 1. und 2. Lig zusammen. Die derzeitige Regelung wird jedoch in der neuen Saison noch beibehalten. Alle Entscheidungen, die nach der Wahl getroffen werden, entfalten aber Wirksamkeit für die Zukunft.“

EURO 2020-Organisation verloren, zwei Endspiele gewonnen

Zur erfolglosen Bewerbung für die EURO 2020 hatte Özdemir Folgendes zu sagen: „Wir haben zwei wichtige Organisationen für die Türkei gewonnen und eine verloren. Im August wird der europäische Supercup im Besiktas Vodafone-Park ausgetragen. Wir werden hier eine sehr erfolgreiche Veranstaltung ausrichten. Danach folgt das Champions League-Finale 2020 im Istanbul Olympiastadion. Es gibt hier Auflagen und Wünsche der UEFA, was die Modernität des Stadions betrifft. Diese setzen wir um. Dafür haben wir ein englisches Unternehmen beauftragt. Für die EURO 2020 haben wir uns sehr bemüht. Wir haben Präsentationen vorbereitet, viele Geschäftsmänner sind dafür angereist. Die türkische Regierung hat 32 Stadien bauen lassen. Alle hochmodern und den Standards der UEFA entsprechend. Es wurden in einigen Städten großartige Stadien errichtet. Aber leider sind dort keine Vereine hochklassig vertreten. In Mersin wurde ein Olympiastadion gebaut, aber Mersin ist nicht in der Liga. Dort wurden hohe türkische Summen investiert. Aber leider sind nicht alle auf dem gewünschten Niveau.“

VAR-Gespräche bleiben geheim

VAR-Gespräche bleiben der Öffentlichkeit weiter vorenthalten

Özdemir äußerte sich auch zum viel diskutierten VAR-System: „Wir haben in Riva ein großartiges Gelände für das VAR-System, das viele europäische Ligen nicht besitzen. Es ist das weltweit beste unterstützende Schiedsrichter-System. Wir bemühen uns, komplett nach den Regeln der UEFA und IFAB zu arbeiten. Beim MHK waren wir mit einigen Schiedsrichtern zufrieden, einige hatten schwierige Phasen. Dennoch sind türkische Schiedsrichter eine Marke und leiten eine Vielzahl von Champions League- und Europa League-Spielen. Wir denken nicht daran, die VAR-Gespräche zu veröffentlichen. Sollte die UEFA Änderungen diesbezüglich voraussetzen, werden wir uns zu gegebener Zeit damit auseinandersetzen.“

Neues Ziel 2024 – Unterstützung für Nationalcoach Günes

Der türkische Fußball stünde vor einem Wandel, bekräftigte Özdemir überdies: „Wir müssen unsere Einnahmen im türkischen Fußball erhöhen. 2024 werden wir ein anderes Modell für den türkischen Fußball entwerfen. Der UEFA Generalsekretär wird die Türkei besuchen und mit uns neue Projekte und für 2024 eine andere Ausrichtung besprechen. Ziel ist es für uns, die Türkei in Europa unter die Top5 und weltweit unter den Top10 zu etablieren. Was unseren Nationaltrainer betrifft, so möchte ich sagen, dass auch ich wollte, dass Senol Günes die Nationalelf übernimmt. Lucescu war meiner Meinung nach erfolgreich, doch wir wollten den Weg mit einem türkischen Trainer fortsetzen. Günes wird das Team formen und einberufen. Er weiß, was er tut. Wir stehen hinter ihm und unterstützen ihn voll und ganz. Unser Ziel ist die Qualifikation für die EURO 2020.“

Günes-Verpflichtung auch von Özdemir mitinitiiert

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Stellvertretender Chefredakteur GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

2 Kommentare

  1. Avatar
    24. Mai 2019 um 13:10 —

    Best body von Herrn Ali Koc. Özdemir ist FB’li und wird alles in der Macht tun um FB zur Meisterschaft zu führen.

    Siehe Aussagen von dem Typen!

    RIP Süper Lig.

  2. Avatar
    24. Mai 2019 um 12:10 —

    Also ganz ehrlich der Mann ist mir irgendwie unsympathisch und ich glaube nicht das der Mann der richtige ist da er mir wie so ne Art Demirören 2.0 vorkommt.
    Er hat eigentlich das wichtigste garnicht angesprochen und zwar die Jugend zudem redet er davon die Ausländerregelung zu ändern was ein großer Fehler ist nennt aber gleichzeitig die 5 großen Ligen als Vorbild wo die Jugendförderung ein zentraler Punkt für die Erfolge der Ligen ist sowie die kaum vorhandene Ausländerregelung.

    Hoffe Hamit Altintop gibt noch seine Kandidatur ab.
    Habe bei diesem Mann ein ganz schlechtes Gefühl

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