Besiktas

Abdullah Avci und Besiktas: Verlieren mit System!

Abdullah Avci wurde als Hoffnungsträger für die Trainerbank geholt, avancierte aber zu einem der erfolglosesten Besiktas-Übungsleiter aller Zeiten. Unter der Leitung des 56-Jährigen fuhr der 15-malige türkische Meister zahlreiche Negativrekorde ein. Angefangen mit dem schlechtesten Saisonstart aller Zeiten. Nach der bitteren 1:4-Klatsche gegen Trabzonspor standen die Schwarz-Weißen nach den ersten sechs Spieltagen mit lediglich einem Sieg, zwei Remis und drei Niederlagen sowie fünf Punkten auf dem 16. Tabellenplatz und damit auf einem Abstiegsrang. Nie startete Besiktas seit der Gründung der Süper Lig im Jahr 1959 schlechter in eine Spielzeit.

Unübersehbare Schwächen – Seit Juli 2019 kein Fortschritt

Doch das war mitnichten das Hauptproblem, das Besiktas zu bewältigen hatte und bis zur Entlassung des „Hunters“ (GazeteFutbol berichtete) nicht lösen konnte. Wer die Spiele von Besiktas seit der Saisonvorbereitung – mit den Testspielen im Juli beginnend – verfolgt hat, wurde Zeuge von zwei gravierenden Defiziten. Erstens eines funktionierenden System-Fußballs, für den Avci fortwährend gelobt wurde und wird. Und zweitens, einer Spielidee beziehungsweise eines Plan B mit Verbesserungspotenzial im Spiel der „Schwarzen Adler“.

Andere Dinge waren hingegen klar zu erkennen. Die Defensive vermittelte keine Sicherheit und war stets für Gegentreffer gut, von denen es in der 239 Tagen währenden Ära Avcis zur Genüge gab. Dies betraf sowohl den Torhüter als auch seine Vordermänner, die jegliche Abstimmung vermissen ließen. Ein Beispiel: Wie ist es sonst anders zu erklären, dass es zahlreiche Partien gab, in denen bei sieben Ecken und drei Freistößen in den Strafraum jedes einzelne Mal der Gegner nicht nur an den Ball, sondern auch zum Abschluss kam? Dies ist doch ein Paradebeispiel dafür, dass es nicht allein an der Spielerqualität mangelte. Schließlich sind es doch genau solche Dinge, die man während der unzähligen Übungseinheiten effektiv trainieren kann.

Einsatzwillen und Kondition nicht trainierbar?

Und was mit der Lautbereitschaft? Kondition und die richtige Bewegung ohne Ball im Spiel können doch ebenfalls problemlos aufgebaut und einstudiert werden. Laufwege können aufgezeigt und verinnerlicht werden. Warum laufen dann Spieler wie Mohamed Elneny, Atiba Hutchinson oder Gökhan Gönül immer mit offenen Handflächen vom Körper demonstrativ wegzeigend auf dem Platz herum und signalisieren den Mitspielern „wohin soll ich den Ball spielen, an wen vor allem“?. Eine sehr gern verwendete Ausrede für die mangelnde Laufleistung ist das Durchschnittsalter der Spieler. „Der Kader von Besiktas ist zu alt, was kann man da erwarten?“

Gut, wissen das auch Hutchinson (36) und Gönül (35), die als älteste im Team die weitesten Strecken im Spiel zurücklegen und als die wenigen Ausnahmen in der Mannschaft kämpfen, ackern und sich pausenlos anbieten? Dann ist diese These mit dem hohen Alter plötzlich nicht mehr haltbar und wirkt komplett obsolet. Mithin kann man Kondition als Profi in jedem Alter antrainieren, aber Kampf- und Laufbereitschaft muss man mitbringen. Und ist es nicht auch Aufgabe des Trainers dies zu fordern und die Spieler dazu zu motivieren?

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Ein System mit Spielern, die man gar nicht hat

Und was genau war jetzt das vielgerühmte System von Abdullah Avci, das visuell für jeden objektiven Fußball-Beobachter erkennbar war? Geordneter Spielaufbau mit sicherem Passspiel, nicht wahr? Darum ging es doch in der Theorie. Ballbesitz-Fußball und wirkungsvolle Passstafetten. Klingt auf dem Papier gut. Doch wie sah es in der Realität aus? Schauen wir uns dies losgelöst von jeglicher Sympathie oder Antipathie für Klub oder Trainer einmal an.

