Türkischer Fußball

Der Fußballgott für die Türkei? Drei Gründe, die dafür sprechen


Ist der Fußballgott für die Türkei? Nachdem Stefan Kuntz das Amt übernommen hatte, waren die Erwartungen hoch. Gleichzeitig war klar: Die WM-Teilnahme über die Playoffs zu erreichen, wäre ein netter Bonus. Die direkte Teilnahme schien unmöglich. Die EURO 2020 sorgte für große Ernüchterung, weswegen eine verpasste Weltmeisterschaft wohl keine Überraschung mehr dargestellt hätte. Auch die beiden Remis gegen Montenegro (2:2) und Lettland (3:3) schienen dafür zu sorgen, dass die Türkei es nicht zur WM schafft.

Nur drei Spiele später sieht es schon deutlich besser aus. Grund dafür sind die Patzer der Norweger und Holländer. Dabei hatte man kaum mehr daran gedacht, dass eine direkte Teilnahme möglich gewesen wäre. Wir blicken auf drei Schlüsselmomente zurück, die unerwartet dazu geführt haben, dass die Türkei wieder im Rennen ist und es nun wieder selbst in der Hand hat.

Das 2:1-Siegtor gegen Lettland

Am 11. Oktober gastierte die Türkei in Lettland. Ein Sieg im zweiten Spiel unter Kuntz war Pflicht. Gegen Norwegen war zumindest ein 1:1-Unentschieden gelungen, sodass die Türkei weiterhin realistische Chancen auf die Playoffs hatte. Ein Tor sollte sehr lange nicht gelingen, bis Merih Demiral schließlich in der 70. Spielminute zum 1:0 traf – leider ins verkehrte Tor. An einen Sieg glaubte von da an keiner mehr wirklich. Auch nicht, als Serdar Dursun nur fünf Minuten später den Gegentreffer egalisierte. Am Ende war es in der neunten Minute der Nachspielzeit, als Frankreich-Legionär Burak Yilmaz per Elfmeter den umjubelten Siegtreffer erzielte. Wir erinnern uns gerne an das Freistoßtor vom ehemaligen Galatasaray-Akteur Selcuk Inan gegen Island in der 89. Minute, als die Türkei so das Ticket für die EM 2016 löste.

Das irreguläre Tor der Norweger

Bereits früh konnte die Türkei das gestrige Spiel gegen Gibraltar für sich entscheiden. Sechs Tore waren notwendig, um Norwegen bezüglich des Torverhältnisses einzuholen, sofern Norwegen lediglich mit einem Tor Vorsprung gewinnt. Am Ende könnte die Tordifferenz gar nicht so wichtig sein, wie vorher erwartet. Norwegen kam selbst nämlich nicht über ein 0:0 gegen Lettland hinaus. Die türkische Nation blickte während des Gibraltar-Spiels regelmäßig auf das Spiel der Norweger und war lange Zeit voller Hoffnung, bis die Norweger durch den Treffer von Mohamed Elyounoussi in der 83. Spielminute die vermeintliche 1:0-Führung erzielten. Nun mussten die Türken wieder auf Schützenhilfe hoffen, um die Playoffs zu erreichen. Doch nur kurz später war klar: Das Tor war irregulär.

Das unwahrscheinliche Remis der Niederlande

Die Türkei hatte gegen Montenegro eine 2:0-Führung verspielt und musste sich am Ende mit einem 2:2-Remis zufriedengeben. So etwas kann auch nur der Türkei passieren, so die Gedanken vieler Menschen im Anschluss. Doch nun zeigt die Niederlande, dass die Türken keinen Einzelfall darstellen. Denn auch das Oranje-Team hat eine komfortable 2:0-Führung innerhalb von vier Minuten in den Schlussminuten verspielt – schier unglaublich. Die Niederlande führt die Gruppe mit 20 Zählern zwar vor der Türkei und Norwegen (beide 18 Punkte) an, könnte allerdings ebenfalls noch die WM verpassen. Die möglichen Konstellationen haben wir für Euch hier zusammengefasst.

Gelingt die direkte Qualifikation zur WM 2022?

Die Spiele gegen Lettland und Montenegro sind die Hauptgründe dafür, dass die Türkei weiterhin zittern und hoffen muss. Dennoch sind es eben diese Nationen, die durch die Unentschieden gegen die Niederlande und Norwegen auch wieder für Hoffnung bei den Türken sorgten. Selbstverständlich ist es zu leicht, alle Geschehnisse aufs Glück zu reduzieren. Letzten Endes hat die Türkei einen verdienten 2:1-Sieg gegen die Letten eingefahren. Ein irreguläres Tor bleibt ein irreguläres Tor und wenn die Niederlande eine 2:0-Führung gegen Montenegro nicht über die Zeit bringen kann, dann ist auch das Remis nicht unverdient. Doch anstatt weiterhin auf erfreuliche Geschehnisse in den Nebenspielen zu hoffen, ist es jetzt wichtig, das Spiel gegen Montenegro zu gewinnen. Kein leichtes Unterfangen, wie die Niederländer am Samstag feststellen mussten.





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2 Kommentare

  1. 15. November 2021 um 17:44 —

    Wir sollten uns nur auf unser Spiel konzentrieren. Was Norwegen oder Niederlande macht sollte uns egal sein. Wir müssen gegen Montenegro gewinnen. Alles andere sollte für uns irrelevant sein. Ich hoffe Stefan Kuntz lässt Baris und Ridvan von Anfang an spielen.

  2. 15. November 2021 um 17:26 —

    Also ich hoffe schon auf ein Wunder…

    Holland reicht ein Unentschieden, aber das man auf ein Unentschieden nicht spielen sollte hat Portugal bitter erfahren, in letzter Minute hat Serbien mit einem Tor in der 90ten Portugal von der direkten WM Teilnahme rausgehauen.

    Auch wenn Norwegen gewinnt, habe ich ein komisches Bauchgefühl was uns angeht, im Worst Case sind wir dritter…

    Sollte Holland gewinnen hätten wir den zweiten Platz gesichert, außer man verliert mit 2 Toren mehr als Norwegen; ein 3-0 für Montenegro halte ich als für unwahrscheinlich.

    Von daher weis ich nicht wirklich ob ich für Norwegen sein soll, aber im Ernst, wenn wir in Montegro in diesem Finalspiel nicht gewinnen, dann verdienen wir es doch sowieso nicht…

    PS: Die Relegation wird hart… es gibt nämlich 2 Playoff Partien zu gewinnen, und zudem gibt es noch für 1 von 4 Teams Heimvorteil… Hoffen wir, dass die Türkei die 25% Wahrscheinlichkeit für den Heimvorteil gewinnt (realistisch betrachtet habe ich nun mal den zweiten Platz und somit die Playoffs angenommen).

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