Ibrahim Haciosmanoglu, Präsident des türkischen Fußballverbandes, hat vor dem Spiel zwischen Trabzonspor und Galatasaray noch einmal über das viel diskutierte Prämien- und Villen-Versprechen an die türkischen Nationalspieler gesprochen. Nach der erfolgreichen WM-Qualifikation der Türkei verteidigte der Verbandschef seine Aussagen deutlich und machte klar, dass finanzielle Anreize für ihn in solchen Momenten kein Problem darstellen.
Vor Trabzonspor gegen Galatasaray spricht Haciosmanoglu über die Nationalmannschaft
Vor dem Anpfiff im Papara Park richtete sich der Blick kurz weg vom Ligaspiel und hin zur Nationalmannschaft. Haciosmanoglu nutzte seinen Stadionbesuch, um sich sowohl zum Spiel als auch zur Stimmung rund um die Milli Takim zu äußern. Zunächst formulierte er einen klaren Wunsch für den Abend.
„Mein einziger Wunsch ist, dass heute Abend niemand den Schiedsrichter auf dem Spielfeld sieht. Man soll den Fußball sehen. Niemand soll jemandes Rechte verletzen. Wer es verdient, soll gewinnen.“ Mit diesen Worten schlug der TFF-Präsident zunächst den Bogen zum Spiel zwischen Trabzonspor und Galatasaray, ehe er auf das viel diskutierte Thema rund um die Prämien für die Nationalspieler zu sprechen kam.
„Wir werden das Geld nicht mit ins Grab nehmen“
Am deutlichsten wurde Haciosmanoglu, als er das viel besprochene Villen-Versprechen verteidigte. „Allah hat uns den Vorsitz der Föderation gegeben. Für welche Tage braucht man Geld? Für genau solche Tage.“ Danach legte er nach: „Wenn wir die Spieler ein wenig motivieren können, sind wir glücklich. Auch ansonsten werden wir das Geld nicht mit ins Grab nehmen.“
Damit machte der Verbandschef klar, dass er die Diskussion nicht als Problem ansieht, sondern als legitimen Teil von Motivation und Anerkennung. Seine Aussagen zielten erkennbar darauf ab, die Unterstützung für die Nationalspieler öffentlich zu rechtfertigen. Für Haciosmanoglu steht nicht das Geld selbst im Mittelpunkt, sondern der Moment und die Wirkung auf die Mannschaft.
Haciosmanoglu betont den persönlichen Einsatz
Besonders auffällig war, dass der TFF-Präsident auch den privaten Charakter dieser Unterstützung hervorhob. „Wir geben den Spielern aus unserem eigenen Geld, aus unserem eigenen Kapital.“ Danach weitete er seine Aussage noch aus: „Werdet Weltmeister; vielleicht erlebt ihr dann Dinge, die ihr euch nicht einmal vorstellen könnt.“
Diese Formulierung zeigt, wie sehr Haciosmanoglu den sportlichen Erfolg der Nationalmannschaft mit außergewöhnlichen Belohnungen verknüpft. Gleichzeitig reagierte er damit auch auf die Debatten der vergangenen Tage. Er machte klar, dass er auf kritische Stimmen wenig gibt und solche Reaktionen kaum an sich heranlässt.
„Die Leute reden, aber ich höre überhaupt nicht zu“
Auch zu den Reaktionen auf seine Aussagen äußerte sich der Verbandspräsident ohne Ausweichbewegung. „Die Leute reden und suchen hinter allem etwas, aber ich höre überhaupt nicht zu.“ Damit unterstrich er, dass er die öffentliche Diskussion zwar wahrnimmt, ihr aber keine Bedeutung beimessen will.
Indirekt machte er damit deutlich, dass er die Kritik eher als Nebengeräusch betrachtet. Seine Linie bleibt klar: Wenn finanzielle oder symbolische Zusagen die Mannschaft zusätzlich motivieren, dann ist das für ihn legitim. Eine Rücknahme oder Relativierung seiner Worte war in seinen Aussagen jedenfalls nicht zu erkennen.
Für den TFF-Präsidenten ist es ein nationaler Fall
Haciosmanoglu stellte das Thema zudem in einen deutlich größeren Zusammenhang. Er erklärte, dass frühere Präsidenten dem Verband und dem türkischen Fußball wertvoll gedient hätten und dass man daraus keine regionale Frage machen dürfe. „Es gibt keinen Grund, uns in die Trabzon-Richtung zu schieben; das ist ein nationaler Fall.“
Dann zog er den Rahmen noch weiter. „Betrachtet es nicht nur als 80 Millionen. Wir repräsentieren die türkisch-islamische Welt.“ Mit diesem Satz verlieh er dem Erfolg der Nationalmannschaft eine deutlich größere symbolische Bedeutung. Es ging ihm erkennbar darum, die WM-Qualifikation nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich und identitätsstiftend aufzuladen.
Auch aus dem Ausland habe es Unterstützung gegeben
Zum Schluss verwies Haciosmanoglu auf internationale Reaktionen, die aus seiner Sicht zeigen sollen, wie stark die türkische Nationalmannschaft auch außerhalb des Landes wahrgenommen wird. Er sagte, der Präsident eines Verbandes, den er seit fast 20 Jahren kenne, habe ihn angerufen und betont, man wünsche der Türkei Erfolg und werde stolz sein.
Außerdem erwähnte er den Präsidenten des kosovarischen Verbandes. Dieser habe ihm viel Erfolg gewünscht und gesagt: „Beschämt uns nicht.“ Haciosmanoglu ergänzte dazu: „Ich hoffe, Allah gibt den Segen. Hoffentlich werde wir den Titel holen.“ Damit schloss er seine Aussagen mit einer Mischung aus Glauben, Pathos und großer sportlicher Zielsetzung ab.
Die Botschaft ist eindeutig
Unter dem Strich hat Ibrahim Haciosmanoglu seine umstrittenen Aussagen nicht abgeschwächt, sondern noch einmal offensiv verteidigt. Er sieht finanzielle Versprechen an die Nationalspieler als zulässige Motivation, betont den persönlichen Einsatz und ordnet den Erfolg der Türkei in einen größeren nationalen Zusammenhang ein.
Damit ist die Botschaft des TFF-Präsidenten klar: Die erfolgreiche WM-Qualifikation soll nicht klein verwaltet, sondern groß gedacht werden. Und wenn dafür zusätzliche Anreize nötig sind, dann sieht Haciosmanoglu darin kein Problem. Seine Worte lassen keinen Zweifel daran, dass die Debatte um das Villen-Versprechen nach diesen Aussagen weitergehen wird.