Beginnend beim Torwart über die Innenverteidiger von hinten mit sicheren Pässen das Spiel aufbauen und öffnen. Doch hatte Coach Avci die Vorsaison von Besiktas nicht verfolgt? Dann wäre ihm doch sicherlich aufgefallen, dass Loris Karius und Domagoj Vida technisch nicht gerade die passstarken Spielgestalter sind, die unter Druck in einer so gefährlichen Zone wie dem eigenen Strafraum und in dessen unmittelbaren Nähe das Pass- und Angriffsspiel von hinten aufbauen können. Victor Ruiz und Enzo Roco sind zwar technisch etwas stärker, aber entweder wegen permanenter Verletzungen oder mangelnder Spielpraxis ebenfalls nicht auf einem verlässlichen Level. Dass „Notlösung“ Necip Uysal im Defensivzentrum nicht das erforderliche Niveau mitbringt, ist nach jahrelanger Praxiserfahrung wohl sogar jedem Fußball-Laien bekannt.

Warum hält man also an diesem „System“ fest? Ja es mag erfolgreich – wenn auch mit regelmäßig verspielten Meisterschaften – bei Medipol Basaksehir funktioniert haben. Aber dort standen Avci ganz andere Spielertypen zur Verfügung. Medien- und Fan-Druck gab es überdies nicht. Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege, doch ist es nicht die Aufgabe eines Trainers, ein oder mehrere Spielsysteme auf Basis des verfügbaren Spielermaterials zu entwerfen. Konsequenterweise die optimal Lösung finden? Also das System anhand der Spieler-Fähigkeiten zu modellieren, statt das eigene „mitgebrachte“ System zu erzwingen beziehungsweise den Spielern aufzuzwingen, wo es doch seit Juli 2019 nicht funktionierte. Sollte man dies denn nicht sehen und einlenken?

Die ewigen Ausreden und klassischen Fußball-Floskeln

Erst hieß es, neuer Trainer, neues System. Das braucht Zeit. Das wird schon, „Testspiele bedeuten nichts“ („türkische Volksweisheit“). Aber sie sind doch ein guter Indikator, um Defizite und Mängel aufzuweisen oder? Nein, alles gut, es werden ja noch Transfers getätigt, dann sieht es wieder anders aus! Warum heißt es dann, was kann der Trainer dafür, dass es schlecht läuft, ihm steht halt nur dieser schwache Kader mit diesen Spielern zur Verfügung. Interessanter Aspekt als Ausrede. Vor allem wenn man bedenkt, dass Ex-Präsident Fikret Orman und Vize Serdar Adali offiziell bestätigt haben, dass Abdullah Avci alle Transfers persönlich wollte.

Und mal im Ernst, als ob ein Geschäftsmann im BJK-Vorstand je zuvor von einem Abdoulay Diaby oder Pedro Rebocho gehört hätte, um sie dem Trainer ohne dessen Wissen oder Wunsch vorzusetzen. Vielleicht sollte man auch nicht unerwähnt lassen, dass Avci mehr Transferbudget als sonst einem BJK-Trainer in den vergangenen zehn Jahren zur Verfügung stand. Gut 16 Millionen Euro (circa 104,76 Millionen TL). Interessanter Punkt oder? Die gestandenen Leistungsträger bringen keine Leistung, die Neuzugänge leisten gar nichts. Und das Spiel zeigt nicht einen ermunternden Funken Verbesserung zwischen Juli 2019 und Ende Januar 2020. Das hat in der Tat System.

Ungenutzte Chancen bei den einen – lange Gesichter bei den anderen

Genauso wie die Versessenheit Avcis bestimmte Spieler, egal wie schlecht sie spielen, weiter mit „Inat“ („Hartnäckigkeit“), wie der Türke sagt, aufzustellen. So bot der ehemalige türkische Nationaltrainer konsequent Diaby auf. Der Mann aus Mali gilt bereits jetzt unter vielen Besiktas-Anhängern als einer der schlechtesten Transfers in der Klubhistorie überhaupt. Seine Beständigkeit immer die falsche Entscheidung in der Offensive zu treffen, die chronische Abschlussschwäche, fehlende Vorbereiter-Fähigkeiten und dass er nie etwas zum richtigen Zeitpunkt aufs Scoreboard bringt, sind keine Empfehlungsschreiben, um einen Stammplatz zu verdienen. In 21 Einsätzen und einer Einsatzzeit von 1.307 Minuten brachte es der Flügelspieler auf drei Tore und eine Vorlage. Die Fans witzeln schon: „Selbst, wenn Diaby einmal trifft, verliert Besiktas”, so wirkungslos ist der Akteur in den Augen der Anhänger.

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Zum Vergleich: Der viel kritisierte Tyler Boyd, der grundsätzlich nie von Beginn an ran durfte, hat in 793 Minuten auch schon zwei Treffer und damit nicht gerade viel weniger geleistet als Diaby. Zugegeben Boyd konnte bis auf zwei Partien bisher auch nicht sonderlich überzeugen. Doch betrachten wie die Situation einmal etwas differenzierter. In der letzten Saison hat Boyd in der Rückrunde 14 Spiele für MKE Ankaragücü bestritten, dabei sehr stark aufgespielt und in diesem Zeitraum sieben Tore und sechs Assists abgeliefert (in 1.235 Minuten). Bei einem schwächeren Team in weniger Einsatzzeit. Auch in der Nationalelf der USA wussten Boyd zu überzeugen. Wir sahen den US-Amerikaner also in der Süper Lig abliefern. Er brachte Zählbares zum richtigen Zeitpunkt auf die Anzeigetafel. Bei Diaby sahen wir dies nun wahrlich nicht.

Bringen wir jetzt noch ins Spiel, dass Diaby Leihspieler ist und Boyd fest verpflichtet wurde. Wäre es da nicht im Interesse von Besiktas (ohne Geld um Diaby zu verpflichten), dass man lieber auf seinen eigenen Spieler setzt und versucht ihn aufzubauen, statt in mental völlig zu demoralisieren? Wie das fragt jetzt vielleicht der eine oder andere? Nun ja, wenn man gerade in der Europa League endlich ein super Spiel mit klasse Leistung abgeliefert hat, für die man ja auch geholt wurde, erhofft man sich sicherlich, dass man mehr Chancen und vielleicht auch mal einen Startelfplatz erhält. Dann aber wochenlang wieder nur auf der Bank zu sitzen oder Kurzeinsätze bei Niederlagen zu bekommen, hilft sicherlich nicht das Selbstvertrauen und die Motivation des Spielers aufzubauen. Und wenn dies zwei, dreimal passiert, könnte die Lust und der Antrieb eventuell verflogen sein. Diesen Schluss gebietet zumindest die Logik.

Ist Caner Erkin das System von Besiktas?

Aber kommen wir bei der Spielerauswahl auch noch einmal auf die vielgerühmte taktische Ausrichtung zurück. Ist das BJK-System von Abdullah Avci jeden Angriff über Caner Erkin und dessen Flanken laufen zu lassen? Jede Ecke tritt Erkin, jede Hereingabe über Erkin, so gut wie jeder Freistoß und jede Gelbe Karte wegen Reklamierens Erkin? Ist das vielleicht das besagte System? Naja, gelegentlich war ein Freistoßtreffer dabei und Erkin führt die Liga in Assists an. Ohne diese Leistung schmälern zu wollen, spricht jemand auch darüber, welche Statistiken die Kollegen von “Whoscored.com” nach der Hinrunde für Erkin zusammengetragen haben?

Von 176 Flanken kamen gerade einmal 36 an. Folglich liegt die Misserfolgsrate der Hereingaben bei 78,6 Prozent. Von 104 langen Bällen erreichten nur 24 den Adressaten und von insgesamt 280 gespielten Bällen in der Offensive, die in die Spitze gingen, landeten 220 beim Gegner. Erkin hat in der Hinrunde 16 Ligaspiele gemacht, dass bedeutet, er hat 17,5 Flanken pro Partie geschlagen, von denen wiederum im Schnitt 13,76 beim Kontrahenten landeten. Acht Assists bei 280 Zuspielen und Flanken in den Strafraum bedeutet im Umkehrschluss 272 Mal Nichts und eine effektive Erfolgsquote von 2,85 Prozent. Plötzlich wirken die Zahlen nicht mehr so beeindruckend oder positiv.

Zahlen, die plötzlich eine andere Bedeutung erhalten

Rational unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung: Sollte auch nur irgendwer 100 Flanken in den Strafraum schlagen, sollte doch irgendwann auch einmal ein Offensivspieler aus dem eigenen Team an den Ball kommen und auch mal treffen oder? Sollten wir dazu noch erwähnen, dass Erkin bei Besiktas spielt, einem Team, dass in fast allen Spielen zum Favoriten auf dem Papier gehört und gegen den die Gegner meist defensiv stehen und Besiktas auch angreifen lassen. Da sollten ein paar Assists schon drin sein. Falsch müssen drin sein.

Ach ja und warum sollte Erkin auf dem rechten Flügel spielen, mit welcher sportlichen Qualifikation? War das eine „systematische Finte“, ein Überraschungsfaktor, mit dem Avci die Gegner überrumpeln wollte? Das ging aber gewaltig nach hinten los, würden böse Zungen behaupten. Doch was ist mit der Defensivleistung Erkins? Bekannt dafür, dass er immer nur zurückläuft, dem Gegner aber stets zwei, drei Meter Platz lässt, damit dieser ungestört passen oder flanken kann. Bei Dribblings schnell mal stehen gelassen und pausenlos Gegenspieler im Rücken entkommen lassen. Fasst das ungefähr die Defensive von Erkin zusammen?

Auch dass Erkin „via Opta“ mit 77 Verwarnungen seit 2010 die meisten Gelben Karten in der Süper Lig gesehen hat, sollten wir vielleicht am Rande angesprochen haben. Lange Rede kurzer Sinn und noch kürzere Frage: Warum also das Spiel so dermaßen stark auf Erkin zuschneiden? Für jemanden, der Statistiken so liebt und nach jedem Spiel noch lieber zitiert, wie Abdullah Avci, doch eine nicht ganz unberechtigte Frage oder?

Statistik-Guru ignoriert erfasste Fakten

Und wo wir wieder bei den Statistiken sind. Mehrmals in einer Saison gegen Teams in Unterzahl zu verlieren, liest sich auch nicht sonderlich vorteilhaft. Zuletzt das Topspiel gegen Tabellenführer Demir Grup Sivasspor. Von den letzten acht Pflichtspielen verlor Besiktas sieben. Der einzige Sieg in dieser Zeitspanne stammt aus dem Duell mit Aufsteiger Genclerbirligi als man den Gegner erst bezwang, als dieser nur noch neun Mann auf dem Feld hatte. Ach ja gegen zehn Mann lag noch 0:1 zurück. In 28 Spielen unter Coach Avci verlor Besiktas jede zweite Partie. Eine Niederlagenquote von 50(!) Prozent. 14 Niederlagen stehen nur elf Siege gegenüber. Nie war Besiktas schlechter.

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Nun werden einige vorbringen: „Man geht hier viel zu hart ins Gericht mit dem Coach, wollen wir doch nicht vergessen, dass für Besiktas in der Liga eine Siegesserie von sechs Spielen zu Buche steht”. Korrekt. Das stimmt. Doch spielerisch hat man dennoch kaum überzeugt. Interessant war vielmehr, dass Abdullah Avci erst mit der drohenden Entlassung vor dem Derby gegen Galatasaray von seiner eigentlichen Spielweise abrückte und den Ball mal anders, direkter und schneller nach vorne zu bringen versuchte. Auch hier würden die vielgefürchteten bösen Zungen behaupten, ein Akt der Verzweiflung, denn man hatte ja keine andere Chance mehr, sonst wäre man bereits da Weg vom Fenster gewesen bei einer weiteren Pleite.

ABER: Dennoch war es wichtig, zu gewinnen. Gerade, wenn man spielerisch nicht überzeugt, sind Siege wichtig für das Selbstvertrauen des Teams und die Psyche. So kommt man aus einem Loch wieder raus, schöpft Hoffnung. „Dreckige Siege“ sind Gold wert in einer Meisterschaft. DOCH: Das Spiel machte nie wirklich Hoffnung und die alte Sportlerweisheit „Qualität und ein guter Plan setzen sich am Ende“ immer durch, bewahrheitete sich schnell wieder. Denn Besiktas ließ beides weiterhin vermissen, weder Fans noch Spieler noch Fußball-Experten vertrauten diesem Besiktas-Fußball. Ein Blick in das meist demoralisiert und oft sogar depressiv-abgestumpft wirkende Gesicht Avcis vermittelte nicht gerade das Gefühl oder den Glauben, dass man tatsächlich etwas erreichen könnte in dieser Saison.

Auswertung statistischer Wahrheiten ließ nur ein Resultat zu

Wie so viele, versuchten einige Hardliner das Spiel und den Trend von Besiktas besser zu reden, als er in Wahrheit war. Am Ende änderte sich nichts Signifikantes im „System“ von Besiktas. Zu viele Rück- und Seitenpässe. Extrem langsame Spielweise, durch die es dem Gegner immer gelang auch alle elf Spieler hinter den Ball zu bringen, um problemlos zu verteidigen. Und plötzlich lief es so, wie viele (unausgesprochen) doch eher vermuteten. Mit diesem Spiel gewinnen wir keinen Blumentopf. Am Ende ist der Titel schnell ohne uns entschieden. Und so kam es schließlich auch, was die letzten Statistiken des sportlichen Schreckens für den Fußball-Fan untermauern.

Noch nie war die Tordifferenz nach der Austragung der Liga mit 34 Saisonspielen ab der Spielzeit 1994/95 schlechter bei Besiktas. Die Differenz in der Süper Lig beträgt 28:24 und damit nur plus vier Treffer. In den vergangenen acht Jahren erzielte Besiktas nie weniger Tore als in der aktuellen Spielzeit. Zugleich bot man die schwächste Defensivleistung der letzten sieben Jahre. In den letzten fünf Spielen kassierte man mehr Treffer als man erzielte (9:10). Seit sechs Spielen konnte man den Kasten nicht mehr sauber halten. Auch die einstige Besiktas-Festung, der Vodafone-Park, ist mittlerweile ein Punkteabhol- und Umschlagsplatz geworden. Drei der letzten vier Heimspiele wurden verloren.

Ursachen, Folgen und Konsequenzen

Seien wir ganz ehrlich, hätte Besiktas nicht mit der extremen Limitierung seiner Finanzen von Seiten des Verbandes zu kämpfen und die Abfindungszahlung an Avci gefürchtet, der für 36 Millionen TL (circa 5,5 Millionen Euro) und drei Jahre unterschrieb. Hätte sich der „Jäger“ und wohl auch kein anderer Trainer bei solchen Misserfolgen, Ergebnissen und einem zu keiner Zeit Vertrauen und Hoffnung vermittelnden Spielsystem auf dem Trainerstuhl bei Besiktas halten können.

FAZIT: Fassen wir zusammen. Defensive anfällig. Mittelfeld ideenlos und ohne Anspielstationen, Offensive wirkungslos und eindimensional. Negativrekorde aufgestellt. Auswärtsschwach ohne Heimstärke. Dass man dann dermaßen oft verliert, da steckt offenkundig tatsächlich System dahinter.

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

3 Kommentare

  1. Avatar
    26. Januar 2020 um 21:57

    Ich hatte mir gewünscht, dass Avci mit Besiktas erfolgreich wird. Aber mir war vorne rein klar, dass das sehr schwer sein wird. Avci kann nur erfolgreich sein, wenn er 2 Jahre in Ruhe seine Arbeit machen kann. Und das geht bei den 3 großen aus Istanbul nicht. Spielt man, wie im Fall Avci, einige Wochen schlechten Fußball und die Ergebnisse stimmen nicht, bekommt man sofort Gegenwind.
    Basaksehir hatte jahrelang keiner auf dem Zettel, Jahr für Jahr wurde dieser Verein immer besser und stärker und hat sogar die Istanbuler Vereine genervt und hätte Meister werden können.

    Ich hoffe Avci kann sich in Europa beweisen und bekommt einen halbwegs guten Verein.

  2. Avatar
    26. Januar 2020 um 20:06

    Artikel soweit korrekt… aber…

    Jeder der auch nur ein bisschen von Fußball versteht muss das doch schon seit Anfang der Saison sehen oder? So ein Rumgegurke bei so einem Verein da stimmt doch was grundsätzlich nicht. Der Vorstand hat es verpasst rechtzeitig die Handbremse zu ziehen. Jetzt höre ich die ganze Zeit schon Sergen Yalcin. Ganz ehrlich mal: klar ist der Trainer und sein System wichtig und Avci hätte viel früher ersetzt werden müssen, aber verloren haben die Spieler. Ganz schwache Leistungen kein Kampfgeist.

    Hier muss was getan werden: ganz neue Truppe die alten und „neuen“ können sich allesamt verpissen. Das ist kein Team, das sind Schönwetter Fußballer. Keine Durchschlagskraft – null.

    Der Vorstand täte gut daran dem Verein neu zu sortieren und damit meine nicht nur den Trainer. Wir reden hier von einem Verein der vor 3 Jahren noch Champions League Niveau hatte. Irgendjemand muss doch auffallen das wir das schon lange nicht mehr sind. Und mit Pferde Wetten Sergen werden wir das auch nicht… sorry

  3. Avatar
    26. Januar 2020 um 13:10

    eins der besten Beiträge auf GF.de 👍